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wissen.de Artikel

Das ABC der Drogen

Zwischen Euphorie und Wahnvorstellung

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Einleitung

Drogen werden in legale (frei verkäufliche oder vom Arzt verschreibbare) und illegale (nur auf dem Schwarzmarkt erhältliche und per Betäubungsmittelgesetz verbotene) eingeteilt. Die legalen Drogen sind Alkohol, Lösungsmittel, Medikamente, Nikotin und die Substitutionsmittel für Heroinsüchtige (z.B. Methadon), sofern sie vom Arzt verschrieben werden. Diese Einteilung sagt nicht nur etwas über die Verfügbarkeit und Kosten, sondern auch etwas über ihre mengenmäßige Verbreitung aus - zahlenmäßig überwiegen die legalen Drogen bei weitem.
Über diese Einteilung hinaus gibt es eine rechtliche Grauzone bei den Designerdrogen, die nicht so heißen, weil schicke Trendsetter sie schlucken, sondern weil sie von findigen Köpfen in Chemielabors, z.B. in den Niederlanden, in immer neuen Kombinationen hergestellt werden. Solange eine solche neue Substanz noch nicht offiziell verboten wurde, darf sie also theoretisch ge- und verkauft und konsumiert werden, selbst wenn sie vielleicht tödlich ist. Die hier vorgestellten Designerdrogen sind jedoch alle illegal.

Die genannten Drogen sind nicht alle im gleichen Maß gesundheitsgefährdend, sie sind es aber alle!

Alkohol

Flüssigkeit pflanzlichen Ursprungs, entstanden aus Gärung oder Destillation von Früchten oder Getreide.

Wirkung

In geringen Mengen ein leichtes Rauschmittel; hebt die Stimmung (euphorisiert), kann aber auch reizbar machen, setzt Reaktionsvermögen und Hemmungen herab. Erzeugt über längeren Zeitraum psychische und körperliche Abhängigkeit.

Gefahren

Unfallgefahr, Nachlassen von Konzentrations- und Denkvermögen, Kontrollverlust über Sprache und Bewegungen; Schäden am Nervensystem und an inneren Organen (Leber), vorzeitiges Altern, Abbau von Gehirnzellen, Wahnvorstellungen, Delirium.
Warnung vor gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten!

Cannabis-Produkte

Getrocknete und gepresste Teile der Hanf-Pflanze, Haschisch (Shit) kommt aus dem Harz, Marihuana (Gras) aus den Blüten, Blättern und Stängeln. Wird wie Tabak geraucht oder ins Essen gemischt. Charakteristischer süßlicher Heugeruch.

Wirkung

Je nach Dosis leichte Sinnestäuschungen und Bewusstseinsveränderungen, verändertes Raumgefühl, gehobene Stimmung und Wohlgefühl oder eher Dämpfung; Unruhe, bis hin zu Angst und Panikgefühl. Erzeugt über längeren Zeitraum psychische Abhängigkeit.

Gefahren

Unfallgefahr, Verwirrtheit, Nachlassen von Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, Antriebslosigkeit, Depressionen, erhöhtes Krebsrisiko, selten: anhaltende psychische Veränderungen.

Crack

Dies ist Kokain, das mit Ammonium oder Soda so behandelt wurde, dass es (meist in Pfeifen) geraucht werden kann. Beim Erwärmen hört man ein Knistern (engl. "crackling"), daher der Name. Weitere Beimischungen oder die Kombination mit Cannabis oder Designerdrogen sind möglich. Bisher war Crack vor allem in den USA verbreitet und dort sehr "populär".

Wirkung

Wie beim Kokain stark anregend, jedoch noch intensiveres Erlebnis, da mit dem Rauchen offenbar größere Mengen des Wirkstoffes aufgenommen werden; mit sehr plötzlich beginnendem Rausch und ebenso schnellem Wegfall dieser Euphorie nach 5 bis 10 Minuten; rasche Abhängigkeitsentwicklung auf der Suche nach diesem Hochgefühl, das unter Umständen aber mit längerfristigem Konsum immer mehr verblasst; ständige Dosissteigerung.

Gefahren

Akut können Herz-Kreislaufversagen, Atemlähmung, Krampfanfälle oder Koma eintreten aufgrund der plötzlichen und intensiven Wirkung; langfristig kommt es zu körperlicher Abmagerung, Depressionen, erheblichen Schlafstörungen und Wahnvorstellungen, Paranoia, Persönlichkeitsveränderungen.

