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Besuch am Jupiter: Raumsonde Juno erreicht den Gasriesen

Der Juli steht im Zeichen des Jupiter: In der Nacht vom 4. zum 5. Juli 2016 erreicht die NASA-Raumsonde Juno den größten Planeten unseres Sonnensystems – nach knapp fünf Jahren Reisezeit. Damit bekommt der rätselhafte Gigant nach langer Zeit endlich wieder Besuch. Die Sonde soll helfen, die vielen Geheimnisse zu lüften, die der Jupiter noch immer birgt.

NASA-Raumsonde Juno im Anflug auf den Jupiter
Die NASA-Raumsonde Juno erreicht am 4. Juli 2016 den Gasriesen Jupiter.
Der Jupiter ist der unumstrittene König des Sonnensystems. Kein anderer Planet erreicht auch nur annähernd die Größe und Masse dieses Gasriesen, keiner dreht sich so schnell oder erzeugt so gewaltige Stürme. Erst seine Präsenz machte das Sonnensystem zu dem, was es heute ist. Schon unsere Vorfahren haben den Jupiter am Himmel beobachtet. Denn er ist mit bloßem Auge sichtbar und leuchtet dabei heller als die meisten Sterne. Zurzeit können wir den Gasplaneten als leuchtenden Lichtpunkt am Abendhimmel über dem Westhorizont stehen sehen.

Erster Besuch nach rund 20 Jahren

Doch so prominent der Jupiter am Himmel ist, so rätselhaft ist er noch immer. Obwohl die NASA-Raumsonde Galileo ab 1995 mehrere Jahre lang Bilder und Daten vom Gasriesen und seinen Monden zur Erde schickte, ließen diese viele Fragen offen. Woher nimmt der so weit von der Sonne entfernte Planet beispielsweise seine Wärme? Was treibt die Stürme in seiner Atmosphäre an? Besitzt er überhaupt einen festen Kern im Zentrum? Und wie erzeugt der Gasriese sein enormes Magnetfeld?

All dies soll nun die NASA-Raumsonde Juno klären. Ihr Name ist dabei Programm: In der römischen Mythologie war Juno die Gemahlin des Jupiter und der Sage nach die einzige, die den Nebel durchschauen konnte, mit dem sich Jupiter gerne bei seinen Seitensprüngen und Streichen verhüllte. Um daran zu erinnern, hat die Raumsonde Juno drei winzige Lego-Figuren mit an Bord: eine vom Göttervater Jupiter, eine von Juno und eine vom Astronomen Galileo Galilei, der die vier großen Monde entdeckte.

Lego-Figuren
Die Raumsonde Juno hat drei Lego-Figuren mit an Bord: vom Göttervater Jupiter, seiner Frau Juno und dem Astronomen Galileo Galilei.
Die Aufgaben: Atmosphäre, Kern und Magnetfeld

Während ihres mindestens eineinhalb Jahre dauernden Besuchs am Jupiter soll die Raumsonde die Zusammensetzung und Struktur der Atmosphäre bis tief unterhalb der Wolkendecke bestimmen, den inneren Aufbau des Gasplaneten durchleuchten und sein Magnetfeld untersuchen. Ihre Daten könnten so das Wissen über die größte und stärkste Magnetosphäre unseres Sonnensystems erweitern.

Als wissenschaftliche Nutzlast trägt Juno ein Mikrowellen-Radiometer, mit dem sie Bewegungen und Struktur der Gase in der Jupiteratmosphäre kartieren kann. Auch die dort vorkommenden Elemente und Moleküle kann dieses Gerät bestimmen. Mit einem UV- und Infrarot-Spektrograph analysiert sie die obere Atmosphäre. Um das Magnetfeld und die Polarlichter des Jupiter zu untersuchen, nutzt Juno ein Magnetometer, spezielle Teilchendetektoren und eine Thermokamera. Natürlich ist auch eine normale Kamera mit an Bord, die faszinierende Nahaufnahmen der Jupiterwolken und -stürme liefern wird.

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NPO, 04.07.2016
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