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wissen.de Artikel

Becker, Barschel, Birne

Ob Promi oder Politiker - das waren die Köpfe der 80er

An drei besonders prägende Ereignisse der 1980er Jahre erinnere ich mich bis ins Detail. Und alle hatten sie mit Menschen zu tun, die ein "B" im Namen trugen (oder zumindest fast): Uwe Barschel, Boris Becker, "Birne" Kohl. Und um diese drei Köpfe herum versammeln sich dann die anderen Gesichter der 80er. Klicken Sie auf das erste Bild und lernen Sie meine "Köpfe der 80er" kennen.

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Schimanski neuer Tatort-Kommissar
In der ARD wird am 28. Juni 1981 der erste "Tatort"-Krimi "Duisburg-Ruhrort" mit dem neuen Filmkommissar Horst Schimanski alias Götz George ausgestrahlt. Schimanski verkörpert einen völlig neuen Typus von Kommissar. Er spielt den leicht draufgängerischen, unkonventionellen Kriminalbeamten, der notfalls seine Ziele auch mit Gewalt durchsetzt, das "Milieu" genau kennt und häufig der Attraktivität schöner Frauen erliegt.Schimanskis Pendant ist sein Kollege Christian Thanner, dargestellt von Eberhard Feik, der sich in korrekter Form den strengen polizeilichen Dienstvorschriften verpflichtet fühlt und versucht, das impulsive Temperament Schimanskis zu zügeln. Wegen der allzu negativen Darstellung des Ruhrpott-Milieus ("kriminelle Gestalten, dunkle Ecken") hagelt es schon während der Sendung des "Tatorts" Proteste zahlreicher Duisburger Bürger. Unser Bild zeigt eine Szene aus dem umstrittenen Tatort "Duisburg-Ruhrort" mit Götz George als Kommissar Horst Schimanski
wissen.de
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Rekordbundeskanzler: Helmut Kohl
Helmut Kohl verfolgt seine politische Karriere bereits in jungen Jahren mit Willen und Zielstrebigkeit. Sein "dickes Fell", das ihm den Ruf eines "Aussitzers" einträgt, und sein Gespür für Taktik, bringt ihm die Kanzlerkandidatur ein. Nachdem 1982 die FDP-Fraktion einen Koalitionswechsel von der SPD zur CDU/CSU vollzogen hat, wird Kohl am 1. Oktober 1982 durch ein konstruktives Misstrauensvotum, mit dem gleichzeitig Bundeskanzler Helmut Schmidt gestürzt wird, mit 52 Jahren zum bis dahin jüngsten Bundeskanzler einer Koalition aus CDU/CSU und FDP gewählt. 1983 verkündet er für die Bundesrepublik die "geistig-moralische Wende" (die freilich ausbleibt). Nach den für die Koalition erfolgreichen Bundestagswahlen 1983, 1987, 1990 und 1994 wird er jeweils wieder gewählt. 1998 beendet eine Wahlniederlage seine 16-jährige Kanzlerschaft, die längste aller Amtsinhaber seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland.
wissenmedia GmbH, Gütersloh
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Michael Groß, der "Albatros"
Gleich im ersten Endlauf bei den 96. Deutschen Schwimm-Meisterschaften setzt 2-m-Mann Michael Groß (EDSC Offenbach) im Juni 1984 ein neues Maß: Der 19jährige Abiturient aus Frankfurt schlägt über 200 m Freistil nach einem beeindruckenden Endspurt in 1: 47,55 min an – sein dritter Weltrekord in dieser Disziplin (DM 1983: 1:48,28, EM 1983: 1:47,87).Michael Groß gewinnt bei den Titelkämpfen, jeweils in Europarekordzeit, die Delfinstrecken über 50 m (24,8 sec) und 100 m (53,78 sec). Über 200 m "schmettert" er 1: 57,49 min; nur er selbst war bei seinem Weltrekord (EM 1983: 1:57,05) noch schneller. Bei den Olympischen Spielen im August krault und schmettert sich Michael Groß zu je zwei Gold- und Silbermedaillen. Aufgrund seines Körperbaus mit den langen Armen erfindet die Sportpresse für Groß den Spitznamen "Albatros".
