wissen.de
You voted 4. Total votes: 143
wissen.de Artikel

Das Lernen lernen – Eine Studie der OECD

Motivation, Selbstvertrauen und wirkungsvolle Lernstrategien haben großen Einfluss auf den Lernerfolg, zeigt ein OECD-Bericht vom Herbst 2003, der auf der PISA-Studie basiert.

Erfolgreiches Lernen hängt nicht nur von gutem Unterricht und guten Rahmenbedingungen ab, sondern auch davon, welche Einstellung Schüler zum Lernen haben. Dies besagt ein neuer Bericht der OECD, der auf der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) basiert. In 26 der inzwischen 43 Länder, die an PISA teilgenommen haben, wurden 15-Jährige nicht nur auf ihre Lesekompetenz und Kompetenzen im mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich getestet, sondern auch gefragt, ob und welche Strategien sie beim Lernen nutzen, wie hoch ihre Motivation und ihr Selbstvertrauen beim Wissenserwerb sind und ob sie eher kooperative oder wettbewerbsorientierte Lernformen bevorzugen.

Die Daten belegen, dass Schüler bessere schulische Leistungen erzielen, wenn sie motiviert sind, über effektive Lernstrategien verfügen und sich selber auch zutrauen, ihr Lernen zu steuern. Um solche Einstellungen und Techniken in Zukunft stärker zu fördern, müssen Schulen nicht nur Unterrichtsinhalte, sondern auch das "Wie des Lernens" vermitteln. Schüler brauchen reichhaltige Erfahrungen mit dem Lernen, um zu begreifen, wie sie am besten lernen, welche Methoden effektiv sind und wie sie Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen können. Erst wenn sie diese Lernkompetenz entwickelt haben, werden sie auch nach der Schulzeit selbständig weiterlernen und den Anforderungen des Berufslebens gewachsen sein.

Nach ihren eigenen Angaben zum Lernen lassen sich die Schüler vier verschiedenen Lernergruppen zuordnen. Die Gruppe der lernstärksten Schüler zeichnet sich sowohl durch häufigen Einsatz von effektiven Lerntechniken und -strategien aus als auch durch Einstellungen und Überzeugungen, die das Lernen fördern. Diese Schüler verwenden vorrangig Strategien, die auf das Verstehen und Durchdringen des Gelernten abzielen und die als Elaborations- und Kontrollstrategien bezeichnet werden. Außerdem trauen sich diese Schülerinnen und Schüler auch zu, schwierige Lernziele zu erreichen (Selbstwirksamkeit) und sind bereit, Anstrengung und Ausdauer in ihr eigenes Lernen zu investieren. Schüler aus dieser Gruppe der stärksten Lerner schneiden auf der PISA-Skala im Schnitt 63 Punkte oder rund eine Kompetenzstufe besser ab als die Schüler aus der Gruppe der "lernschwachen Schüler".

Dieser positive Zusammenhang zwischen den Lernmethoden, der Motivation und dem Selbstvertrauen der Schüler auf der einen, und der schulischen Leistung der Schüler auf der anderen Seite findet sich in allen an der Studie beteiligten Ländern. Ein weiteres gemeinsames Merkmal aller Länder ist jedoch auch, dass es an allen Schulen eine Reihe von Schülern gibt, deren Lernzugänge als verbesserungswürdig zu bezeichnen sind: Diese Schüler weisen ein geringes Selbstvertrauen auf, sind kaum motiviert und verfügen über wenig effektive Lernstrategien. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass gerade diese Gruppe der lernschwachen Schüler besonders stark davon profitieren würde, wenn ihnen die Schule Hilfestellung beim selbstgesteuerten Lernen geben würde. Denn die Leistungszuwächse zwischen der Gruppe von Lernern, die sehr selten Gebrauch von Kontrollstrategien macht und der Gruppe von Lernern, die diese regulativen Strategien wenigstens manchmal anwenden, sind besonders hoch.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
Quelle: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
You voted 4. Total votes: 143