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AIDS

Ein Band in der Farbe der Liebe und des Blutes setzt ein Zeichen: Weltweit ruft die Rote Schleife zu Toleranz und Solidarität im Kampf gegen die Immunschwäche AIDS auf. Die Signalfarbe Rot symbolisiert das Mitgefühl mit den Infizierten, Trauer um die vielen Toten und Wut wegen der Ohnmacht, mit der wir der Krankheit noch heute gegenüberstehen.

Im Frühjahr 1991 hatte die New Yorker Künstlergruppe Visual AIDS die Idee, deutlich sichtbar gegen die Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen zu protestieren. Die Schauspielerin Liz Taylor trug die Rote Schleife ebenso wie Lady Diana oder Bill Clinton bei seiner Amtseinführung als US-Präsident. Bei Oscar-Verleihungen gehören die handgeknüpften Anstecker zum Gala-Outfit. Prominente und Durchschnittsbürger zeigen mit der Aktion, dass Aufmerksamkeit nicht nur human, sondern lebensnotwendig ist.

AIDS geht uns alle an. Doch wie kaum eine andere Krankheit verleitet die Seuche des 20. Jahrhunderts zum Wegschauen, Achselzucken und dazu, sich nicht betroffen zu fühlen. Als in den USA 1981 die ersten Fälle der Immunschwäche offiziell bekannt wurden, versuchte man diese in ein soziales Ghetto abzudrängen: Da die Krankheit zuerst in Homosexuellenkreisen auftrat, sprachen die Medien von gay cancer ("Schwulenkrebs") oder gay plague ("Schwulenpest"). Auch in der wissenschaftlichen Literatur war zunächst von einer "schwulenbezogenen Abnahme der Immunabwehr" (gay related immunodeficieny disease, kurz GRID) die Rede.

Mutige Betroffene trotzten der Diskriminierung. Sie wagten sich an die Öffentlichkeit, um ihre Mitmenschen zu warnen. Aufsehen erregte in den USA der Fall des legendären schwarzen Basketballspielers Earvin "Magic" Johnson. Sein Bekenntnis machte deutlich, dass die lebensgefährliche Krankheit nicht nur Risikogruppen wie Drogenabhängige oder Homosexuelle trifft.

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Monika Wittmann
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