wissen.de
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Ulf Merbold - der erste Bundesbürger im All
Nach zehntägigem Flug landet die Raumfähre "Columbia" am 9. Dezember 1983 sicher in der kalifornischen Mojave-Wüste. Unter der sechsköpfigen Besatzung befindet sich auch der deutsche Physiker Ulf Merbold, der nach sechs Jahren Vorbereitungszeit als erster Bundesbürger an einem Flug ins All teilgenommen hat. In seinem Buch "Flug ins All" schildert er die dramatischen Minuten beim Start: "Wir waren an Bord gegangen, lagen in unseren Sitzen, das Gesicht zum Himmel, den Rücken zum Boden, mehr als dreißig Meter über der Erde. Ich wusste, jetzt stand der Höhepunkt meines Lebens bevor… Fünf Sekunden vor dem Start kam von den Computern an Bord das Kommando, die drei Hauptmotoren zu starten. Die Ventile für den flüssigen Wasserstoff und den flüssigen Sauerstoff öffneten sich. Wir spürten unter uns ein gigantisches Inferno von Feuer und Lärm losbrechen… Auf Millisekunden genau wurden die acht Haltebolzen, die uns bisher mit der Startplattform verbunden hatten, gesprengt. Von ihren Fesseln befreit setzte sich die Columbia in Bewegung."
ESA
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Die Maus
Seit 1971 läuft die Kindersendung "Die Sendung mit der Maus" (Lach- und Sachgeschichten für Fernsehanfänger) in der ARD. Am 28. Oktober 1984 wird die 200. Folge dieser Wissenssendung für Kinder ausgestrahlt, in der auf einfache Art und Weise selbst schwierigste Themen und Zusammenhänge erkläutert werden. Die Maus selber, die in kurzen Einspielfilmen zu sehen ist, ist eine Gestalt aus den Händen der Künstlerin Isolde Schmitt-Menzel. "Die Sendung mit der Maus" hat nicht nur kleine, sondern auch große Fans: Das Durchschnittsalter liegt laut WDR bei "knapp 40".
wissen.de
Bild 6 von 10
Manfred Wörner sitzt Affäre aus
In einer nahezu skurrilen Affäre stolpert Verteidigungsminister Manfred Wörner 1984 beinahe über den Bundeswehrgeneral Kießling, der wegen angeblicher homosexueller Kontakte zum Sicherheitsrisiko geworden sei und in den Ruhestand versetzt wird. Die Tatsache, dass der Verteidigungsminister ohne ausreichende Prüfung eines MAD-Berichts seinen General in Pension schickt, löst eine Welle der Kritik in der Öffentlichkeit aus. Rücktrittsforderungen nicht nur vonseiten der Opposition, sondern auch aus den Reihen der CDU/CSU werden laut. Derart unter Druck gesetzt, ordnet Wörner eine genauere Untersuchung an. Erneute Zeugenaussagen und Behauptungen vergrößern allerdings nur noch die Peinlichkeit der Affäre, so dass schließlich Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) auf ein Ende der Angelegenheit drängt. Kohl wehrt jeden Angriff auf seinen Verteidigungsminister ab, empfiehlt diesem jedoch den Abbruch des Verfahrens. Die "Süddeutsche Zeitung" kommentiert dies mit folgenden Worten: "Der Tag, an dem die Affäre Wörner so … zum Abschluss gebracht wurde, wird eingehen in die Annalen als der Augenblick, in dem sich Kohls politischer Stil endgültig durchgesetzt hat: Arrangieren und Aussitzen".
wissenmedia GmbH, Gütersloh
Bild 7 von 10
Regiestar Wim Wenders
