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Burnout: Warum Pendeln das Risiko für Stresserkrankungen erhöhen kann

Ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto: Kilometerweites Pendeln gehört für viele Deutsche zum Alltag. Die langen Fahrten zum Arbeitsort kosten die Pendler einiges an Nerven. Schon das Gefühl, Zeit zu vergeuden, nagt an vielen, ganz zu schweigen von Ärgernissen wie verspäteten Bahnen, Staus und Co. Dieser Dauerstress aber kann Folgen haben, wie sich jetzt herausstellte: Pendler sind besonders stark vom Burnout gefährdet.

Schnellstraße mit hohem Verkekrsaufkommen bzw. Stau
Hohe Verkehrsdichte und viele Staus sind nicht nur in Deutschland das tägliche Brot vieler Pendler.

In Deutschland sind über acht Millionen Beschäftigte jeden Tag länger als eine Stunde lang zwischen Wohnung und Arbeitsplatz unterwegs. Hinzu kommen etwa eine Million Wochenendpendler. Und die Tendenz ist steigend. Durch knappe Arbeitsplätze zur Mobilität gezwungen, nehmen Pendler immer längere Strecken in Kauf. 2004 betrug die Distanz zwischen Haustür und Büro im Schnitt noch weniger als 15 Kilometer. Letztes Jahr waren es bereits 17 Kilometer.

Egal, ob die Pendler mit dem eigenen Auto oder Bus und Bahn unterwegs sind: Es ist nicht verwunderlich, dass die tägliche Reise Stress verursacht. Pendler bekommen weniger Schlaf, haben weniger Freizeitaktivitäten, treiben nicht so viel Sport und können sich weniger erholen. Eine kanadische Studie hat jetzt festgestellt, dass auch ein größeres Risiko für Burnout besteht.

Ab 20 Minuten steigt das Risiko

Annie Barreck von der Université de Montréal analysierte für ihre Studie das Pendelverhalten von 1.942 Berufstätigen in der kanadischen Provinz Quebec. Sie untersuchte, ob Faktoren wie die Streckenlänge und Zeitdauer des Arbeitsweges, sowie die benutzten Verkehrsmittel sich auf die Wahrscheinlichkeit für  das Auftreten von drei Hauptsymptomen für Burnout auswirkten:  emotionale Erschöpfung, Zynismus, nachlassende Leistungsfähigkeit.

Und tatsächlich: Die Forscherin stieß auf signifikante Zusammenhänge zwischen dem Pendelverhalten und der Häufigkeit von Burnout-Symptomen. So spielt beispielsweise  die Länge des Arbeitsweges eine Rolle: Das Risiko für Burnout-Symptome nimmt deutlich zu, wenn die Fahrt zum Büro länger als 20 Minuten dauert. Ab 35 Minuten steigt das Risiko für eine zynische Einstellung zur Arbeit.  „Es gibt eine Korrelation zwischen pendelbezogenen Stressfaktoren und der Wahrscheinlichkeit, ein Burnout zu erleiden“, erklärt Barreck. „Wie stark diese ist, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Sie variiert nach Persönlichkeit, Reisebedingungen, und Arbeitsplatz.“

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