Abstammung des Menschen

Was man mit Knochenfunden allerdings beweisen kann, ist, dass vor rund 20 Millionen Jahren in Afrika menschenaffenähnliche Waldbewohner lebten. Daraus entwickelte sich vor circa fünf Millionen Jahren eine Art Vormensch. Man nennt ihn Australopithecus (das bedeutet südlicher Affe). Diese Art ging möglicherweise schon aufrecht und hatte kleinere Eckzähne als Affen. Er benutze außerdem einseitig abgeschlagene Steine als Werkzeuge und ernährte sich von Pflanzen und Aas.
Vom Affen zum Homo sapiens sapiens

Vor ungefähr 200.000 Jahren hat der allmähliche Übergang zum Homo sapiens neanderthalensis (auch Neandertaler genannt) stattgefunden. Dieser starb vor ungefähr 40.000 Jahren aus. An seine Stelle trat nun der Cro-Magnon-Mensch, der sich vom heutigen Menschentyp, dem Homo sapiens sapiens, nicht mehr unterschied und sich vor 120.000 Jahren in Afrika entwickelt hatte. Er besiedelte von hier aus die ganze Welt und gilt als Vorgänger aller Menscherassen.
Die Familie des Menschen
Biologisch gesehen gehört der Mensch zu den Säugetieren, genauer gesagt zu den Primaten (also der Tierfamilie der Affen). Allerdings unterscheidet er sich von den Affen ganz erheblich: Sein aufrechter Gang, die stärkere Ausbildung des Gehirns, Denkfähigkeit und Sprache, sowie die Fähigkeit, Werkzeuge herzustellen und gezielt einzusetzen, machen einen gewaltigen Unterschied aus.
Warum verändern sich Lebewesen?
Lebewesen verändern sich, weil sie sich der Umwelt, in der sie leben, anpassen müssen, um zu überleben. Den Anstoß, warum sich aus Affen aufrecht gehende Frühmenschen entwickelten, kam aus dem Umfeld. Damals veränderte sich in Afrika das Klima und aus dichten Regenwald wurde Graslandschaft mit wenigen Bäumen. Von Baum zu Baum konnten Affen nicht mehr schwingen, deshalb müssten sie laufen - und das ging auf zwei Beinen schneller als auf allen Vieren. Diese Veränderung zog andere nach sich. Und am vorläufigen Ende dieser Entwicklung (die man übrigens Evolution nennt) steht der Mensch wie man ihn heute kennt.
Wer war Charles Darwin?
Charles Darwin war ein englischer Wissenschaftler. Eigentlich war er kein großartiger Erfinder oder Philosoph, sondern nur ein guter Beobachter. Es gelang ihm zudem, aus seinen Beobachtungen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Auf einer langen Reise nach Südamerika studierte er Tiere und Pflanzen. Dabei fand er heraus, dass sich die Lebewesen auch körperlich ihrer Umgebung anzupassen verstanden. Er schrieb das Buch „Über die Entstehung der Arten", das ihn berühmt machte.
Wie funktioniert Vererbung?
Wunderst du dich manchmal, dass du zum Beispiel dunkles Haar hast wie Papa und nicht blondes wie Mama? Oder wirst du genauso schnell wütend wie Papa und lernst genauso schnell Klavier spielen wie Mama? Schuld daran ist vermutlich die Vererbung. Alle Lebewesen geben Eigenschaften über Gene an ihre Nachkommen weiter. Gene sind ein Teil jeder Zelle. Bei der Befruchtung verschmelzen die Zelle von Mutter und Vater zu einer neuen. So werden alle Anlagen weitergegeben. Aber nicht alle kommen zum Vorschein. Bei Menschen lässt sich schwer vorhersagen, was sich vererben wird.
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Gertrud Teusen
Kinderwissen. Lernen, Staunen, Begreifen.
Bertelsmann Lexikon Verlag, September 2003
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