Begeisterte wie kritische Beurteilungen erntet der bis in die Nebenrollen hervorragend besetzte Film "Der Himmel über Berlin" nach seiner Uraufführung am 17. Mai 1987 bei den Filmfestspielen in Cannes. In seinem wohl persönlichsten Film erzählt der deutsche Regisseur Wim Wenders die Geschichte des Engels Damiel (Bruno Ganz), der sich in die Artistin Marion (Solveig Dommartin) verliebt. Um ihr aber näherzukommen, muss er sein Engel-Dasein aufgeben und Mensch werden. So verlässt er den "Luftraum" über Berlin und erfährt neue, sinnliche Dinge über sich und die Welt. Allerdings muss er auch mit dem vorher unbekannten Handikap, jetzt in jeder Hinsicht verletzbar und sterblich zu sein, leben. "Der Himmel über Berlin" ist ein formal gewagtes Projekt, das eine wunderbare Hommage an die noch geteilte Stadt in sich birgt. Zwei Jahre vor dem Fall der Mauer gedreht, gewinnt der Film auf diese Weise die Bedeutung eines historischen Dokuments.
wissen.de
Bild 8 von 10
Der Aufschläger - Boris Becker
Ein junger, rotblonder Deutscher erobert die Sportwelt. Der 17jährige Boris Becker geht als bis dahin jüngster Sieger in die Geschichte von Wimbledon ein. Außerdem ist er der erste Deutsche, der das traditionsreichste Tennisturnier der Welt gewinnen kann. Sensationell schlägt Becker im Finale den Südafrikaner Kevin Curren. Dieser Triumph verändert Beckers Leben ebenso wie den deutschen Tennissport. Der Teenager avanciert über Nacht zum Medienstar, sein Privatleben entwickelt sich zum steten Objekt öffentlichen Interesses. Aus dem in der Bundesrepublik Deutschland elitär angehauchten "weißen Sport" wird im Zuge des einsetzenden „Becker-Fiebers“ eine Betätigung für jedermann. Unser Bild zeigt Becker nach seinem erneuten Triumph in Wimbledon im Jahr 1989.
wissen.de
Bild 9 von 10
Der Kremlflieger - Matthias Rust
Ungläubiges Staunen herrscht unter den Passanten auf dem Roten Platz in Moskau, als der Deutsche Matthias Rust am 28. Mai 1987 mit seiner Cessna vor der Basilius-Kathedrale aufsetzt. Das Luftkontrollsystem der UdSSR hat versagt. Rusts kleines Flugzeug wird zwar vom Radar erfasst, die Militärs schätzen die kleine Maschine allerdings nicht als Bedrohung ein. Auf dem Roten Platz bildet sich schnell eine Menschenmenge um das kleine Flugzeug und den Piloten, der von den Sicherheitskräften abgeführt wird. Als Grund für seinen Flug gibt Rust an, er wolle mit dem KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatchov über den Weltfrieden sprechen. Während die westliche Presse Rust Flug als "Husarenstück" feiert, zeigt sich die sowjetische Staatsführung unnachgiebig. Der Stachel sitzt tief und Rust wird wegen "Rowdytum und Verletzung der Staatsgrenzen" zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt. Allerdings kommt er am 3. August 1988 frei.Unser Bild zeigt ihn nach dem Rückflug auf dem Frankfurter Flughafen.
Corbis-Bettmann, New York
Bild 10 von 10
Der Modezar - Karl Lagerfeld
Sonnenbrille und Pferdeschwanz sind seine unverkennbaren Markenzeichen: Karl Lagerfeld ist der einzige Deutsche, dem es gelingt, in die internationale Phalanx der Modemacher vorzustoßen und sich dort über Jahrzehnte einen Spitzenplatz zu erobern. Karl Otto Lagerfeld wurde am 10. September 1933 oder (nach eigenen Angaben) 1938 in Hamburg geboren und begann seine Karriere als Modellist, Assistent und künstlerischer Leiter in den Modehäusern Balmain und Patou. Ab 1964 ist er freier Designer, 1963-1983 und 1993-1997 arbeitet er als künstlerischer Direktor bei Chloé, seit 1984 ist er Chefdesigner bei Chanel und gründet im gleichen Jahr sein eigenes Unternehmen, das er 1992 mit den weltweiten Rechten verkauft. Seit 1986 ist das Multitalent auch als Fotograf tätig. Unser Bild zeigt Lagerfeld 1993 umgeben von seinen drei Top-Models Cindy Crawford, Helena Christensen und Claudia Schiffer.
Corbis-Bettmann, New York

