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Anders sein: Hundert Jahre Jugendkultur(en)

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Inbegriff des Dandys: der irisch-englische Schriftsteller Oscar Wilde, hier verkörpert von Schauspieler Stephen Fry
Inbegriff des Dandys: der irisch-englische Schriftsteller Oscar Wilde, hier verkörpert von Schauspieler Stephen Fry
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Marlon Brando war in den 1950er zugleich Elternschreck und Jugendidol.
Marlon Brando war in den 1950er zugleich Elternschreck und Jugendidol.
dpa
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Die sog. Halbstarken sorgten für Rabbatz – so wie hier auf einem Bill Haley-Konzert in Stuttgart anno 1958.
Die sog. Halbstarken sorgten für Rabbatz – so wie hier auf einem Bill Haley-Konzert in Stuttgart anno 1958.
dpa
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Stets auf der Suche nach Liebe und Frieden: die Hippies und Blumenkinder der 1970er Jahre.
Stets auf der Suche nach Liebe und Frieden: die Hippies und Blumenkinder der 1970er Jahre.
dpa
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Johnny Rotten und seine Band “The Sex Pistols” gelten als Vorreiter der Punkbewegung.
Johnny Rotten und seine Band “The Sex Pistols” gelten als Vorreiter der Punkbewegung.
dpa
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Bunt, laut und schrill: die Techno-Kids der 1990er Jahre.
Bunt, laut und schrill: die Techno-Kids der 1990er Jahre.
dpa
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Graffiti-Kunst zählt zum Repertoire der HipHop-Kultur.
Graffiti-Kunst zählt zum Repertoire der HipHop-Kultur.
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Die Klage der Erwachsenen, die heutige Jugend sei so verantwortungslos wie spaßsüchtig und niemals in der Lage, das Werk der Alten fortzuführen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Erstaunlicherweise hat dieser Vorwurf sich im Lauf der Zeit immer wieder glänzend selbst widerlegt. Seit jeher und in allen Kulturen haben sich Jugendliche in Gruppen, Bünden und Cliquen zusammengeschlossen und sich von der Welt der Erwachsenen abgegrenzt. Dieser Prozess der sozialen Einübung unter Gleichgesinnten, aber auch die Anstöße und Innovationen aus diesen Zusammenschlüssen, wirken positiv in die Gesellschaft hinein. Die sog. Jugendkultur, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer stärker in einzelnen Szenen aufgespalten hat, ist in den meisten Fällen ein guter Nährboden für gesellschaftlichen Fortschritt. Und noch etwas: Die Jugend ist besser als ihr Ruf. Die gerade veröffentlichte “Studie Jugend, Information, Media 2001 weist nach, dass von stumpfsinniger Internet- und TV-Sucht bei Jugendlichen keine Rede sein kann. Freunde treffen und sportliche Aktivitäten bestimmen nach wie vor den Alltag der 12- bis 19-Jährigen.

“Jugendkultur: eine Erfindung der Neuzeit

Inbegriff des Dandys: der irisch-englische Schriftsteller Oscar Wilde, hier verkörpert von Schauspieler Stephen Fry

Inbegriff des Dandys: der irisch-englische Schriftsteller Oscar Wilde, hier verkörpert von Schauspieler Stephen Fry

Vor gut hundert Jahren wurde der Begriff “Jugendkultur von dem Pädagogen Gustav Wyneken eingeführt. Zuvor fanden die Jugend und ihre Ausdrucksformen relativ wenig Beachtung. Erst die Veränderungen der Arbeits- und Lebensbedingungen durch die Industrialisierung und die arbeitsteilige Welt schufen verstärkt Nischen für Jugendkulturen. Jugendstile und Subkulturen gibt es allerdings nicht erst seit dem 20. Jahrhundert. Der Dandy, vertreten durch lässige Charaktere wie Oscar Wilde oder Beau Brummel, galt als die große Leitfigur des 19. Jahrhunderts und als historischer Vorläufer des subkulturellen Stils. Der zunächst abwertend gebrauchte Begriff “Subkultur entstammt dem englischen Arbeitermilieu, das gesamtgesellschaftlich ausgegrenzt war, nach innen aber ein erhöhtes Zusammengehörigkeitsgefühl aufwies.

