Der frühe Plan fürs späte Glück | wissen.de
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Der frühe Plan fürs späte Glück

Freie Unternehmer sind für sämtliche Risikoabsicherungen selbst verantwortlich – auch für die Altersvorsorge. Anders als Angestellte, die zwangsverpflichtet in die staatliche Rentenkasse einzahlen, besitzen Selbstständige die freie Auswahl, aus den verschiedenen Vorsorgemethoden die lukrativsten Anlagen auszuwählen. Grundsätzlich sollte jeder – egal ob selbstständig oder nicht – versuchen, seine Altersvorsorge auf verschiedene Beine zu stellen, also möglichst breit zu diversifizieren.

Die Kapitallebensversicherung

Deutschland ist das Land der Lebensversicherungen. Kapitallebensversicherungen sind für Selbstständige attraktiv, da diese grundsätzlich Altersvorsorgeaufwendungen bis zu 20.000 Euro im Jahr steuerlich geltend machen können. Allerdings werden die geleisteten Beiträge in der Übergangsphase ab 2005 zunächst mit 60 Prozent anerkannt. Der Prozentsatz wird wie bei anderen Steuerpflichtigen jedes Jahr um 2 Prozentpunkte erhöht, so dass im Jahr 2025 die Beträge zu 100 Prozent berücksichtigt werden. Auf lange Sicht erzielen Kapitallebensversicherungen jedoch niedrigere Renditen als die Kapitalmärkte hergeben, zeigen aber immerhin bessere Erträge als sie das staatliche Rentensystem bietet.

Immobilien

Der Börsenaltmeister André Kostolany warnte Zeit seines Lebens vor einem Investment in Immobilien. Obwohl kein Renditebringer, sei der Kauf einer Immobilie nach Kostolany indes für Eigennutzer eine sinnvolle Investition. Besonders eignet sich die Immobilie, wenn es gelingt, in dem eigenen Haus ohne monatliche Belastungen zu wohnen was jedoch mit der Zeit nicht einfach wird. Denn anders als beim Langfristinvestment der Aktie arbeitet der Zeitfaktor nicht unbedingt immer für die Immobilie. Sicher: Mieten und der Immobilienwert steigen, doch ebenso werden Instandhaltungskosten mit der Zeit zunehmen von Unwägbarkeiten , wie der wechselnden Beliebtheit der Wohngegend, einmal abgesehen.

Der Staat bietet durch sein Steuersystem indes Anreize zum Kauf von Immobilien. Für Selbstständige gilt aber noch mehr als für Angestellte: Der Kauf einer Immobilie sollte sich nicht nur nach Ausnutzen von Steuervorteilen rechnen, sondern muss auch sonst eine positive Rendite erzielbar machen denn auch temporäre Steuervorteile sind kein kalkulierbarer Dauerzustand. Das Vorhandensein von Steuervorteilen ist nämlich stark einkommensabhängig, daher schwankt für Selbstständige die Möglichkeit, Steuervorteile zu nutzen, besonders.

Der Königsweg: Das Investment in Aktien

Die besten Chancen auf eine ertragsstarke Rendite bietet auch nach einigen Crashszenarien der letzten Jahre das Investment in Aktien. Ein Rückblick auf die Wertentwicklung der Leitindizes an den Weltbörsen verdeutlicht: Die Anlageform der Aktie ist nach wie vor der Königsweg zum Wohlstand. Wer etwa beim Börsendebüt 1000 Dollar in Microsoft investierte, wäre heute mehrfacher Millionär.

Der Nachteil beim Investment in Aktien liegt jedoch in der Komplexität der Materie die wenigsten Anleger besitzen genügend Zeit, um eine geeignete Auswahl der ertragsreichsten Wertpapiere zu treffen. Fachmännische Beratung tut Not: Neben Banken bieten unabhängige Finanzberater solche Leistungen an, die sie sich allerdings meist fürstlich vergüten lassen die Performance, das zeigt der dramatische Kursverfall der letzten Jahre, ist dabei jedoch noch lange nicht garantiert.

Die Alternative: Fondssparen

Eine echte Alternative zur Königsklasse des Aktienkaufs bietet eine Anlage in Investmentfonds. Ideal für den langfristigen Vermögensaufbau sind Fondssparpläne, die der Selbstständige mit einer Investmentgesellschaft abschließen kann. Er kauft dann monatlich für einen festen Betrag Fondsanteile und zwar zu einem Durchschnittspreis. Der große Vorteil dieses so genannten Costaverage-Effekts liegt in der Unabhängigkeit von aktuellen Börsentrends und den individuellen, meist psychologisch bestimmten Kaufabsichten. Indem der Selbstständige einen Fondssparplan anlegt, profitiert er am effektivsten vom langfristigen Aufwärtstrend der Anlageform Aktie.

Bei dieser Variante der Altersvorsorge sollten Anleger entweder ihr Fonds-Portfolio breiter streuen oder ganz auf Experimente verzichten. Vielmehr empfehlen sich international ausgerichtete Fondsprodukte renommierter Investmentgesellschaften, die von Rating-Agenturen wie “Standard and Poors“, “Morning-Star“ oder “Moodys“ ausgezeichnet worden sind und verstärkt auf Bluechips setzen jene weltumfassenden Traditions-Unternehmen, die schon Kostolany seinen Lesern immer wieder ans Herz legte.

Tritt der Anleger in seine zweite Lebenshälfte ein, sollte über eine sukzessive Umschichtung d.h. in diesem Fall Sicherung des Kapitals nachgedacht werden. So kann der Selbstständige nach Abschluss der Ansparphase etwa einen Teil, bis hin zu seinem gesamten Vermögen im hohen Alter, in Anleihenfonds umschichten. Anleihen sind schwankungsärmer und sichern den kommenden Lebensabschnitt besser ab. Allgemein definiert Kostolany den Aktienanteil im Portfolio in Abhängigkeit vom Alter er bringt die goldene Regel auf den griffigen Nenner: 100-Lebensalter = der Geldanteil, der in Wertpapiere investiert werden sollte. Ein 60-Jähriger sollte insofern nur noch maximal bis zu 40 Prozent in Aktienfonds investieren.

Fondssparpläne eignen sich auch als probates Mittel, um der Rentenlücke adäquat zu begegnen. Der Selbstständige kann für die Zukunft einen Auszahlplan vereinbaren und erhält aus seinem in die Fonds regelmäßig eingezahlten Vermögen so eine selbstfinanzierte “Rente in der gewünschten Höhe.

Checkliste zur Altersvorsorge von Selbstständigen

Freiberufler, die mit der privaten Altervorsorge beginnen, sollten die folgenden Guidelines beherzigen:

  • beginnen Sie möglichst früh mit dem regelmäßigen Sparen
  • diversifizieren Sie Ihre Kapitalanlagen (Lebensversicherungen, Wertpapiere und Immobilien)
  • denken Sie langfristig, und verzichten Sie dabei lieber auf mögliche kurzfristige Steuervorteile
  • langfristig sind Aktien unschlagbar und bieten die besten Renditechancen
  • Sparpläne in Investmentfonds sind eine flexible Anlagemethode
Nils Jacobsen
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