Schimanski neuer Tatort-Kommissar

In der ARD wird am 28. Juni 1981 der erste "Tatort"-Krimi "Duisburg-Ruhrort" mit dem neuen Filmkommissar Horst Schimanski alias Götz George ausgestrahlt. Schimanski verkörpert einen völlig neuen Typus von Kommissar. Er spielt den leicht draufgängerischen, unkonventionellen Kriminalbeamten, der notfalls seine Ziele auch mit Gewalt durchsetzt, das "Milieu" genau kennt und häufig der Attraktivität schöner Frauen erliegt.Schimanskis Pendant ist sein Kollege Christian Thanner, dargestellt von Eberhard Feik, der sich in korrekter Form den strengen polizeilichen Dienstvorschriften verpflichtet fühlt und versucht, das impulsive Temperament Schimanskis zu zügeln. Wegen der allzu negativen Darstellung des Ruhrpott-Milieus ("kriminelle Gestalten, dunkle Ecken") hagelt es schon während der Sendung des "Tatorts" Proteste zahlreicher Duisburger Bürger. Unser Bild zeigt eine Szene aus dem umstrittenen Tatort "Duisburg-Ruhrort" mit Götz George als Kommissar Horst Schimanski

Rekordbundeskanzler: Helmut Kohl

Helmut Kohl verfolgt seine politische Karriere bereits in jungen Jahren mit Willen und Zielstrebigkeit. Sein "dickes Fell", das ihm den Ruf eines "Aussitzers" einträgt, und sein Gespür für Taktik, bringt ihm die Kanzlerkandidatur ein. Nachdem 1982 die FDP-Fraktion einen Koalitionswechsel von der SPD zur CDU/CSU vollzogen hat, wird Kohl am 1. Oktober 1982 durch ein konstruktives Misstrauensvotum, mit dem gleichzeitig Bundeskanzler Helmut Schmidt gestürzt wird, mit 52 Jahren zum bis dahin jüngsten Bundeskanzler einer Koalition aus CDU/CSU und FDP gewählt. 1983 verkündet er für die Bundesrepublik die "geistig-moralische Wende" (die freilich ausbleibt). Nach den für die Koalition erfolgreichen Bundestagswahlen 1983, 1987, 1990 und 1994 wird er jeweils wieder gewählt. 1998 beendet eine Wahlniederlage seine 16-jährige Kanzlerschaft, die längste aller Amtsinhaber seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland.

Michael Groß, der "Albatros"

Gleich im ersten Endlauf bei den 96. Deutschen Schwimm-Meisterschaften setzt 2-m-Mann Michael Groß (EDSC Offenbach) im Juni 1984 ein neues Maß: Der 19jährige Abiturient aus Frankfurt schlägt über 200 m Freistil nach einem beeindruckenden Endspurt in 1: 47,55 min an – sein dritter Weltrekord in dieser Disziplin (DM 1983: 1:48,28, EM 1983: 1:47,87).Michael Groß gewinnt bei den Titelkämpfen, jeweils in Europarekordzeit, die Delfinstrecken über 50 m (24,8 sec) und 100 m (53,78 sec). Über 200 m "schmettert" er 1: 57,49 min; nur er selbst war bei seinem Weltrekord (EM 1983: 1:57,05) noch schneller. Bei den Olympischen Spielen im August krault und schmettert sich Michael Groß zu je zwei Gold- und Silbermedaillen. Aufgrund seines Körperbaus mit den langen Armen erfindet die Sportpresse für Groß den Spitznamen "Albatros".

