Wer sich entschließt, Wirtschaftsprüfer zu werden, wird es später mit unterschiedlichsten Branchen und abwechslungsreichen Aufgabenfeldern zu tun haben. Die Unternehmensberatung gehört ebenso dazu wie Projekte im Ausland. Und dass Wirtschaftsprüfer mit überdurchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten rechnen können, ist letztlich ein weiterer Grund, sich für diesen Beruf zu entscheiden.
Das Studium und die Wahl der Hochschule

Bei wem bereits während des Studiums das Berufsziel Wirtschaftsprüfer fest steht, der kann sich darauf an einigen Hochschulen mit speziellen Vorlesungen und Seminaren vorbereiten und sich so frühzeitig spezialisieren. Vor allem die Arbeitsgebiete „Steuerlehre“ und „Wirtschaftsprüfung“ vermitteln Kenntnisse von bilanz- und steuerrechtlichen Vorschriften. An vielen Universitäten gibt es sogar Lehrstühle für Wirtschaftsprüfung. Neue eigens konzipierte Masterstudiengänge, die sich an Hochschulabsolventen wenden, eröffnen den Absolventen sämtliche Berufsfelder eines Wirtschaftsprüfers und sind höchst praxisbezogen. Der Vorteil: Beim Wirtschaftsprüferexamen werden entsprechend weniger Klausuren gefordert.
* Für einen besseren Lesefluss wird hier der Wirtschaftsprüfer und nicht die Wirtschaftsprüferin genannt. Dennoch sind Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen.
Praxis ist Voraussetzung
Bevor ein Bewerber sich zur Prüfung für den „Wirtschaftsprüfer“ anmelden darf, muss er über mindestens drei Jahre Berufserfahrung verfügen. Wenn die Regelstudienzeit kürzer als acht Semester ist – wie bei einem Studium mit dem Studienabschluss Bachelor –, liegen also mindestens vier Jahre Berufspraxis vor dem Bewerber, die er bei einem Wirtschaftsprüfer sammeln muss. Darüber hinaus erwarten alle großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften von einem Berufseinsteiger, dass er oder sie im Laufe des Studiums ein Praktikum bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft absolviert hat. Vergleichsweise hoch ist das Einstiegsgehalt.
Das Examen zum Wirtschaftsprüfer

Ein anderer Weg in die Welt der Bilanzen und Bewertungen ist der CPA (Certified Public Accountant), der das amerikanische Gegenstück zum Wirtschaftsprüfer darstellt und auf internationale Rechnungslegung spezialisiert ist.
Das Berufsbild
Die Mandanten eines Wirtschaftsprüfers erwarten heute nicht nur betriebswirtschaftliches Verständnis, sondern vielmehr unternehmerisches Denken. Sie ziehen den Berater hinzu, wenn wichtige unternehmerische Entscheidungen anstehen oder betriebswirtschaftliche Kontrollsysteme entwickelt und installiert werden. Dass er auch international eine gute Figur macht, ist selbstverständlich. Denn deutsche Unternehmen, die international aufgestellt und am New York Stock Exchange notiert sind, müssen nach den Grundsätzen der US-amerikanischen Rechnungslegung bilanzieren. Auch andere börsennotierte Unternehmen verwenden für ihre Bilanzen mittlerweile international anerkannte Rechnungslegungsvorschriften – allein schon, um eine Vergleichbarkeit an den Kapitalmärkten herzustellen.
Ein weites Tätigkeitsfeld für Wirtschaftsprüfer ist die Unternehmensbewertung. Bei Unternehmensfusionen und -käufen (M&A) müssen Kaufpreise ermittelt und bei Börsengängen Unternehmenswerte ermittelt werden.
Kein Zweifel: Die Arbeit des Wirtschaftsprüfers ist heute mehr denn je herausfordernd, abwechslungsreich und eröffnet immer wieder neue Perspektiven.









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