Total votes: 0
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken
wissen.de Artikel

Dessous – Sternstunden der Verführung

Sie verhüllen das Verlangen, sind verführerisch geheimnisvoll und lassen stets nur erahnen, was kommen könnte: Dessous. Aufregend sexy sorgen sie im richtigen Augenblick für überraschende Effekte. Weil sie nicht notwendig sind, verbreiten sie einen Hauch von Luxus und dieses Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein. Das ist auch gut so: Schließlich sind Frauen ein Geschenk des Himmels und gehören einfach herrlich verpackt.

Bild 1 von 6
Bild 2 von 6
Bild 3 von 6
Bild 4 von 6
Bild 5 von 6
Bild 6 von 6

Atemraubend

Dessous der ersten Stunde

Korsett und Reifrock gelten als die ersten Dessous: Zuerst geschnürt, später dann mit Metall-Ösen verschlossen, raubten die Mieder Männern den Atem und Frauen die Luft. Der Erfindung der Nähmaschine machte aus den einst sehr teuren Dessous ein günstiges Massenprodukt. Ein riesiger Industriezweig mit Tausenden von Korsettmachern entstand und machte die Ware für fast jede Frau erschwinglich. Schließlich war es damals nicht anders als heute: Frau wollte dem gängigen Schönheitsideal entsprechen.

Zierlich und zerbrechlich sollte die Biedermeierfrau aussehen. Dazu war jedes Mittel recht: Zuerst der Reifrock, der mit Stahlstangen und Ledereinsätzen die bis zu sechs Meter breiten Kleider stützte, anschließend die korbartige Tournüre, die den falschen Steiß formte. Mit diesem am Rückenende angebrachten steifen Gestell türmten sich die Kleider in Falten zum so genannten Cul de Paris, dem Pariser Hinterteil. Heute kaum vorstellbar, raubte es seinerzeit den Herren der Schöpfung fast den Verstand.

Um die Jahrhundertwende machte sich auch modisch der Einfluss des Jugendstils bemerkbar. In der Wäschewelt ging es romantischer und feiner zu. Leinen, Batist, Stickereien, Spitzen, farbige Bänder und herzförmige Ausschnitte kamen auf. Dennoch kein leichtes Vergnügen: Je eleganter die Frau, desto mehr Kleidungsstücke galt es zu tragen. Auf rund fünf Pfund kam, wer damals was auf sich hielt: Nebst Unterwäsche gehörten Anstandsrock, Korsett, Halbunterrock und Untertaille unter jedes Kleid. Vor allem die neuen Korsetts machten den Damen das Leben schwer. Ihre angesagte S-Form drückte die Brust nach vorn, Bauch und Po nach hinten. Dazu mussten die Gestelle weit über die Hüften reichen, was die Bewegung der Hüftgelenke beeinträchtigte und beim Sitzen oft heftige Schmerzen bereitete.

Flachmacher

Von Push-up keine Spur

Die ersten BHs nach heutiger Bauart gab es zur Zeit der Jahrhundertwende, getragen noch unter dem Korsett. Gerade in den 20er-Jahren hatten sie jedoch eine heute unvorstellbare Funktion: Um dem knabenhaften Schönheitsideal zu entsprechen, sollten sie den Busen möglichst platt drücken. Zum Glück nur eine vorüber gehende Erscheinung. Seitdem wechselten die Trends in regelmäßigen Abständen von körperbetont bis androgyn, weibliche Rundungen wurden entweder gefeiert oder negiert. Die Frau wahlweise als Kokotte, romantisches Weibchen, Vamp, Lady oder Sportskanone - alles hat seinen speziellen Reiz.

Heute verschwimmt die Grenze zwischen Wäsche und Oberbekleidung zusehends. Immer öfter wird die reizende Wäsche auch als Darüber getragen. Schließlich sind die Modelle zum Verstecken auch einfach viel zu schade. Push-up, Tanga und G-String mischen sich mit Miedern und Korsagen, der Materialmix von Samt und Seide, Lack und Leder, Pelz und Federn sorgt zusätzlich für Abwechslung. Und zu allem setzen Tüll, Netz, Rüschen und Stickereien aufregende Akzente. Erlaubt ist, was gefällt, von exquisit verrucht bis zierlich verspielt bleibt kein Wunsch offen.

Raffiniert und elegant

Lingerie aus dem Land der Liebe

Die besten Liebhaber der Welt, dafür halten sich bekanntermaßen die Franzosen. Betrachtet man die Dessous aus dem Land der Amour Fou, glaubt man das nur zu gerne. Der berühmte Lingerie-Hersteller Aubade setzt vor allem auf verführerische Farben und Formen. Erfinderisch und dekorativ, mit raffinierten Details, üppigen Verzierungen und aus sinnlichen Materialien, erotischer kann Frau sich kaum verpacken.

Dem steht das italienische Modehaus La Perla in nichts nach. Charmant und kostbar sind die Stücke, die aussehen, wie die Marke klingt: Einfach betörend. Viel Spitze und dazwischen nichts - das hat eine besondere Eleganz. Idealfigur nicht unbedingt von Nöten: Die Kreationen helfen ein bisschen nach, wenn die Proportionen nicht perfekt sind. Kleine Tricks in Passform, Verarbeitung und Material machen es möglich. Die reizvolle Gefahr dabei: Die Luxus-Dessous verleihen Sexappeal und machen jede Frau unwiderstehlich.

Provokativ und frech

Dessous mal anders

Von wegen prüde: Das britische Label Agent Provocateur macht mit seinen provozierenden Stücken immer wieder von sich Reden. Zuletzt als Kylie Minouge auf einem elektrischen Bullen ritt, in einem Hauch aus der aktuellen Kollektion versteht sich. Transparenz ist Programm: Stoffe, die viel erahnen lassen und Schnitte, die kaum verhüllen. Freizügig, sehr sexy und extravagant, ohne jemals billig zu wirken, das ist eine Kunst, die Agent Provocateur zur Perfektion gebracht hat.

Dessous der etwas anderen Art bieten die Kultlabel Vive Maria und Pussy Deluxe. Bei Vive Maria ist der Name Programm: Antike Heiligenikonen, große Kreuze und andere sakrale Elemente schmücken die Kollektion seit jeher. Ergänzt werden viele Teile durch transparente Einsätze, Tüllspitzen und Rüschen. Pussy Deluxe zeigt sich eher von der jugendlich kessen Seite: Raffinierte Zier-Schnürungen und kokette Stringsets, Asia Tops und transparente Longsleeves machen den Charme dieser Reizwäsche aus.

Edel und exklusiv

Das teuerste Stück

Das exklusivste Stück kommt übrigens stets aus dem Haus Victorias Secret. Pünktlich zum umsatzträchtigen Weihnachts-Geschäft bringt Amerikas beliebtester Dessous-Hersteller jährlich einen Weihnachts-BH auf den Markt. Die jüngste Kreation hat er einen Wert von rund 10 Millionen US-Dollar: 1.150 Rubinen und 1.600 Smaragde und Diamanten sind zu Rosen und Blättern geformt und schmücken das edle Stück in weihnachtlichem Rot und Grün. In den letzten Jahren waren die edlen Stücke zwar meistens echte Ladenhüter, aber das liegt bestimmt nur daran, dass Diamanten beim Kuscheln einfach zu kratzig sind.

Melanie Ulrich
Total votes: 0
  • Send to friend
  • Diese Seite drucken

Post new comment


0 Kommentare

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA
This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.