Start in das Jahrhundert der Jugend

Zu Beginn des 20. Jahrhundert wird Jugend erstmals als eine eigenständige Altersgruppe mit spezifischen Wertvorstellungen wahrgenommen, die sich gegen das Tradierte richtet. Die Wandervogelbewegung, die als erste Jugendkultur gilt, wendet sich mit ihren ausgedehnten Wanderungen und Zeltlagern in der Natur gegen die zunehmende Verstädterung. “Jugend als das Lebensalter mit der größten Offenheit gegenüber Werten und Haltungen wird zur Projektionsfläche der Sehnsüchte und Hoffnungen der Erwachsenen.

Im Hinblick auf die Ausbildung eines “nationalen Bewusstseins erleben Jugendliche in der Zeit des Nationalsozialismus als “Hoffnungsträger der deutschen Zukunft eine besonders intensive Förderung. Die Ausformung der jugendlichen Werte wird zur Sache des Staates. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts organisieren sich parallel zur bürgerlichen Jugendkultur des Wandervogel und später zur Hitlerjugend Arbeiterjugendliche zu oppositionellen “wilden Cliquen.

Gegen die Werte der Elterngeneration

Marlon Brando war in den 1950er zugleich Elternschreck und Jugendidol.

Marlon Brando war in den 1950er zugleich Elternschreck und Jugendidol.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts werden die Jugendbewegungen zunehmend von Protest-Haltungen geprägt. Der entscheidende Unterschied zu den frühen Jugend-Stilen ist, dass seit den 1950er Jahren die Ästhetik und Symbolwelt von Jugendkulturen unmittelbar an die Medien gebunden ist. Jugend-Stile entstehen nicht mehr allein auf der Straße wie etwa die Arbeiterbewegungen in den 1920er Jahren sondern sie erfahren durch Bilder und Produkte eine internationale Verbreitung.

So fand die “Amerikanisierung der deutschen Jugendlichen nicht nur über Pepsi-Cola, Jeans und Kaugummi der stationierten GIs statt, sondern vor allem über Film und Musik. Die sexuelle Ausdruckskraft der neuen Tanzbewegungen waren ein provokanter Verstoß gegen die konservativen und bedeckten Werte der Elterngeneration, die sich in der Nachkriegszeit um den Aufbau einen heilen und vor allem ruhigen Welt bemüht. Rockn Roll Helden wie Bill Haley und Elvis sowie erotische Film- und Männlichkeitsidole wie James Dean und Marlon Brando vermitteln in den 1950er Jahren das Bild eines neuen Typus des Jugendlichen.

Teenager-Kultur: Halbstarke machen Front

Die sog. Halbstarken sorgten für Rabbatz – so wie hier auf einem Bill Haley-Konzert in Stuttgart anno 1958.

Die sog. Halbstarken sorgten für Rabbatz – so wie hier auf einem Bill Haley-Konzert in Stuttgart anno 1958.

In Deutschland nennt man sie “Halbstarke, in England “Teds und “Rocker. Ihr Markenzeichen sind zu Tollen geölte Haare, Lederjacken, Jeans und Motorroller, bzw. Moped oder Motorrad. Ihr Auftreten ist lässig und provokativ und kalkuliert den Konflikt mit dem Gesetz ein. Die Mädchen tragen Pferdeschwanz, Petticoat und die in der Nazizeit verpönte Schminke im Gesicht. Es entsteht die Kultur der hysterisierten, kreischenden Fans. Rockn Roll Konzerte und Filme wie “Jailhouse Rock versetzen die Jugendlichen in Ekstase, die oft in Krawallen und demolierten Konzertsälen endet vielleicht nicht ganz so häufig und extrem wie von Journalisten seinerzeit dargestellt.

