Der Test

Die Urteile sind selbstverständlich subjektiv. Denn auch für Mineralwasser gilt: alles Geschmackssache. Dennoch soll Ihnen unser Test Lust machen, die feinen Unterschiede einmal selbst zu entdecken. Denn jedes Mineralwasser hat seinen eigenen Charakter.
Kohlensäurehaltige Mineralwasser
1. Brandenburger Mineralwasser, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 60,9
Magnesium: 6,5
Natrium: 4,5
Sulfat: 32
Hydrogencarbonat: 204
Chlorid: 8,5
Kalium:0,6
Fluorid: 0,16
Kieselsäure: 23,1
Quellort: Baruth, Mark Brandenburg
Aldis "Brandenburger” enthält relativ viel Kohlensäure. Im Mund zeigt das Mineralwasser sein einnehmendes Wesen: Es schäumt und wabert, kribbelt und kitzelt. Im Geschmack hat es eine säuerliche Note. Ein zwar preisgünstiges aber leider auch grobes Mineralwasser - für genügsame Trinker.
2. Chateldon, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 383
Magnesium: 49
Natrium: 240
Sulfat: 20
Hydrogencarbonat: 2075
Chlorid: 7
Kalium: 35
Fluorid: 2
Quellort: Chateldon, Frankreich
Dieses exklusive und mit rund 2 Euro pro Flasche entsprechend kostspielige Mineralwasser ist das erste abgefüllte Mineralwasser überhaupt. Es wurde bereits 1650 am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. getrunken. Der Brunnen in Chateldon bringt ein weiches Wasser hervor, das tatsächlich außerordentlich ist: mit einer leichten Süße und einem Hauch Melisse umschmeichelt es die Zunge und den Gaumen vom ersten Moment an. Hinzu kommt Metallisches und eine Spur Salz. In die komplexe Struktur ist die Kohlensäure fein eingebunden. Ein rundes, ein großartiges Wasser!
3. Perrier, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 147,3
Magnesium: 3,4
Natrium: 9
Sulfat: 33
Hydrogencarbonat: 390
Chlorid: 21,5
Quellort: Perrier, Frankreich
Perrier ist in Frankreich ein Mythos - und auch in Deutschland war es in den 80er Jahren das Mineralwasser. Dass sich die Zeiten geändert haben, zeigt die Geschmacksprobe. Sie fällt enttäuschend aus. Wirkt das Wasser im Glas zunächst feinperlig, zeigt es im Mund sein wahres Gesicht. Das Prickeln sticht auf der Zungenspitze und die salzigen Elemente sind zu aufdringlich. Diesem harten Wasser fehlen Frische und feine Nuancen. Womöglich war hier die Erwartungshaltung zu groß. Alles in allem: nicht überzeugend.
4. San Pellegrino, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 201
Magnesium: 59,1
Natrium: 42,3
Sulfat: 528
Hydrogencarbonat: 232
Chlorid: 67,4
Quellort: San Pellegrino Terme Bergamo, italienische Alpen
Das Wasser aus der seit 1899 bestehende Therme in Bergamo umgibt seit jeher ein Hauch von Luxus. Viele gute Restaurants führen es auf der Speisekarte. Zu Recht. Das Wasser hat eine kaum spürbare feine Säure und eine hauchdünne Spur von etwas Erdigem. Im Geschmack ist nichts Salziges. Obwohl es aus einer Therme stammt, entstehen beim Genuss vor dem geistigen Auge Bilder von einer Quelle in dunklen Wäldern. Das Prickeln der Kohlensäure ist als gerade noch fein zu beschreiben. Ein durch und durch elegantes Wasser mit einem schlanken Körper.
Kohlensäurearme Mineralwasser
1. Apollinaris Medium, natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 10
Magnesium: 13
Natrium: 41
Kalium: 20
Sulfat: 8
Hydrogencarbonat: 1810
Chlorid: 10
Quellort: Bad Neuenahr-Ahrweiler
Die Medium-Variante aus dem Haus Apollinaris besticht durch eine feine Struktur. Die Kohlensäureperlen sind weder zu groß noch zu klein und im Geschmack liegt ein angenehmer Hauch von Stein und Mineralien. Durch seine ansonsten zurückhaltende Art ist dieses weiche Wasser ein wunderbarer Begleiter zu allen Weinen. Hervorragend!
2. Fürst Bismarck Premium, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 61,9
Magnesium: 4,1
Natrium: 10
Sulfat: 17
Hydrogencarbonat: 193
Chlorid: 14,9
Quellort: Aumühle/Sachsenwald
Fürst Bismarck Premium ist ein feinperliges Wasser mit einer angenehmen leichten Säure. Das salzige Moment dominiert. Die komplexe Struktur wird ergänzt durch eine metallische Nuance. Ein feines Wasser, das sich auch zum Mischen mit Säften wunderbar eignet.