Designerdrogen

Wir fassen hier alle synthetisch hergestellte Substanzen zusammen, bei deren Gewinnung mit verschiedenen chemischen Elementen experimentiert wird. Außer dem Hersteller weiß also niemand genau, was drin ist! Werden bevorzugt in Tablettenform gepresst, können auch geschnupft oder gespritzt werden.
Die bekanntesten synthetischen Drogen sind Amphetamin-Derivate und Methamphetamine (Crank, Ice, Crystal), Phencyclidine (PCP), Fentanyle (China White, Persian White), Ecstasy (XTC), Tryptamine (Happy Pill), Prodine.
Ecstasy ist eine typische Partydroge, die situationsgebunden am Wochenende/beim Discobesuch konsumiert wird. Die Hemmschwelle ist gering, da die Pillen wie Smarties eingeworfen werden können.
Amphetamine wurden schon vor über 100 Jahren entdeckt und zunächst als Appetitzügler eingesetzt. Auch heute enthalten einige Appetitzügler und andere Medikamente Amphetamine, ebenso verschiedene Mischungen mit Kokain, Heroin (Speed Ball), Barbituraten und LSD (Speed).

Wirkung

Sehr unterschiedlich und auch für den Benutzer schwer einzuschätzen; von euphorisierend bis dämpfend, zunächst leistungssteigernd; Amphetamine stark aufputschend und euphorisierend; Sinnestäuschungen, intensive Halluzinationen, können später zu Wahnvorstellungen bis hin zu paranoiden Psychosen führen; bei Tryptaminen starke visuelle Täuschungen und Selbstüberschätzung.
Erzeugen je nach Ausgangsstoff hohe psychische Abhängigkeit, körperliche Abhängigkeit ist nicht auszuschließen.

Gefahren

Unfallgefahr, Wahnvorstellungen, Erbrechen und Brechreiz, Kopfschmerzen, Koordinationsstörungen, Überwachheit und Schlaflosigkeit oder auch tagelanges Schlafkoma; akute Vergiftungserscheinungen, vor allem durch unbekannte Beimengungen (in Ecstasy-Pillen wurde z.B. Strychnin gefunden) mit allen Symptomen bis hin zu Leberversagen, Hirntod und Herz-Kreislaufversagen; bei Ecstasy Gefahr durch erhöhten Blutdruck und erhöhte Körpertemperatur bis hin zum Hitzschlag; bei PCP Gefühl der Isolation, Aggression und Selbstmordgefahr, Horrortrips auch nach dem Absetzen; bei Fentanylen Todesgefahr durch Atemlähmung; bei Prodinen Parkinson-Syndrom möglich.
Warnung vor gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten!

Halluzinogene

Die Herstellungsart ist unterschiedlich. LSD wird synthetisch hergestellt, Mescalin, Psilocybin und Ololiuquin sind pflanzlichen Ursprungs. DOM und STP sind Mischungen aus Mescalin und Amphetamin (siehe Designerdrogen). Als in Flüssigkeit lösliche Substanzen auf dem Markt, die z.B. auf Zucker oder Tabletten geträufelt werden.

Wirkung

Gesteigerte Einbildungskraft, optische und akustische Halluzinationen, Töne werden z.B. als Farben wahrgenommen, intensivierte Gefühle, Bewusstseinsveränderungen, bis hin zu Panik- und Horrorvorstellungen. Es entsteht psychische Abhängigkeit.

Gefahren

Unfallgefahr, Kreislaufkollaps, Atemlähmung; bei LSD große Selbstgefährdung durch erhöhte Risikobereitschaft und Fehleinschätzungen, z.B. dass man fliegen könne; latente Psychosen können zum Ausbruch kommen, "flashbacks" können noch lange Zeit nach dem Konsum Panikattacken auslösen.

Kokain

Das "weiße Pulver" unzähliger Fernsehkrimis, hergestellt aus den Blättern des Kokastrauches. Es wird geschnupft, seltener gespritzt.

Wirkung

Sehr rasch eintretende Wirkung auf das zentrale Nervensystem, stark aufputschend und euphorisierend, verstärkter Rede- und Bewegungsdrang, intensiviertes Gefühlsleben, Verlangen nach Sex, Selbstüberschätzung; dieses "Hoch" wird von Phasen starker Depressionen abgelöst, in denen man sich wie zerschlagen fühlt. Bereits nach kurzer Zeit psychische Abhängigkeit durch die "Durchhänger"-Phasen, die durch erneuten Konsum überwunden werden sollen, schnelle Toleranzentwicklung, d.h. die Dosis muss ständig erhöht werden.

Gefahren

Allmähliche Zerstörung der Nasenschleimhaut durch das Schnupfen; Appetitmangel und Abmagerung; nach längerer Einnahme auch Verfolgungswahn und Halluzinationen, Kurzschlusshandlungen, Veränderung der Persönlichkeit; Atemstörungen, Herz-Kreislaufüberlastung, bei Überdosis Todesgefahr; Abrutschen in die Beschaffungskriminalität durch die hohen Kosten.
Besonderes Risiko: gleichzeitiger Konsum von Alkohol kann lebensgefährliche Auswirkungen haben!