Der Teenie-Rockn Roller Peter Kraus veröffentlicht in der Bravo einen Brief und appelliert an die Krawallmacher den Rockn Roll nicht in Verruf zu bringen. Allerdings hat die ältere Generation der Deutschen schon allein damit ein Problem, dass es sich mit der “Negermusik um ein Pop-Kulturgut der Siegermacht handelt. Ein besseres Mittel zur Provokation konnte es für die Jugendlichen kaum geben und dann bekamen sie auch noch einen ausländischen Namen: Teenager!

Mods kehren soziale Standards um

Die Industrie entdeckt die Freizeit als Konsumzeit und beginnt mit der gezielten Vermarktung einer ganzen Generation, schließlich hatten Jugendliche bis zu diesem Zeitpunkt niemals so viel Geld zur Verfügung. Bereits 1960 macht Teenager-Musik 40% des Plattenumsatzes aus. In England entstehen Boutiquen, die ganz auf den Bedarf der Jugendlichen ausgerichtet sind. Mary Quant kreiert mit dem Minirock eine Mode die jugendlich, dynamisch und sexy aussehen sollte und für Mädchen bestimmt war, die nicht wie ihre eigenen Mütter aussehen wollten. Mode und Shopping ist längst nicht mehr Frauensache, auch die Jungs sind den coolsten Klamotten und neuesten Platten hinterher.

Mit den Mods entwickelt sich eine neue Jugendbewegung. Sie waren mit ihrer eleganten und lässigen Kleidung besser angezogen als ihr Chef und eigneten sich damit einen Stil an, der ihnen gemäß ihres sozialen Stands nicht zustand. Diese mit Narzissmus und Arroganz gepaarte Umkehrung bürgerlicher Konventionen konnte gar nicht deutlicher gegen englische Klassenvorstellungen verstoßen.

Woodstock-Generation predigt Love and Peace

Stets auf der Suche nach Liebe und Frieden: die Hippies und Blumenkinder der 1970er Jahre.

Stets auf der Suche nach Liebe und Frieden: die Hippies und Blumenkinder der 1970er Jahre.

In den späten 1960er Jahren tritt ein Wandel im Bewusstsein der Jugendlichen ein, der nicht allein auf einen vermehrten Konsum halluzinogener Drogen zurückzuführen ist. Inzwischen sind die korrekten Haarschnitte der Beatles über den Pilzkopf hinausgewachsen. Durch Einflüsse “exotischer Kulturen verändert sich auch die Musik, Gitarrenakkorde weichen indischen Sitarklängen. Die Hippiebewegung, ausgehend von Amerika, wendet sich gegen die ausufernde Konsumgesellschaft. Vor dem Hintergrund der Rassendiskriminierung und dem Eintritt der USA in den Vietnamkrieg tritt die spirituelle Sinnsuche nach “Love and Peace in den Vordergrund. Die Jugend feiert auf riesigen Festivals wie in Woodstock und demonstriert in Happenings für Frieden und freie Liebe.

Auch in Deutschland gehen die Studenten auf die Barrikaden. Alternative Lebensformen, wie Wohngemeinschaften und Kommunen wenden sich gegen bürgerliche Moralvorstellungen. Die Pille räumt der Frau neue Freiheiten ein. Sprüche der 68er Generation wie “Wer zweimal mit DERselben pennt, gehört schon zum Establishment zeugen allerdings von einem noch immer nicht ausgehebeltem Chauvinismus, gegen den die Frauenbewegung noch lange kämpfen sollte.

Der Punk Kommt: No Future

Johnny Rotten und seine Band “The Sex Pistols” gelten als Vorreiter der Punkbewegung.

Johnny Rotten und seine Band “The Sex Pistols” gelten als Vorreiter der Punkbewegung.

