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Achtung Spione: Sechs Irrtümer zu "Datenkraken" im Internet

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Mythos 5: Einige Geräte sind sicherer

Der PC stand in der IT-Welt lange für das Sicherheitsrisiko schlechthin: Viren, Ransomware und Banking-Trojaner? Gefühlt treffen diese Bedrohungen vorwiegend die Windows-Computer. Doch für die meisten Datensammler spielt es keine Rolle, mit welchem Gerät Nutzer ins Web gehen. Egal ob PC, Mac, Smart-TV, Spielekonsole, Tablet oder Handy - alle gesammelten Daten werden Geräte-übergreifend miteinander verknüpft und zu detaillierten Persönlichkeitsprofilen verdichtet.

Smartphonemenü mit App-Icons
Viele Apps haben Zugriff auf Positionsdaten, Kamera, Kalender und Kontakte unseres Handys oder Tablets und geben diese Daten auch ohne Einwilligung des Nutzers weiter.

Mythos 6: Apps sind harmloser als Internetseiten

Auf Smartphone und Tablet sind Apps die Software der Wahl: Ob Messengerdienst, Spiel, Fitnesstracker oder anderes – ohne solche Programme geht kaum etwas. Doch gerade sie sammeln oft besonders eifrig unsere Daten und geben sie auch weiter. Denn im Vergleich zum Browser können sie proprietäre Protokolle zum Datenaustausch nutzen, um Schutzfunktionen wie Firewalls auszutricksen. Zudem haben die Apps oft Zugriff auf Positionsdaten, Kamera, Kalender und Kontakte unseres Handys oder Tablets. Manchmal sammeln sie diese Daten sogar ohne explizite Einwilligung des Nutzers.

Erst vor wenige Monaten enthüllte eine Studie, dass 70 Prozent der rund 5.000 untersuchten gängigen Apps Verbindungen zu mindestens einem Tracker herstellen. Fünfzehn Prozent tauschen sogar mit fünf oder mehr dieser Drittanbieter Daten aus. Nicht selten helfen solche Drittanbieter wie Google Analytics den App-Entwicklern dabei, das Verhalten der Nutzer zu analysieren, Verbindungen zu den sozialen Medien zu erstellen oder mit der Platzierung personalisierter Werbung Geld zu verdienen.

Wie kann ich mich vor Datensammlern schützen?

Eine einfache Maßnahme ist es, den Browser so einzustellen, dass alle im Verlauf des Surfens gesammelten Cookies automatisch nach Schließen des Programms von der Festplatte gelöscht werden. Auf diese Weise verhindern wir, dass sich größere Mengen dieser Dateien ansammeln und von Trackern ausgelesen werden können. Die meisten Browser bieten zudem eine Option an, die uns das "private" Surfen ermöglicht.  In diesem Modus wird verhindert, dass Websites irgendwelche Informationen auf unserem Rechner ablegen – und wo nichts ist, kann auch nichts ausgelesen werden.

Allerdings: Diese Maßnahmen verhindern nicht, dass beispielsweise unserer IP-Adresse ausgelesen wird – und sie verrät unter anderem unseren Wohnort. Wer dies vermeiden möchte, der kann spezielle Tools einsetzen, um bei Surfen anonym zu bleiben. Eine Möglichkeit sind Programme, die die IP-Adresse verschleiern wie der Tor-Browser. Dieser bremst allerdings die Internetverbindung oft erheblich aus. Auch eine VPN-Verbindung, ein Programm, das unsere Daten in einer Art Tunnel durch das Netz schleust, kann zusätzliche Sicherheit bieten.

Völlig ohne Datenspur im Netz unterwegs zu sein, ist heute kaum mehr möglich. Doch mit den richtigen Browsereinstellungen und dem einen oder anderen Zusatztool macht man es den Datensammlern zumindest etwas schwerer.

NPO / eBlocker, 01.12.2017
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