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Berlinale 2017: "Mit Vielfalt gegen die Einfalt"

Es ist wieder soweit: Noch bis zum 19. Februar steht in Berlin das Kino im Mittelpunkt. Denn die Berlinale, eines der größten und wichtigsten Filmfestspiele der Welt, hat begonnen. Knapp 400 Filme wird es zu sehen geben, 18 davon wetteifern um die begehrten "Bären". Unterschwelliges Thema vieler Beiträge: Humor und Hoffnung trotz schwerer Zeiten.

Berlinaleplakat 2017
Berlinale 2017
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin gehören neben den Festivals von Cannes und Venedig zu den Top Drei der großen Filmfestspiele. Sie gilt unter diesen als das Festival, das am stärksten politische und gesellschaftliche Strömungen widerspiegelt. So auch in diesem Jahr: Als Kommentar und Ansage zum Programm verlas Festivalchef Dieter Kosslick bei der Vorstellung des diesjährigen Programms Verse von Wolf Biermann: " Du, lass dich nicht verbittern / in dieser bitteren Zeit.."

"Es ist trotz allen Unmuts, den es in der Welt gibt, ein versöhnliches Programm, auch ein lebensbejahendes Programm", charakterisierte Kosslick das Spektrum der auf der Berlinale präsentierten Filme. In vielen Beiträgen geht es durchaus um Probleme, auch Flüchtlingskrise und Politik kommen vor. Aber der Schwerpunkt liegt auf den Auswegen, auf Hoffnung und Spaß trotz Krisen, wie der Festivalleiter betont. Im Wettbewerb um die goldenen und silbernen Bären sind in diesem Jahr 18 Filme, darunter auch drei deutsche Beiträge.

Filmszene aus Django
Der Eröffnungsfilm der Berlinale erzählt aus dem bewegten Leben des Jazz-Gitarristen Django Reinhardt in "Django".
"Mit Vielfalt gegen die Einfalt"

Einige Filme scheinen die aktuelle Entwicklung geradezu vorweg zu nehmen: So spielt ein Dokumentarfilm in der Wüste zwischen Mexiko und den USA – genau dort, wo US-Präsident Donald Trump seine Mauer bauen will. Zu diesem kommentierte Festivalleiter Kosslick nur: "Wir müssen über diesen Herren bis zum nächsten Amtsenthebungsverfahren wirklich nicht reden."  Die Berlinale wolle "mit Vielfalt gegen die Einfalt" vorgehen.

Auffallend ist die große Zahl der Dokumentarfilme – immerhin 92 sind es diesmal. Passend vergibt die Berlinale 2017 erstmals einen eigenen, mit 50.000 Euro dotierten Dokumentarfilmpreis.  In diesem Jahr gibt es zudem einige geschichtliche Filme, darunter der Beitrag "Der junge Marx", sowie einige Künstlerbiografien, darunter der Eröffnungsfilm "Django" über den Jazz-Gitarristen und Komponisten Django Reinhardt. Der französische Film erzählt aus dem Leben des Musikers und seiner Flucht aus dem von Deutschland besetzten Paris 1943.

Den Goldenen Ehrenbär für ihr Lebenswerk bekommt in diesem Jahr die italienische Kostümbildnerin Milena Canonero. Sie hat für ihre herausragenden Leistungen im Bereich Kostümbild bereits viermal den Oscar bekommen. Unter den von ihr gestalteten Filmen sind "A Clockwork Orange" und "The Shining" von Stanley Kubrick, "Out of Africa" von Sydney Pollack sowie im Jahr 2014 "The Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson.

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NPO, 09.02.2017
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