Mit der aus England auf den Kontinent schwappenden Punkbewegung erfolgt in den 1970er Jahren ein historischer Einschnitt. Punk wendet sich wie alle Jugendbewegungen zuvor gegen die vorangegangene Generation und beschwört die Sinnlosigkeit einer zukunftsgerichteten Lebensplanung. Punks hassen die langhaarigen Hippies und ihr Stil strotzt nur so von einer Ästhetik der Zerstörung. Während sich die Hippies ihre Körper mit bunten Blumen bemalten, stechen sich die Punks Sicherheitsnadeln in die Haut. Sie tragen zerrissene Kleidungsstücke oder beziehen ihre Mode direkt vom Müll. Mit stacheligen und grell gefärbten Frisuren, nietenbesetzter Kleidung und schweren Stiefeln pflegen sie ein martialisches Aussehen. Sie brechen mit den letzten Tabus und zerren die Lack- und Lederkleidung des Fetischismus an das Tageslicht. Die erste Punk-Boutique, geführt von Vivienne Westwood und Malcolm McLaren, dem Manager der Sex Pistols, heißt SEX.

Historische Jugendstile wie die Mods und Teds erleben in den siebziger Jahren parallel zum Punk ihr Revival, und so kommt es zu einer zunehmenden Aufsplitterung der Jugendkultur in zahlreiche Jugendkulturen. Mittlerweile kann jeder noch so provokant erscheinende Jugendstil am Ende kommerziell vereinnahmt werden.

Skinheads und rechte Cliquen

Die Skinheads bilden in den 1980er Jahren die wesentliche Gegenbewegung zu den Punks. Die Skinhead-Bewegung hat ihre Wurzeln in den 1960er Jahren und ist eine klassische Arbeiterjugendkultur, die zunächst nicht als “rechts galt. Sie war deutlich von dem Stil jamaikanischer Einwandererkinder beeinflusst und verehrte deren “schwarze Musik, wie Reggae und Ska. Wie andere Jugendstile auch, durchlebte der Stil der Skins eine Differenzierung in unterschiedliche mitunter gegensätzliche Richtungen, von Red Skins bis zu hochgradig rechtsradikal orientierten Jugendlichen.

In Deutschland ist die Öffentlichkeit besonders nach der Wende von 1989 auf die Skinheads aufmerksam geworden. In der DDR gab es bereits in den 1980er Jahren eine Skinhead-Kultur. Rechtes Gedankengut war wohl die extremste Form der Provokation gegen das sozialistische System. Die soziale Not und der Mangel an Ausbildungsplätzen in den neuen Bundesländern wird oft als ein Grund für rechtsextreme Orientierungen der Jugendlichen angesehen. Dies erklärt allerdings nicht den Rassismus der gut situierten Jugendlichen. In jedem Fall birgt die Bildung rechter Cliquen, die es in der gesamten Bundesrepublik gibt, ein gewaltiges Potenzial zur Provokation der “liberalen, erwachsen gewordenen 68er Generation.

Techno: Endloser Tanz im Hier und Jetzt

Bunt, laut und schrill: die Techno-Kids der 1990er Jahre.

Bunt, laut und schrill: die Techno-Kids der 1990er Jahre.

Die 1990er Jahre sind vor allem von einer Jugendkultur geprägt, die sich in ihrer Musik und Ästhetik der Künstlichkeit und Technik verschrieben hat: Techno und seine vielen Ausprägungen von House bis Gabber. Angefangen hat alles wie mit jeder anderen Jugendkultur auch im Underground: Kleine Raves an geheimen inoffiziellen Orten haben sich schließlich mit der ersten Loveparade 1989 zu einer offiziellen Demonstration entwickelt. Die Musik ist digital mit mindestens 160 bpm, und die Tracks sind in einem endlosen Klangteppich verwoben.

