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Die Geschichte des Devisenhandels

Der Devisenmarkt gehört zu den jüngeren Kapitalmärkten. Genau genommen bestimmen erst seit 1973 Angebot und Nachfrage den Preis einer Währung.

Chart und Makler
Am Devisenmarkt bilden sich die Wechselkurse als Preis ausländischer Währungen im Verhältnis zur inländischen.

Demnach treffen auf dem Devisenmarkt Angebot und Nachfrage aufeinander. Entscheidend ist der ausgehandelte Devisenkurs. Eine Lokalisierung ist nahezu unmöglich, da sich der Handel auf die einzelnen Marktteilnehmer fokussiert. Der datierte Tagesumsatz im Jahr 2013 beläuft sich auf 5,3 Billionen $, was den Devisenhandel oder den Devisenmarkt zu dem größten Finanzmarkt weltweit macht. Kaum vorstellbar, dass die Ursprünge bis in das alte Griechenland zurückreichen.

Die Anfänge des Devisenmarktes

Als damals Händler aus Griechenland und dem Nahen Osten aufeinandertrafen, hielten sie unterschiedliche Währungen in der Hand. Das rief die Geldwechsler auf den Plan, das Goldverhältnis und das Gewicht auszuloten. Außerdem war es möglich, Silber und Gold gegen Geld einzutauschen.

Im 16. Jahrhundert fertigte die Familie Medici ein Buch mit einer Liste der inländischen und ausländischen Währungen an, die alle Tauschwerte aufführte. Grundsätzlich datiert sich der internationale Devisenhandel auf das Jahr 1880 und die Chance, Zahlungen aus dem Ausland auf dem eigenen Konto gutzuschreiben. Im Rahmen des Bretton Wood Abkommens von 1944 kam es zur Gründung der Weltbank, die fixe Wechselkurse datierte, um wiederum die Schwankungsbreiten zu kontrollieren.

Der Kurs einer Feinunze Gold war in der jeweiligen Währung fix und ließ sich auch nicht verändern. Wenn zum Beispiel die Goldreserven Englands doppelt so hoch waren wie die Frankreichs, war das britische Pfund eben auch doppelt so viel wert. Kam es also zu einer Unterschreitung oder zu einer Überschreitung der gesetzten Interventionspunkte, griff die jeweils dafür verantwortliche Zentralbank ein. Dadurch ließen sich immer wieder die entsprechenden Punkte zurückstellen. 1969 erfolgte eine Lockerung der bisher festen Wechselkurse.

Block Floating und Lockerung schwankender Wechselkurse

Die Europäische Gemeinschaft begann 1973 mit dem Block Floating gegenüber dem Dollar und läutete damit eine neue Ära ein. Fortan sollte es keine festen Kurse mehr geben, sondern nur frei schwankende Wechselkurse. Gleichsam erhöhte sich auch das Risiko für alle Beteiligten am Markt, da die Devisenmärkte und die Aktienmärkte größeren Schwankungen unterlagen.

Das machte sich vor allen Dingen in Krisenzeiten bemerkbar, wie zum Beispiel in der Ölkrise, deren Ausgangspunkt der Jom Kippur Krieg 1973 war. Infolge der Risiken über die Kontrahenten und die Banken, die auf Grundlage der Verpflichtungen voneinander abhängig sind, entstanden bankenaufsichtliche Neuregelungen. In diesem Zusammenhang kam das effiziente Risikomanagement zur Sprache.

Staatskrisen und politische Umstände

Mit der Schließung des mexikanischen Devisenmarktes 1982 begann die Schuldenkrise in Lateinamerika, die sich auf alle Entwicklungsländer hin ausbreitete. Daraufhin folgten weitere Staatskrisen, die ihren Einfluss auf unterschiedliche Devisenmärkte ausspielten. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Staatspolitik und der Staat enormen Einfluss auf die aktuellen Weltmärkte und Wertpapiermärkte haben. Das bedeutet: Schlittert eine Währung mitten hinein in eine Krise, greift die Zentralbank des Staates ein, um das Geschehen zu kontrollieren.