Ulf Merbold - der erste Bundesbürger im All

Nach zehntägigem Flug landet die Raumfähre "Columbia" am 9. Dezember 1983 sicher in der kalifornischen Mojave-Wüste. Unter der sechsköpfigen Besatzung befindet sich auch der deutsche Physiker Ulf Merbold, der nach sechs Jahren Vorbereitungszeit als erster Bundesbürger an einem Flug ins All teilgenommen hat. In seinem Buch "Flug ins All" schildert er die dramatischen Minuten beim Start: "Wir waren an Bord gegangen, lagen in unseren Sitzen, das Gesicht zum Himmel, den Rücken zum Boden, mehr als dreißig Meter über der Erde. Ich wusste, jetzt stand der Höhepunkt meines Lebens bevor… Fünf Sekunden vor dem Start kam von den Computern an Bord das Kommando, die drei Hauptmotoren zu starten. Die Ventile für den flüssigen Wasserstoff und den flüssigen Sauerstoff öffneten sich. Wir spürten unter uns ein gigantisches Inferno von Feuer und Lärm losbrechen… Auf Millisekunden genau wurden die acht Haltebolzen, die uns bisher mit der Startplattform verbunden hatten, gesprengt. Von ihren Fesseln befreit setzte sich die Columbia in Bewegung."

Die Maus

Seit 1971 läuft die Kindersendung "Die Sendung mit der Maus" (Lach- und Sachgeschichten für Fernsehanfänger) in der ARD. Am 28. Oktober 1984 wird die 200. Folge dieser Wissenssendung für Kinder ausgestrahlt, in der auf einfache Art und Weise selbst schwierigste Themen und Zusammenhänge erkläutert werden. Die Maus selber, die in kurzen Einspielfilmen zu sehen ist, ist eine Gestalt aus den Händen der Künstlerin Isolde Schmitt-Menzel. "Die Sendung mit der Maus" hat nicht nur kleine, sondern auch große Fans: Das Durchschnittsalter liegt laut WDR bei "knapp 40".

Manfred Wörner sitzt Affäre aus

In einer nahezu skurrilen Affäre stolpert Verteidigungsminister Manfred Wörner 1984 beinahe über den Bundeswehrgeneral Kießling, der wegen angeblicher homosexueller Kontakte zum Sicherheitsrisiko geworden sei und in den Ruhestand versetzt wird. Die Tatsache, dass der Verteidigungsminister ohne ausreichende Prüfung eines MAD-Berichts seinen General in Pension schickt, löst eine Welle der Kritik in der Öffentlichkeit aus. Rücktrittsforderungen nicht nur vonseiten der Opposition, sondern auch aus den Reihen der CDU/CSU werden laut. Derart unter Druck gesetzt, ordnet Wörner eine genauere Untersuchung an. Erneute Zeugenaussagen und Behauptungen vergrößern allerdings nur noch die Peinlichkeit der Affäre, so dass schließlich Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) auf ein Ende der Angelegenheit drängt. Kohl wehrt jeden Angriff auf seinen Verteidigungsminister ab, empfiehlt diesem jedoch den Abbruch des Verfahrens. Die "Süddeutsche Zeitung" kommentiert dies mit folgenden Worten: "Der Tag, an dem die Affäre Wörner so … zum Abschluss gebracht wurde, wird eingehen in die Annalen als der Augenblick, in dem sich Kohls politischer Stil endgültig durchgesetzt hat: Arrangieren und Aussitzen".

