
Die alte Tradition des Webens haben Frauen wieder aufgegriffen. Im "casa das tecedeiras" (Haus der Weberinnen) sitzt eine Portugiesin an ihrem Webstuhl.
Und warum erinnert man sich wieder dieser Region? Die jungen Menschen wanderten in die Städte, von den Alten starben immer mehr weg, die Häuser verfielen zunehmend und niemand interessierte sich. Anfang 2000 lies die EU Studien über das seit Jahren vernachlässigte Centro durchführen und kam zu dem Ergebnis, dass man sicher keine Hotels für Neckermann und Co hochziehen kann. „Sanfter Tourismus“ aber könnte der Weg sein, um die Dörfer vor dem Verfall zu bewahren. Es sollte wieder neues Leben in den Dörfern geschaffen werden – für den eigenen Bedarf, aber auch durch Touristen.
Altes Handwerk, neu entdeckt

Zwei Maurer, die das alte Handwerk des Schieferbaus wieder neu erlernt haben, setzen Stein auf Stein.
Ein Ziel von „Pinus Verde“ ist, die Häuser nach alter Tradition zu restaurieren und Tradition ist der Bau mit Schiefergestein. Es gibt mittlerweile 14 Handwerker in der Region, die das Mauern des Schiefergesteins neu erlernt haben. Bei der Renovierung der Häuser wird aber auf weitere Details geachtet: Türklopfer am Eingang, Verkleidungen, hinter denen die Wasserzähler verschwinden, bis hin zu den Lagerstätten für das Brennholz.
Die neu eingerichtete Weberei „Casa das Tecedeiras“ steht mitten im Dorf Janeiro de Cima . Frauen in jedem Alter sitzen hier an ihren Webstühlen, stellen bunte Schals, Tücher, Tischdecken und Teppiche her. Sie verdienen ihr eigenes Geld und sind stolz auf ihre Arbeit. Ebenfalls ein altes Handwerk der Region, das erfolgreich neu entdeckt wurde.
Wanderwege wieder entdeckt
Im Land des Alpenvereins ist dieser Zustand unvorstellbar: Aber hier gibt es kaum noch Wege, die Häuser und Dörfer miteinander verbinden oder sich für einen Spaziergang eignen. Die Straßen und Pfade von früher sind zugewuchert, zum Teil nicht mehr zu erkennen.
„Pinus Verde“ hat es sich ebenfalls zum Ziel gesetzt, neue Wandernetze zu schaffen. Alte noch in den Schieferdörfern lebende Menschen wurden befragt, wie die Wege früher verliefen. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung sollen diese wieder freigelegt und markiert werden. „Wir streben danach, dass wir das Bewusstsein der hiesigen Menschen dafür stärken. Sie sollen zukünftig für diese Infrastruktur selber Verantwortung übernehmen“, betont Pedro. „Natürlich könnte man einfach ein Unternehmen beauftragen, dass sich um die Wegreinigung kümmert. Das wäre aber nicht im Sinne der Eigenverantwortung, die wir mit dem Projekt anstreben“, erklärt der Portugiese.
Käse und Kastanien

Eine Spezialität aus dieser Region ist der Kastanienhonig.
Seit wenigen Monaten gibt es in Lissabon den ersten Laden, der Produkte aus der Region der Schieferdörfer anbietet. Hier werden z.B. Honig, Marmeladen von Erdbeerbäumen (Medronho), Brot, Küchlein aus Honig und Esskastanien (Talasnicos), Ziegenkäse, handgewebte Schals und Tücher aus der Weberei verkauft. In den nächsten Jahren sind in den Schieferdörfern zehn weitere Läden geplant.
Bis diese Läden stehen, ist noch viel zu tun. Die Organisation ruft regelmäßig zu einem Treffen für alle Anwohner auf. Hier werden neue Pläne vorgestellt, Probleme besprochen, Gelder verteilt. Die ersten Touristengruppen werden für 2007 erwartet. Die Gästehäuser sind errichtet, die ersten Wanderwege freigeräumt, Agenturen bieten Freizeitaktivitäten, in den Restaurants warten regionale Gerichte. Neues Leben wird entstehen ...
Mehr Informationen:
Programa de Recuperação das Aldeias de Xisto
AIBT – Pinhal Interior
Engº Armando de Carvalho
CCDRC
Rua Bernardim Ribeiro, 80
3 000 – 069 Coimbra
Mobil +351 96 77 39 510
Tel: +351 239 400 100
E-Mail: armando.carvalho@ccdrc.pt









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