In den Jahren 1870-1914 bildete Gold die Basis für das Währungssystem der gesamten Welt. Die jeweiligen Goldreserven sind als Stütze der Währungen zu verstehen, was sich bis zum Zeitpunkt des Ersten Weltkriegs bewährte. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs brachte eine Nation nach der anderen viel mehr Geld in Umlauf, obwohl sie diese Gelder gar nicht mehr mit den eigenen Goldreserven kompensieren konnten. Das initiierte eine unbeschreibliche Inflation mit enormem Anstieg an Geldmengen.  Heute ist festzustellen, dass die Abschaffung des Standards gerade für den Verlauf der Forex-Entwicklung einen maßgeblichen Einfluss hatte.

Arbeit am Computer mit Visualisierung eines Rechenprozesses mit veilen Einflussgrößen
Zahlreiche Faktoren beeinflussen die Devisenkurse.

Das Ende der festen Goldwechselkurse

Im Juli 1944 bildete sich der Internationale Währungsfonds aus insgesamt 16 westlichen Nationen. Ihr Ziel war es, die aktuellen Wechselkurse auf ein einheitliches und gesundes Niveau zu bringen, um den internationalen Zahlungsverkehr zu kontrollieren. Das Ergebnis: Der Internationale Währungsfonds, kurz IMF, legte einen festen Kurs für den Preis für Gold fest sowie einen Reservefonds, aus dem sich die Mitglieder finanzierten. In diesem Bereich war eine Fluktuationsrate von minus ein Prozent bis plus ein Prozent gegeben. Der Staat griff in das jeweilige Marktgeschehen ein, um immer wieder die ursprünglichen Kriterien herzustellen.

Bretton-Woods-Währungssystem

Die alliierten Länder hatten ihre Versammlung in Bretton Woods abgehalten, weshalb dies als Bretton-Woods-Währungssystem bis heute gilt. Der einstige Goldstandard ersetzte der US-Dollar als neue Umtauschwährung. Es ist zugleich die einzige Währung, die Gold decken kann. Darüber hinaus kam es zur Gründung von drei internationalen Behörden, die beauftragt wurden, alle ausländischen Transaktionen zu kontrollieren. Gerade der Fokus auf den US-Dollar als einzige Währung, die durch Gold gedeckt wurde, brach diesem Währungssystem das Genick.

Der nächste Einschnitt erwartete das System im Jahr 1960. In diesem Jahr hatten abweichende Inflationsraten die jeweilige Stärke der Handelsnationen verändert. Unterschiedliche Krisen führten zum Smithsonian Agreement, das der IMF 1971 gründete. Damit einher ging eine Abwertung des Dollars und eine höhere Fluktuationsrate. Erst die Kursentwicklung, die unkontrolliert die Währungen der Mitgliedstaaten traf, brachte 1973 das damalige System in die Knie.

Wie private Anleger in den Devisenhandel einsteigen

Der Devisenhandel oder auf Englisch Foreign Exchange stand über längere Zeit eigentlich nur den professionellen Händlern zur Verfügung. So vermittelten die Banken die Devisengeschäfte. In den letzten Jahren ist es auch privaten Anlegern möglich, in das Millionengeschäft mit einzusteigen. Neben den profitablen Gewinnchancen ist aber auch das hohe Risiko nicht von der Hand zu weisen.

Nationale, politische Entscheidungen und Zinsentscheidungen, wie die aktuelle Liberalisierung des Devisenhandels durch Usbekistan, wirken sich maßgeblich auf die aktuellen Wechselkurse aus. Mit einem Forex Konto und über den Dienst eines Forex Brokers ist es möglich, recht unkompliziert und komfortabel mit Devisen zu handeln, um die eigenen Gewinnchancen wahrzunehmen.

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