Regiestar Wim Wenders

Begeisterte wie kritische Beurteilungen erntet der bis in die Nebenrollen hervorragend besetzte Film "Der Himmel über Berlin" nach seiner Uraufführung am 17. Mai 1987 bei den Filmfestspielen in Cannes. In seinem wohl persönlichsten Film erzählt der deutsche Regisseur Wim Wenders die Geschichte des Engels Damiel (Bruno Ganz), der sich in die Artistin Marion (Solveig Dommartin) verliebt. Um ihr aber näherzukommen, muss er sein Engel-Dasein aufgeben und Mensch werden. So verlässt er den "Luftraum" über Berlin und erfährt neue, sinnliche Dinge über sich und die Welt. Allerdings muss er auch mit dem vorher unbekannten Handikap, jetzt in jeder Hinsicht verletzbar und sterblich zu sein, leben. "Der Himmel über Berlin" ist ein formal gewagtes Projekt, das eine wunderbare Hommage an die noch geteilte Stadt in sich birgt. Zwei Jahre vor dem Fall der Mauer gedreht, gewinnt der Film auf diese Weise die Bedeutung eines historischen Dokuments.

Der Aufschläger - Boris Becker

Ein junger, rotblonder Deutscher erobert die Sportwelt. Der 17jährige Boris Becker geht als bis dahin jüngster Sieger in die Geschichte von Wimbledon ein. Außerdem ist er der erste Deutsche, der das traditionsreichste Tennisturnier der Welt gewinnen kann. Sensationell schlägt Becker im Finale den Südafrikaner Kevin Curren. Dieser Triumph verändert Beckers Leben ebenso wie den deutschen Tennissport. Der Teenager avanciert über Nacht zum Medienstar, sein Privatleben entwickelt sich zum steten Objekt öffentlichen Interesses. Aus dem in der Bundesrepublik Deutschland elitär angehauchten "weißen Sport" wird im Zuge des einsetzenden „Becker-Fiebers“ eine Betätigung für jedermann. Unser Bild zeigt Becker nach seinem erneuten Triumph in Wimbledon im Jahr 1989.

Der Kremlflieger - Matthias Rust

Ungläubiges Staunen herrscht unter den Passanten auf dem Roten Platz in Moskau, als der Deutsche Matthias Rust am 28. Mai 1987 mit seiner Cessna vor der Basilius-Kathedrale aufsetzt. Das Luftkontrollsystem der UdSSR hat versagt. Rusts kleines Flugzeug wird zwar vom Radar erfasst, die Militärs schätzen die kleine Maschine allerdings nicht als Bedrohung ein. Auf dem Roten Platz bildet sich schnell eine Menschenmenge um das kleine Flugzeug und den Piloten, der von den Sicherheitskräften abgeführt wird. Als Grund für seinen Flug gibt Rust an, er wolle mit dem KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatchov über den Weltfrieden sprechen. Während die westliche Presse Rust Flug als "Husarenstück" feiert, zeigt sich die sowjetische Staatsführung unnachgiebig. Der Stachel sitzt tief und Rust wird wegen "Rowdytum und Verletzung der Staatsgrenzen" zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt. Allerdings kommt er am 3. August 1988 frei.Unser Bild zeigt ihn nach dem Rückflug auf dem Frankfurter Flughafen.

Der Modezar - Karl Lagerfeld

Sonnenbrille und Pferdeschwanz sind seine unverkennbaren Markenzeichen: Karl Lagerfeld ist der einzige Deutsche, dem es gelingt, in die internationale Phalanx der Modemacher vorzustoßen und sich dort über Jahrzehnte einen Spitzenplatz zu erobern. Karl Otto Lagerfeld wurde am 10. September 1933 oder (nach eigenen Angaben) 1938 in Hamburg geboren und begann seine Karriere als Modellist, Assistent und künstlerischer Leiter in den Modehäusern Balmain und Patou. Ab 1964 ist er freier Designer, 1963-1983 und 1993-1997 arbeitet er als künstlerischer Direktor bei Chloé, seit 1984 ist er Chefdesigner bei Chanel und gründet im gleichen Jahr sein eigenes Unternehmen, das er 1992 mit den weltweiten Rechten verkauft. Seit 1986 ist das Multitalent auch als Fotograf tätig. Unser Bild zeigt Lagerfeld 1993 umgeben von seinen drei Top-Models Cindy Crawford, Helena Christensen und Claudia Schiffer.

von Jörg Peter Urbach, wissen.de
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