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Berlin geht baden!

Stiftung Stadtmuseum Berlin

Das Stadtmuseum Berlin präsentiert vom 24. Juni bis 14. Oktober 2007 im Ephraim-Palast eine Ausstellung zur Kulturgeschichte des Badens. Alles dreht sich um den Schwimmsport, verschiedene Badeorte und die Reiselust. Mit Installationen, Fotos, Gemälden und Bademoden, Postkarten und "Strandgut" werden die verschiedenen Aspekte der Badekultur und der Körperpflege lebendig: Hygiene und Abhärtung, Sport und Spaß, Fernweh nach Sonne, Sand und Meer. Neben dem individuellen Erlebnis gilt das Baden als gesellschaftliches Ereignis.

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Monbijouplatz, 1966
Sammlung Kindheit und Jugend/ Fotograf Herbert Denda
© 2003 Stiftung Stadtmuseum Berlin
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Strandbad Wannsee
Bademodenschau, 1982 / Sportmuseum Berlin
© 2003 Stiftung Stadtmuseum Berlin
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Ferienzeit in Berlin, um 1950
Sammlung Kindheit und Jugend / Fotograf Petersen
© 2003 Stiftung Stadtmuseum Berlin

Monbijouplatz, 1966

Sammlung Kindheit und Jugend/ Fotograf Herbert Denda

Die Badekultur in Berlin beginnt 1802 mit der Eröffnung der ersten öffentlichen Badeanstalt an der Spree, auf der Höhe der Alten Nationalgalerie. Das heutige Badeschiff in Treptow steht in der Tradition des Welperschen Badeschiffs, das 1803 als erstes offizielles Badeschiff in der Spree eröffnete. Allerdings galt öffentliches Baden damals als unschicklich, und die "feine" Gesellschaft verließ sich lieber auf Puder und Parfüm. Auch hatten nur wenige Berliner Häuser Badezimmer, obwohl mit zunehmender Bevölkerungszahl und wachsenden medizinischen Kenntnissen Waschen und Baden immer wichtiger wurden. Schwimmen lernten in Berlin zuerst die Soldaten: auf Anordnung von 1817. Nur wenig später wurde es zum allgemeinen Volkssport. Das "betuchte" Berlin bevorzugte damals die Kaiserbäder der Ostsee, besonders Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin auf Usedom. Dabei stand jedoch weniger das Baden, als das gesellschaftliche Leben im Mittelpunkt der Sommerfrische.

Provokante Bademode

Strandbad Wannsee

Bademodenschau, 1982 / Sportmuseum Berlin

Anfang des 20. Jahrhunderts drängte es den Großstädter raus ins Grüne und an die Seen, vor allem an den Wannsee zum Schwimmen und Luftbaden. Aus der "wilden" Badestelle am Wannsee wurde schnell ein behördlich geregelter Badebetrieb. Das heute auch noch beliebte Strandbad Wannsee wurde 1929/1930 zum damals größten und modernsten Binnenseefreibad Europas ausgebaut. Und es ist Schauplatz einiger Ärgernisse: Vor allem Touristen hatten sich über die unmöglichen und unschicklichen Badekostüme der Berliner erregt, denn die im feuchten Zustand schlabberigen Textilien gaben zu viele Körperdetails preis. Der denkwürdige "Zwickererlass" von 1932 schreibt Zwickelnähte im Schritt behördlich vor und stellte damit die öffentliche Ordnung wieder her.

Möglichst wenig Bekleidung

Ferienzeit in Berlin, um 1950

Sammlung Kindheit und Jugend / Fotograf Petersen

In der Berliner Nachkriegszeit zog es Ost wie West in die wieder eröffneten Frei- und Hallenbäder, an die heimischen Seen und mit zunehmendem Wirtschaftswachstum auch an die fernen Meere. Während im Westen 1946 nach einem Atomtest auf dem Bikini-Atoll ein neuer knapper Zweiteiler unter dem Namen "Bikini" die Gemüter erregte, erlebte die FKK-Bewegung gerade im Osten ein Comeback: Die DDR-Bürger zogen das zwanglose Lichtkleid jeder Bademode vor. Am bulgarischen Goldstrand und bei zahlreichen Badegelegenheiten in der Republik fielen die Hüllen schneller - zunächst gegen den Willen der politischen Obrigkeit. Heute steht allen Berlinern die Wahl frei: die neueste Bademode oder das Adamskostüm. Die Stadt bietet für alle Badevorlieben das richtige Plätzchen.

ERÖFFNUNG
23. Juni 2006 | ab 18 Uhr
im Nikolaiviertel | Berlin-Mitte


Ephraim-Palais | Stadtmuseum Berlin
Poststraße 16 | 10178 Berlin
Öffnungszeiten: Di, Do – So: 10 – 18 Uhr | Mi: 12 – 20 Uhr
Eintritt: 5,00 Euro/ermäßigt 3,00 Euro (mittwochs Eintritt frei)
Führungen: Tel. (030) 24002-233

Begleitprogramm zur Ausstellung


BEGLEITPROGRAMM | EPHRAIM-PALAIS
Anmeldung: (030) 24002-159
Eintritt 3,00/erm. 2,00 Euro.