3. Gerolsteiner stille Quelle, natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 348
Magnesium: 108
Natrium: 118
Kalium: 11
Sulfat: 38
Hydrogencarbonat: 1816
Chlorid: 40
Quellort: Gerolstein
Die "stille Quelle” von Gerolsteiner ist ein sehr lebendiges, grobperliges Wasser. Für ein "Medium” hat es erstaunlich viel Kohlensäure. Es schmeckt leicht salzig und mineralisch mit einer Spur von Säure. Eine insgesamt gute Struktur. Bei der frisch geöffneten Flasche überdeckt lediglich das prickelnde Kitzeln die subtileren Geschmacksnuancen. Ein gutes Wasser.
Stille Mineralwasser
1. Apollinaris Silence, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 45
Magnesium: 50
Natrium: 107
Kalium: 7
Sulfat: 16
Hydrogencarbonat: 656
Chlorid: 17
Quellort: Bad Neuenahr-Ahrweiler
Ob Apollinaris tatsächlich "The Queen of Table Waters” ist, mag jeder für sich entscheiden. In jedem Fall hat dieses Mineralwasser Format. Obgleich es ein stilles Wasser ist, findet sich eine zart prickelnde Note. Insgesamt wirkt es schlank, kaum metallisch, nur leicht mineralisch. Hält seinen guten Geschmack auch bei geöffneter Flasche für einige Tage. Ein verlässlicher Begleiter zu gutem Essen und Wein.
2. Contrex, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 486
Magnesium: 84
Natrium: 9,1
Sulfat: 1187
Hydrogencarbonat: 403
Chlorid: 10
Quellort: französische Vogesen
Das Bemerkenswerte an diesem Mineralwasser aus den französischen Vogesen ist seine klitzekleine angenehme Süße. Es hat zudem eine gewisse Härte und erinnert an gutes Brunnenwasser. Ein "idealer Partner für Schwangerschaft und Stillzeit” soll es sein. Unter den stillen Mineralwassersorten in jedem Fall ein auffallender Durstlöscher.
3. Evian, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 78
Magnesium: 24
Natrium: 5
Kalium: 1
Sulfat: 10
Hydrogencarbonat: 357
Chlorid: 4,5
Nitrat: 3,8
Quellort: Evian, Frankreich
Evian ist einer der stillen Klassiker. Im Vergleich mit anderen bewirkt bei diesem Franzosen die Mineralstoffverteilung eine ausgewogene Struktur. Hier sticht nichts Salziges oder Metallisches hervor. Dadurch schmeckt es zwar ausgewogen, aber auch auf die Dauer etwas fade. Der Hauch Kohlensäure bringt immerhin etwas Pepp ins trübe Glas.
4. Gerolsteiner Excelsis, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 104
Magnesium: 38, 8
Natrium: 6,9
Kalium: 2,2
Sulfat: 26,4
Hydrogencarbonat: 478
Chlorid: 7,6
Quellort: Gerolstein
Beim Gerolsteiner fällt es besonders schwer, die Nuancen auszumachen. Im Geruch glaubt man, etwas Metallisches zu erkennen. Es wirkt sehr weich und zugleich geschmacksneutral. Durch den zurückhaltenden Charakter ist dieses Wasser ein guter Begleiter zu Speisen und Wein. Für sich genommen wirkt es dagegen nicht so vorzüglich wie es der Name "Excelsis” verspricht.
5. Volvic, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 11,5
Magnesium: 8
Natrium: 11,6
Kalium: 6,2
Sulfat: 8,1
Hydrogencarbonat: 71
Chlorid: 13,5
Quellort: Volvic, Auvergne, Frankreich
Bei Volvic hat man den Eindruck, das Wasser springt einen direkt aus dem Felsen heraus an. Es wirkt frisch, leicht steinig, trocken und mineralisch, mit einer metallischen Note. Die Frische am Anfang verblasst allerdings etwas im Abgang. Trotzdem: ein hervorragendes Wasser, das insbesondere sehr gut zu Rotwein passt.
6. Vittel, natürliches Mineralwasser
Mineralische Inhaltstoffe in mg/l:
Calcium: 91
Magnesium: 19,9
Natrium: 7,3
Sulfat: 105
Hydrogencarbonat: 258
Quellort: französische Vogesen
Dieses französische Wasser riecht wunderbar zart nach feuchter Erde und es schmeckt auch so, als käme es direkt aus dem Berg: erfrischend und weich. Es schmeckt wie Quellwasser schmecken muss. Dieses Wasser zeigt einen hervorragende Solo-Auftritt. Zu feinem Essen sehr zu empfehlen.









1 Kommentar