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Abschied vom Pfauenthron

Schah Reza Pahlewi verlässt fluchtartig den Iran

Am 16. Januar verließ Schah Mohammad Reza Pahlewi in Begleitung von Kaiserin Farah Diba den Iran. Unbemerkt von der Öffentlichkeit verabschiedete er sich auf dem Teheraner Flughafen von dem Kabinett und der Generalität.

Zwar erklärte der Schah, er fahre zur Erholung nach Ägypten, doch jeder wusste, dass es angesichts der Lage im Iran eine Reise ohne Wiederkehr sein würde. Der Schah selbst flog die Staatsmaschine zunächst nach Assuan, wo er vom ägyptischen Präsidenten Muhammad Anwar As Sadat wie ein Staatsoberhaupt begrüßt wurde.

Während im Iran bereits die ersten Todesurteile gegen seine Anhänger ergingen, flog der Schah am 22. Januar nach Marokko weiter, wo ihm König Hasan II. den königlichen Winterpalast in Marrakesch als Unterkunft anbot.

In Marokko jedoch kommt es zu öffentlichen Protesten gegen seine Anwesenheit. Auch weitere potenzielle Exil-Länder erklären in der Folgezeit, der Schah sei unwillkommen: Die britische Regierung bezeichnet einen Aufenthalt auf seinem Schloss in der Grafschaft Surrey als unerwünscht; Spanien bedauert, ihn leider nicht im Schah-eigenen Haus auf Mallorca wohnen lassen zu können.

Zum Tode verurteilt

Einzig Fürst Rainier III. von Monaco bietet Gastrecht an. Der Schah geht darauf jedoch nicht ein, sondern reist am 30. März auf die Bahamas, wo er bis zum 10. Juni bleibt. Währenddessen wird er vom Obersten Richter der Islamischen Revolutionsgerichte im Mai in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Weil er auch auf den Bahamas kein Exil erhält, reist der Schah nach Mexiko. Ein auf sechs Monate befristetes Touristenvisum erlaubt ihm vorläufigen Aufenthalt in einem Herrschaftshaus im Nobelort Guernavaca bei Acapulco.

Wieder in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit rückt der Schah am 22. Oktober, als er mit einer 30-köpfigen Begleitung in New York eintrifft, um sich im Cornell Medical Center einer Operation zu unterziehen. Er leidet an Lymphknotenkrebs, darüber hinaus ist eine Verstopfung des Gallengangs festgestellt worden. Um etwaigen Racheakten der Iraner vorzubeugen, telegrafiert US-Außenminister Cyrus R. Vance nach Teheran: "Die Aufenthaltsgenehmigung ist auf die Dauer der Behandlung im Krankenhaus beschränkt. Der Schah wird kein Asyl erhalten." Dennoch fühlt sich der Iran durch die Einreise provoziert.

Chronik Verlag - Jahresband 1979
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