04.07.2007 | 19.00 Uhr
LESUNG / GESPRÄCH: „100 Jahre Strandbad Wannsee“. Matthias Oloew liest aus seinem Buch, das zum Jubiläum im Nicolai-Verlag erschienen ist. Seine Geschichten sowie das anschließende Gespräch zwischen dem Autor und der Kuratorin der Ausstellung „Berlin geht baden – von Strandträumen zu Traumstränden“ Dr. Martina Weinland gehen auf unterhaltsame Weise auf die Entwicklung des einstigen Familienbades „zur Badewanne der Berliner“ ein.

18.07.2007 | 16 Uhr
08.08.2007 | 19 Uhr
26.09.2007 | 16 Uhr
KURATORENFÜHRUNG: durch die Ausstellung „Berlin geht Baden“ mit Dr. Martina Weinland. Erfahren Sie mehr über die Kulturgeschichte des Badens. Anhand von Installationen und Fotos, Gemälden und Schwimmanzügen, Postkarten und „Strandgut“ werden die verschiedenen Aspekte der Badekultur lebendig.

18.07.2007 | 18 Uhr
VOR ORT FÜHRUNG: Führung durch Berlins modernstes Bad, die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark an der Landsberger Allee (SSE)
Die SSE wurde für die Olympiabewerbung Berlins 2000 konzipiert und 1999 eröffnet. Zusammen mit dem Velodrom entstand in Berlin eine neue Attraktion mit olympischen Ausmaßen. In den Bau der Schwimmhalle wurden Innovationen eingebracht, die international als beispielhaft gelten. Ende 2003 wurde außerdem die Technik der SSE durch eine Schlammwasseraufbereitungsanlage erweitert, mit der die Berliner Bäderbetriebe Umweltschutz und Kosteneinsparungen miteinander verbinden konnten. Bereits im vierten Jahr war die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) Austragungsort der Deutschen Schwimm-Meisterschaften. Auch 2008 finden sie als alleinige Olympia-Qualifikation für Peking wieder hier stattfinden, weil Berlin mit dieser Sportstätte die besten Möglichkeiten für einen derart bedeutenden Wettkampf einräumt. Treffpunkt: Haupteingang des Bades an der S-Bahn | Paul-Heyse-Str. 26 / Landsberger Allee

05.08.2007 | 14.30-16 Uhr
KINDERTIPP: Mein Badeparadies – Zuerst erfahrt ihr einiges über „Strandträume und Traumstrände“ der Berliner in der Ausstellung „Berlin geht Baden“. Danach könnt ihr mit Kerstin Bragenitz eure eigene Badelandschaft modellieren, schmücken und dann mit nach Hause nehmen. Anmeldungen unter (030) 24002-159. Eintritt 5,00 Euro/Geschwisterkarte 8,00 Euro (für 2 Geschwister). Die einzelnen Angebote sind auch für Kindergruppen oder als Familienveranstaltung buchbar.

15.08.2007 | 18 Uhr
VORTRAG: Bademoden - Das Baden gehört zu den natürlichsten Freuden, die man sich selbst machen kann. Zu Hause in der Badewanne bleibt man nackt. Im öffentlichen Bad aber trägt man, was die Sitte und die Mode jeweils vorschreiben. 1758 hielt man Schlafrock, Kappe, Pantoffeln und ein grobes, ungebleichtes Hemd, das nach dem Baden nicht die Körperformen zeigte, für unverzichtbar. Heute benötigt man nur wenig Stoff, dieser bedient aber alle Bequemlichkeiten, die wir erwarten: Er trocknet schnell, ist elastisch oder schützt vor Sonne. Dazwischen liegt eine lange Entwicklung der Bademode, die Heike-Katrin Remus spannend erläutert.

22.08.2007 | 13-14.30 Uhr
KINDERTIPP: Spaß und Spiel am Wasser - Mit Rätseln, die das Wasser stellt, begleitet euch Helma Hörath durch die Ausstellung „Berlin geht Baden“. Sie werden am Ufer der Spree gelöst. Gemeinsam könnt ihr eine eigene Wassergeheimschrift erfinden, damit Briefchen schreiben und in selbst gefalteten Booten auf die Wasserreise schicken. Anmeldungen unter (030) 24002-159. Eintritt 5,00 Euro/Geschwisterkarte 8,00 Euro (für 2 Geschwister). Die einzelnen Angebote sind auch für Kindergruppen oder als Familienveranstaltung buchbar.

26.09.2007 | 18 Uhr
VOR ORT FÜHRUNG: Stadtbad Mitte – das Stadtbad Mitte wurde 1929 im Stil der neuen Sachlichkeit erbaut und wurde seinerzeit als größte überdachte Schwimmbahn eröffnet, es galt als modernstes Bad Europas. Noch heute ist es mit seiner ersten freitragenden, voll verglasten Schwimmhalle berühmt und mitseiner Innenausstattung, Glasmalereien und Bronzeskulpturen, ein Kleinod Berliner Architektur. 1985 musste es aus baulichen Gründen geschlossen werden. Die umfassenden Rekonstruktionsarbeiten zogen sich bis 1993 hin. Treffpunkt: Haupteingang des Stadtbades Mitte, Gartenstr. 5

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