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Amerikaner treffen bei Torgau auf die Rote Armee

25. April: In Strehla, etwa 30 km südlich der Stadt Torgau an der Elbe, treffen erstmals US-amerikanische Truppen und Einheiten der Roten Armee auf deutschem Boden zusammen.

Das Deutsche Reich ist damit in zwei Teile zerschnitten und die Lücke zwischen Ost- und Westfront geschlossen. Vorausabteilungen der sowjetischen 58. Gardeschützendivision hatten bereits am 22. April die Elbe in der Nähe von Strehla erreicht und waren mit Booten auf das Westufer übergesetzt. Das Städtchen Strehla, in dem sich noch eine deutsche „Volkssturm“-Einheit befand, wurde zunächst umgangen, zwei Tage später dann kampflos besetzt.

Das Gros der sowjetischen Division wartete am Ostufer der Elbe wie vereinbart auf das Eintreffen der US-Truppen. Der Oberbefehlshaber der westalliierten Expeditionsstreitkräfte, General Dwight D. Eisenhower, hatte bereits am 28. März Josef W. Stalin mitgeteilt, dass die ihm unterstellten Truppen zunächst bis an die Elbe vorstoßen würden, um dort das Eintreffen der Roten Armee abzuwarten. Nachdem US-Truppen am 20. April Leipzig besetzt hatten, erwarteten sie zunächst entlang des östlich der Stadt verlaufenden Flusses Mulde ihrerseits das Zusammentreffen mit den sowjetischen Einheiten.

Am Morgen des 25. April schickt die 69. US-Division zwei Erkundungstrupps durch das Niemandsland in Richtung Elbe auf den Weg. Einer der Trupps wird von Leutnant Albert Kotzebue geführt und besteht aus insgesamt 26 Mann. Auf ihrer Fahrt durchqueren sie zahlreiche scheinbar menschenleere Dörfer. Aus den Fenstern der Häuser hängen weiße Fahnen; die Bevölkerung hält sich in Erwartung des Eintreffens der Roten Armee in den Kellern verborgen.

Kurz vor Erreichen der Elbe kommt Kotzebues Jeep plötzlich ein sowjetischer Soldat entgegen. Von ihm erfährt er, dass dessen Einheit am Ostufer der Elbe liegt. Kurzentschlossen fahren Kotzebue und seine Männer bis zum Ufer des Flusses weiter. Mit Signalpistolen geben sie sich den Sowjets zu erkennen und setzen anschließend mit einem kleinen Boot über, um mit den sowjetischen Soldaten zusammenzutreffen. Am östlichen Ufer bietet sich Kotzebues Trupp ein gespenstisches Bild: Das Ufer ist mit den Leichen von Flüchtlingen übersät. Wenig später findet dann die erste Begegnung von Soldaten der USA und der Sowjetunion statt. Die GIs werden stürmisch begrüßt. Um 13.30 Uhr gibt Kotzebue das Ereignis per Funk an den Stab der 69. US-Division durch. Am Abend meldet auch der zweite Erkundungstrupp unter dem Befehl des Sergeanten Frank E. Robinson bei seiner Einheit, dass er gegen 16.30 Uhr in der Nähe von Torgau mit sowjetischen Soldaten zusammengetroffen sei.

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