Frankreich ist bekannt für gute Mode, gute Küche und schöne Künste. Darüber hinaus wird dieses Land aber auch in vielen technischen Bereichen als Vorreiter und Zugpferd geschätzt.
Paris spielt eine zentrale Rolle
Signifikant ist die Dominanz der Hauptstadt Paris, in deren Umkreis mehr als zehn Millionen Menschen leben. Hier ist Frankreichs geistiges, wirtschaftliches und politisches Zentrum. Dieser Zentralismus ist auch in der gesellschaftlichen Ordnung zu spüren, und in wenigen Ländern ist das Hierarchiebewusstsein noch so ausgeprägt wie in Frankreich. Die Bedeutung einer Person wird nicht am Auto gemessen, was hier auch oft zu Fehlschlüssen führen würde, sondern an der beruflichen Position. Die Kompetenzen in der Arbeitswelt sind in Frankreich strikt geregelt. Dies beginnt bereits mit der Universität, an der man den Abschluss gemacht hat. Der Gehaltsunterschied zwischen Absolventen der Grand Ecoles (wie HEC in Paris) und anderer Universitäten beträgt in der Regel bis zu 30 Prozent. Wer sich das Potenzial für eine Top-Management-Position erwerben möchte, kommt um eine Ausbildung an einer dieser Universitäten nicht herum.
Anschreiben
In Frankreich gibt es einen großen Unterschied zwischen einem Anschreiben für eine Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle (lettre de présentation) und einer Initiativbewerbung bzw. Kurzbewerbung (la candidature spontanée).
Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle
Für eine ausgeschriebene Stelle bewerben Sie sich am besten handschriftlich. Weisen Sie in Ihrem Anschreiben auf den Curriculum Vitae (Lebenslauf) hin.
Die Absätze im Detail:
- Warum schreiben Sie, auf welche Anzeige nehmen Sie Bezug?
- Was sind Ihre besonderen Qualifikationen, warum sind gerade Sie für die ausgeschriebene Stelle besonders geeignet?
- Weisen Sie auf Ihren beigefügten Curriculum Vitae hin. Betonen Sie auch Ihr großes Interesse an einem persönlichen Gespräch.
Initiativbewerbung
Eine Initiativbewerbung wird im Gegensatz dazu mit der Maschine geschrieben. Darüber hinaus halten Sie sich hier eher kurz und verzichten auf das Beilegen eines Curriculum Vitae. Während solche Kurzbewerbungen im deutschsprachigen Raum weniger ideal dazu (oberflächlich) sind, ist dies in Frankreich eine durchaus gängige Bewerbungspraxis.
Besonders wichtig für Frankreich ist eine betont freundliche Schlussformulierung. Was für Außenstehende (Ausländer) sehr altmodisch und untergeben klingt, ist in Frankreich eine Konvention, deren Einhaltung für viele traditionsgeprägte Personalverantwortliche elementar ist.
Foto
Wie in England gilt auch hier, ein Foto nur auf Verlangen des Unternehmens zuzusenden.
Lebenslauf
Zwischen deutschem und französischem Lebenslauf kann man am besten anhand des Aufbaus unterscheiden. Im Gegensatz zum deutschen Lebenslauf werden Sprachen zentraler behandelt.
Der grundsätzliche Aufbau sieht folgendermaßen aus:
- Fiche d'identité
- Formation
- Langues
- Experience
- Divers
Fiche d'identité
Die Beschränkungen des angloamerikanischen Raumes (Anti-Diskriminierungsrichtlinien) kommen hier nicht zum Tragen. Sie können also Ihren Familienstand, Religion und Alter angeben. Hinzu kommen die üblichen Daten wie Name, Adresse und Telefon.
Formation
Hier geben Sie Ihren Ausbildungsweg an. Normalerweise wird die chronologische Auflistung verwendet (erste Ausbildung ganz oben). Nennen Sie zuerst Ihren Schulabschluss und dann Ausbildung, möglichst genau bezeichnet, sowie den Ort der Ausbildung.
Langues
Früher als bei anderen Ländern sollten hier Ihre Sprachkenntnisse aufgelistet werden. Die Begriffe sollten dabei folgendermaßen verwendet werden:
- fließend: courant
- lesen, sprechen, schreiben: lu, parlé, écrit
- lesen, schreiben: lu, écrit
- nur passive Kenntnisse: lu
Experience
Das Kapitel über Ihre Berufserfahrung ist am wesentlichsten. Daher sollten Sie hier ins Detail gehen und Ihre Qualifikationen hervorheben. Wichtig: Sie sollten dabei so präzise wie möglich sein. Durch Korrektheit und Detailtreue können sie hier punkten. Die Angaben bei Ihrer Arbeitserfahrung können Sie chronologisch oder umgekehrt chronologisch machen.
Divers
Wie im Deutschen können Sie unter "Sonstige Interessen" alles einbringen, was Sie interessiert und mit dem Sie ihre Freizeit verbringen. Dazu zählen beispielsweise Sportarten oder Vereinstätigkeiten, aber auch andere Hobbies. Schweifen Sie jedoch nicht zu sehr aus.
Empfehlungsschreiben
In Frankreich ist die Rolle von Empfehlungsschreiben und Kontakten noch besonders hoch. Achten Sie deshalb darauf, “gute“ Namen auf der Empfehlungsliste zu haben.
Zeugnisse
Sollten Arbeitszeugnisse in französischer Sprache verlangt werden, kann es nicht schaden, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eines sollten Sie jedoch nicht vergessen: Übersetzungen sind arbeitsintensiv und diese Arbeit will bezahlt sein. Übersetzer berechnen ihr Honorar nach Zeilen. Der Preis kann erheblich schwanken. Sie sollten sich also vorab gut informieren und im Branchenbuch einige Büros ausfindig machen, um aus den verschiedenen Angeboten das Richtige wählen zu können. Zum Teil werden auch im europäischen Ausland beglaubigte Zeugnisse verlangt. Klären Sie also auch, ob das von Ihnen gewählte Büro Beglaubigungen ausstellen darf. Denn nur gerichtlich "beeidigte" Übersetzer dürfen übersetzte Urkunden auch beglaubigen.









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