Lösungsmittel

Lösungsmittel setzen giftige Dämpfe frei. Sie sind in verschiedenen chemischen Zusammensetzungen in Klebstoffen, Farben und Lacken, Reinigungsmitteln und Sprays auf dem Markt. Sie werden "geschnüffelt", also inhaliert.

Wirkung

Zunächst Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen, dann veränderte Wahrnehmung von Farben und Tönen, Sinnestäuschungen, Gefühl von Schwerelosigkeit; schließlich erhöhtes Schlafbedürfnis. Der Rausch hält nur kurz an. Erzeugt psychische Abhängigkeit.

Gefahren

Bewusstlosigkeit, Koordinationsstörungen, Todesgefahr durch Atemlähmung; spastische Lähmungen, Verätzungen der Atemwege; Abbau von Gehirnzellen bis hin zur Verblödung.

Medikamente mit Suchtpotential

Psychisch wirksame Medikamente mit einem so genannten Sucht- oder Abhängigkeitspotential sind:

  • Schlafmittel (Barbiturate) und Beruhigungsmittel (Sedativa), Angstlöser sowie Tranquilizer, insbesondere mit dem Wirkstoff Benzodiapezin
  • Schmerzmittel (Analgetika), auch Migränemittel, teilweise frei verkäuflich, besonders gefährlich sind Mischpräparate mit Aspirin oder Paracetamol und Coffein, Codein oder anderen Substanzen
  • Aufputschmittel, dazu gehören auch einige Grippemittel, Appetitzügler (und Psychostimulantien (Weckamine), insbesondere jene, die Amphetamine enthalten (siehe dazu Designerdrogen)

Wirkung

Je nach chemischer Zusammensetzung angst- und krampflösend, dämpfend, beruhigend, entspannend oder anregend und aufputschend; bei längerem Gebrauch häufig Umkehreffekt durch Entzugserscheinungen nach Absetzen des Medikaments, die stärker als die ursprünglichen Beschwerden sind. Erzeugen starke psychische Abhängigkeit, bei Barbituraten auch körperliche.

Gefahren

Unfallgefahr, Bewusstseinstrübung, Koordinationsstörungen, Vergiftungsgefahr bei allen durch Überdosierung; Nierenschäden, Herz-Kreislaufversagen; bei Aufputschmitteln erhöhter Blutruck, Wahnvorstellungen, Depressionen bis hin zu Selbstmordgefahr.
Warnung vor Mischkonsum und gleichzeitigem Konsum von Alkohol und anderen Drogen!

Nikotin

Nikotin ist ein in der Tabakpflanze und im Tabakrauch (!) enthaltenes starkes Gift. Es ist der Hauptwirkstoff des Tabaks, aber nicht der einzige, daher ist der fachliche Oberbegriff "Tabakabhängigkeit". Getrockneter und zerkleinerter Tabak wird geraucht, geschnupft oder gekaut.

Wirkung

Vor der Gewöhnung Übelkeit und Schwindel, dann entspannend, beruhigend oder auch leicht anregend, Appetit dämpfend, konzentrationssteigernd. Erzeugt psychische und körperliche Abhängigkeit.

Gefahren

Verengung der Blutgefäße (Arteriosklerose) mit Gefahr des Herzinfarkts und schweren Durchblutungsstörungen an den Beinen, chronische Bronchitis und Zerstörung des Lungengewebes, deutlich erhöhtes Krebsrisiko.

Opiate

Aus dem Milchsaft der unreifen Schlafmohnkapseln werden Opium, Morphium und Heroin hergestellt. Morphium findet seit langem in der Medizin Anwendung als starkes Schmerzmittel. Das nur auf dem schwarzen Markt erhältliche Heroin wird nach der Verflüssigung gespritzt, seltener geschluckt oder inhaliert, Opium wird geraucht.

Wirkung

Anfänglich blitzartig einsetzendes enormes Hochgefühl, gesteigertes Selbstvertrauen, Ängste, Probleme und die Realität lösen sich in Nichts auf; beruhigend, schmerzstillend, einschläfernd, dann Toleranzbildung, die Dosis muss erhöht werden. Schon nach kurzer Zeit entsteht starke körperliche und psychische Abhängigkeit.

Gefahren

Unfallgefahr, Bewusstlosigkeit, Atemstörungen, Herzversagen, bei Überdosierung Todesgefahr; starke körperliche Entzugserscheinungen mit Erbrechen, Durchfall, Fieber und Schüttelfrost; auf lange Sicht Magen-, Darm- und Leberschäden, Abmagerung und körperlicher wie geistiger Verfall; Infektionen durch nichtsterile Spritzen; Beschaffungskriminalität wegen der hohen Kosten.

Buch-Tipps

Online bestellen:

Stoppard, Miriam. Alles über Drogen

Treeck, Bernhard van. Drogen- und Sucht-Lexikon

Gesa Gunturu
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