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3D-Druck: Häuser bauen wie gedruckt

Der 3D-Druck boomt – und macht auch vor der Bauindustrie nicht halt: Schon heute entstehen mancherorts Häuser, deren Teile ausgedruckt wurden. In Dubai zum Beispiel kann man seit 2016 das erste voll funktionsfähige Gebäude aus dem 3D-Drucker bewundern. Eines Tages könnte das Verfahren sogar zum Standard werden. Denn mithilfe der Methode lässt es sich nicht nur schneller, sondern auch kostengünstiger bauen.

3D-Drucker in Aktion
Nicht nur Werkzeuge und Prototypen, auch Häuser könnten künftig immer häufiger von 3D-Druckern produziert werden.
Vom Raketenmotor, bis hin zur Zahnkrone oder dem Magneten könnte in Zukunft so einiges per 3D-Druck produziert werden. Die Branche rund um die sogenannten additiven Fertigungsverfahren boomt und Analytiker gehen davon aus, dass sie zu einer Multi-Milliarden-Dollar-Industrie heranwächst.

Hersteller und Designer nutzen den 3D-Druck heute schon gerne. Vor allem in innovationsstarken Industriezweigen wie der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie, der Medizintechnik sowie der Elektronikbranche gehört die Technologie bereits zum Alltag. Denn nicht nur Prototypen, sondern auch individuelle Einzelstücke und Kleinserien lassen sich mittels 3D-Druck inzwischen wirtschaftlicher produzieren als mit herkömmlichen Methoden.

ESA-Entwurf für eine Mondbasis
Die Europäische Raumfahrtagentur ESA will irgendwann einmal eine komplette Mondbasis mit 3D-Druckern bauen.
Große Pläne für eine Basis auf dem Mond

Doch auch eine ganz andere Branche hat das Verfahren für sich entdeckt: die Bauindustrie. Häuser aus dem 3D-Drucker – das klingt verrückt. Tatsächlich aber planen Experten bereits Großes mit dieser Technologie. Die Europäische Raumfahrtagentur ESA etwa will irgendwann einmal eine komplette Mondbasis mit 3D-Druckern bauen.

Die Idee: Anstatt Unmengen von Bauteilen durch den Weltraum zu transportieren, könnte man Gebäude und andere Infrastrukturen einfach aus ohnehin auf dem Himmelskörper vorhandenen Materialien drucken – beispielsweise dem Mondregolith. "Der 3D-Druck stellt eine potenzielle Möglichkeit dar, die von der Erde aus notwendige Logistik zu reduzieren und die Besiedlung des Mondes damit zu erleichtern", sagt Scott Hovland von der ESA. Großformatige Drucker könnten nach den Berechnungen der Experten Bauraten von zwei bis 3,5 Metern pro Stunde erreichen.

3D-Drucker beim Ausdruck von Beton
Die Betonbauteile werden vom Drucker Schicht für Schicht aufbaut.
Schichtweiser Bau aus Schutt

Zwar sind diese ambitionierten Pläne bislang noch Zukunftsmusik. Denn Faktoren wie der Schutz gegen Mondstaub – sehr gefährlich, wenn er in die Atemwege gelangt – stellen die Häuslebauer in spe vor große Herausforderungen. Ein anderer Knackpunkt: Das 3D-Druckverfahren funktioniert am besten bei Raumtemperatur. Die Temperaturen auf dem Mond schwanken zwischen den Tagen und den zwei Wochen langen Mondnächten jedoch enorm.

Trotz dieser Schwierigkeiten ist das Vorhaben keineswegs vollkommen abwegig. Schließlich ist man auf der Erde in Sachen Gebäude aus dem 3D-Drucker schon einen bedeutenden Schritt weiter. Hier entstehen bereits heute Hausteile mit diesem Verfahren. Aus einer Paste von Bauschutt, schnell trocknendem Zement und einem speziellen Härtungsmittel baut ein 3D-Drucker die von einem Architekten am Computer entworfenen Teile dabei Schicht für Schicht auf.

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DAL, 06.03.2017
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