Kleidung und Stil sind eine bunte, wenngleich nicht willkürliche Mischung unterschiedlichster Stilelemente. Bunt gefärbte Haare, Tattoos und Piercings erinnern an Punk, zumindest in einer cleanen Version. Mit Armyhosen, bunten Shirts und klobigen Schuhen entstammt die Kleidung den Bereichen des Militärs, Sport und industrieller Arbeit. Durchsichtige Plastikkleidung suggeriert Science Fiction, die mit historischen Elementen wie Secondhand-Keidung gesamplet wird. Mit Begriffen wie Unity und Family erinnert die Technobewegung an die Hippie-Kultur, wobei die Raver nicht wie die Hippies von einer Sinnsuche getrieben werden, sondern ihren Sinn tatsächlich im endlosen Tanzen und dem hedonistischen Feiern des Hier und Jetzt finden.

Word Up: HipHop, Rap, Graffiti

Graffiti-Kunst zählt zum Repertoire der HipHop-Kultur.

Graffiti-Kunst zählt zum Repertoire der HipHop-Kultur.

Die relative Sprachlosigkeit des Techno scheint derzeit zumindest im Mainstream von der Wortgewandtheit des HipHop abgelöst zu werden. Wie Techno, dessen Wurzeln in der elektronischen Musik der 1980er Jahre liegen, ist auch HipHop kein neues Phänomen. Entstanden ist die HipHop-Kultur in den New Yorker Black Communities in den 1970er Jahren. Über den legendären Film “Wild Style von 1983 wurden die für die HipHop-Kultur charakteristischen Techniken Rap, Breakdance und Graffiti nach Deutschland importiert. Mit der Kunst des Graffiti geht es ebenso wie im Rap um Kommunikation und das Zeigen von Style und Präsenz.

Rapper thematisieren in ihren Reimen Rassismus, Sex, Parties, Drogen, Freundschaft, Gewalt oder soziale Ungerechtigkeit. Wie auch in den anderen Jugendstilen hat sich HipHop über die Jahre immer stärker in unterschiedliche Richtungen entwickelt. In Deutschland hat sich eine eigenständige HipHop-Szene mit unterschiedlichen Zentren herausgebildet, wodurch sich der deutsche Sprechgesang zu einer hochverfeinerten Kunstform entwickelt hat.

Situation heute: Ein unüberschaubarer Stil-Mix

Das Urteil Jugend sei heute nur noch an Konsum interessiert, spaßsüchtig und unpolitisch ist unhaltbar, ebenso der Vorwurf, die Jugendlichen seien nicht mehr innovativ und fänden seit dem Punk keine Wege mehr zu provozieren. Protest und radikale Haltungen finden sich bei Jugendlichen nach wie vor, von Veganern bis zu Straight-Edgern. Eine entscheidende Entwicklung der Jugendkultur ist, dass es nicht mehr eine übergreifende Jugendkultur gibt, sondern eine Vielzahl von jugendlichen Szenen, deren Grenzen sich durchaus überschneiden können. Medien wie MTV und VIVA führen zu einer schnelleren und globalen Verbreitung von Jugendstilen. Begriffe wie Generation Golf oder Generation Ally sind dabei homogenisierende Labels um Ordnung und Orientierung ins vermeintliche Chaos zu bringen. Mit der Realität von jungen Menschen oder Jugendkulturen haben sie nicht wirklich etwas zu tun.

Buch-Tipps

Online bestellen:

Klaus Farin: generation-kick.de. Jugendsubkulturen heute.

Werner Lindner: Jugendprotest seit den fünfziger Jahren. Dissens und kultureller Eigensinn.

Florian Illies: Generation Golf

Katja Kullmann: Generation Ally. Warum es heute so kompliziert ist, eine Frau zu sein.

Peter Kemper, Thomas Langhoff und Ulrich Sonnenschein: Alles so schön bunt hier. Die Geschichte der Popkultur von den Fünfzigern bis heute.

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