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San Francisco: nach dem Beben
Holzhäuser wie diese wurden oft zum Raub der Flammen.
Library of Congress, Washington
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San Francisco: nach dem Beben
Trümmer eines Backsteinbaus
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San Francisco: nach dem Beben
Das hochmoderne Palace Hotel, in dem Enrico Caruso zum Zeitpunkt der Katastrophe wohnte, hielt dem Erdbeben stand. Es verbrannte, weil Feuerwehrleute mit dem Wasser aus dem hoteleigenen Hydranten andere Brände zu löschen versuchten.
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San Francisco: nach dem Beben
Die Market Street nach der Katastrophe
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San Francisco: nach dem Beben
Hohe Rauchwolken zeugen von der Gewalt der Feuerwalze.
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San Francisco: nach dem Beben
Entwurzelt in Trümmern: Warten auf Hilfe
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San Francisco: nach dem Beben
Holzhäuser wie diese wurden oft zum Raub der Flammen.
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Auf einer Länge von über 400 km, von Fort Bragg in Nordkalifornien bis San Juan Bautista im Süden, reißt eine als San Andreas Fault (San-Andreas-Graben) bezeichnete Verwerfungszone ruckartig auf. Jahrzehntelang haben sich hier die beiden großen Kontinentalplatten, die pazifische und die nordamerikanische Scholle, ineinander verkeilt. Mit einem Schlag werden nun die im Gestein aufgestauten Energien freigesetzt und entladen sich in Bewegung: Mit einer Geschwindigkeit von 30.000 km/h rasen die Druckwellen vom Bebenherd in alle Richtungen.
Steinhäuser zerfallen zu Scherben
40 Sekunden lang erschüttert der Stoß die Stadt. Nach zehn Sekunden trügerischer Ruhe erfolgt ein zweiter, noch stärkerer Stoß. Er dauert 25 Sekunden.

San Francisco: nach dem Beben
Trümmer eines Backsteinbaus
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Die Stadt übersteht die beiden Erdstöße und ein um 5.26 Uhr folgendes Nachbeben relativ gut. Die viktorianischen Holzhäuser in den Außenbezirken und die neuen Hochhäuser mit ihren flexiblen Stahlgerippen im Zentrum kommen mit kleineren Schäden davon. Verheerend sind dagegen die Zerstörungen an den Backsteinbauten, die buchstäblich zu Steinhaufen zerfallen. In diesen Häusern sterben die meisten der 498 Menschen, die nach offiziellen Angaben während des Bebens ums Leben kommen. Heute geht man davon aus, dass sehr viel mehr Menschen - wahrscheinlich rund 4000 - starben.
Caruso schluchzend am Boden

San Francisco: nach dem Beben
Das hochmoderne Palace Hotel, in dem Enrico Caruso zum Zeitpunkt der Katastrophe wohnte, hielt dem Erdbeben stand. Es verbrannte, weil Feuerwehrleute mit dem Wasser aus dem hoteleigenen Hydranten andere Brände zu löschen versuchten.
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Der Großteil der Einwohner kommt allerdings mit dem Schrecken und einigen Kratzern davon. So auch der zur Zeit prominenteste Gast der Satdt, Enrico Caruso, der am Abend zuvor in der San Francisco Opera eine brillante Vorstellung als Don José in George Bizets Oper "Carmen" gegeben hat: Der italienische Startenor wird schluchzend auf dem Fußboden seiner völlig verwüsteten Suite im Palace Hotel gefunden.
Nach dem Erdbeben geben sich die Menschen der trügerischen Gewissheit hin, die Stadt habe das Naturereignis zwar mit Schrammen, insgesamt aber glimpflich überstanden. Um 8 Uhr befiehlt Brigadegeneral Frederick Funston, der Kommandant des Armeestützpunkts am Golden Gate, 1700 Soldaten in die Stadt. Bürgermeister Eugene E. Schmitz erteilt ihnen die Vollmacht, auf Plünderer sofort gezielt zu schießen.
Kein Wasser für die Feuerwehr

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Die Market Street nach der Katastrophe
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Die eigentliche Katastrophe steht jedoch noch bevor. An verschiedenen Stellen der Stadt steigen nach dem Beben dünne Rauchsäulen auf. Kurzschlüsse an beschädigten Stromleitungen und geborstene Gasrohre haben zunächst harmlos erscheinende Stubenbrände verursacht. Auch haben viele Einwohner an dem kühlen Morgen in ihren Wohnungen Feuer gemacht und dabei nicht realisiert, dass die Kamine verschüttet sind, sodass der Rauch nicht abziehen kann. Mit den daraus resultierenden Bränden könnte die Feuerwehr ohne weiteres fertig werden - doch es gibt kein Wasser mehr. Das Beben hat das Wasserleitungsnetz der Stadt zerstört. Als die Feuerwehrleute die Schläuche an die Hydranten anschließen, fließt das Wasser nur tropfenweise aus den Ventilen. Die Errichtung von Notreservoirs und Notpumpstationen, wie sie Feuerwehrchef Dennis Sullivan seit Jahren gefordert hatte, war von den Stdtvätern mit Hinweis auf die hohen Kosten stets abgelehnt worden.
Flammeninferno

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Hohe Rauchwolken zeugen von der Gewalt der Feuerwalze.
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Die Brände entwickeln sich zu einem Feuersturm, der bis zum Mittag des 18. April bereits 3 km² der Stadt vernichtet hat. Vor dem tosenden Flammeninferno flüchten die Menschen zu Tausenden auf den Russian Hill oder ziehen hinunter zu den Docks, wo sie auf Fährbooten nach Oakland, Sausalito oder Tiburon übersetzen.

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Entwurzelt in Trümmern: Warten auf Hilfe
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Dreieinhalb Tage steht die Stadt in Flammen. Am Nachmittag des 21. April verlöschen die letzten Brände. Erdbeeben und Brände zerstören fast 30.000 Gebäude, 250.000 Menschen der rund 300.000 Bewohner San Franciscos werden obdachlos.
Einer der Flüchtlinge ist Caruso. Sein Handgepäck - darunter 40 Paar Schuhe - hat er auf drei Pferdefuhrwerken verstaut. Er gelobt, keinen Fuß mehr in diese Stadt des Grauens zu setzen. Und tatsächlich kehrt er nie zurück.
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