Wahrscheinlich schon zu allen Zeiten haben die Menschen darüber nachgedacht, was es mit den Vorgängen am Himmel, die ihr Leben bestimmen, auf sich hat, welche Gesetzmäßigkeiten sich hinter den Bewegungen von Sonne, Mond und Sternen verstecken. In allen frühen Hochkulturen, in China, Indien, Babylonien und Ägypten, beobachteten Astronomen bereits 3000 v. Chr. systematisch den Himmel. Die Menschen erkannten, dass die wiederkehrenden Veränderungen in der Natur vom Lauf der Gestirne abhingen, der erkennbare Rhythmen hatte.
Die Rechnung geht nicht auf

Pech nur, dass die kleinste Zähleinheit – der Tag – nicht glatt in den Mondzyklus und den Sonnenzyklus hineinpasst. Von Neumond zu Neumond (= ein Monat) sind es etwa 29 und ein halber Tag, für einen Sonnenumlauf (= ein Jahr) benötigt die Erde etwas mehr als 365 Tage.

Die Folge war, dass sich die Astronomen die unterschiedlichsten Zählsysteme ausdachten, um die “unordentlichen“ astronomischen Verhältnisse in einen ordentlichen Kalender zu pressen. Besonders beliebt waren Mondjahre (12 Monate = 354 Tage) und Sonnenjahre, oder Kombinationen daraus. Um den Kalender im Rhythmus des Sonnenlaufs zu halten, wurden Schalteinheiten (Schaltmonate oder Schalttage) verwendet.
Gregor schaltet um
Unser gregorianischer Kalender basiert auf dem julianischen Kalender, den Julius Cäsar 46 v. Chr. in Rom einführte. Bei ihm hatte das Jahr – durch ein Schaltjahr alle vier Jahre (mit 366 Tagen) – durchschnittlich bereits 365,25 Tage. Das war schon ziemlich genau, entsprach aber nicht der astronomischen Realität: Das julianische Jahr war einige Minuten zu lang.
Dieser Klacks hatte sich jedoch bis ins 16. Jahrhundert auf zehn Tage summiert, die der julianische Kalender hinter dem realen Sonnenstand hinterherhinkte. Papst Gregor XIII. widmete sich deshalb ab 1572 neben der Gegenreformation auch einer Kalenderreform. Durch einen neuen Rhythmus der Schaltjahre reduzierte sich die Laufungenauigkeit des nun “gregorianischen“ Kalenders auf einen Tag in 3333 Jahren.
Zeitverschiebungen

Unter der Herrschaft Lenins führte Russland den gregorianischen Kalender ein.
Bei Inkrafttreten des neuen Kalenders folgte zum Ausgleich für die zehn überzähligen julianischen Tage auf den 4. Oktober 1582 sofort der 15. Oktober. Die katholischen Länder übernahmen natürlich den neuen Kalender ihres Papstes. Sie waren nun den Protestanten und den orthodoxen Ländern um 10 Tage voraus. Das protestantische Deutschland übernahm Gregors Kalender 1700. Russland verabschiedete sich erst 1918 vom julianischen Kalender.
Vom julianischen Kalender ist uns aber bis heute einiges geblieben. Unsere Monatsnamen stammen noch aus dem alten Rom: Das Jahr begann damals mit dem März, benannt nach dem römischen Schutzgott Mars. Der Juni war der Juno geweiht, Cäsars Geburtsmonat wurde Juli getauft, der September war der siebte (septimus), der Oktober der achte (von octo) und der November (novem) der neunte Monat. Den sechsten Monat “Sextilius“ ließ Kaiser Augustus zu eigenen Ehren in “Augustus“ umbenennen. Und weil der natürlich nicht hinter Cäsars “Juli“ zurückstehen sollte, erhielt der August kurzerhand auch 31 Tage.









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