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Die Milch ist schuld?

Laktosefreie Lebensmittel – wer braucht sie wirklich?

Im Nachkriegsdeutschland galt Milch als äußerst gesundes Lebensmittel: reich an Kalzium und Vitaminen und dabei sehr bekömmlich. Doch die Zeiten ändern sich. Heute gilt Milch als Hauptverdächtige sobald der Magen grummelt und rumort. Inzwischen gibt es laktosefreie Milch, laktosefreien Käse, ja sogar laktosefreie Globuli. Immerhin leben in Deutschland rund 12 Millionen Menschen, die Probleme bei der Verdauung von Milchzucker haben. Längst hat auch die Nahrungsmittelindustrie das weite Feld der Allergien und Unverträglichkeiten für sich entdeckt, denn viele der Betroffenen sind bereit, einen höheren Preis zu bezahlen für Lebensmittel, die speziell auf sie zugeschnitten sind.

Bauchweh
Bauchweh

Chronische Bauchschmerzen können auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hindeuten.

Ebenfalls zur Zielgruppe gehören all jene, die Milchzucker zwar problemlos vertragen, aber denken, laktosefreie Produkte seien gesünder. Einer Stichprobe der Verbraucherzentrale Hamburg zufolge liegt der Preisaufschlag für 'laktosefreie' Produkte bei durchschnittlich 140 Prozent, in Einzelfällen bei 266 Prozent. Und so prangt das Lockwort 'laktosefrei' sogar auf Lebensmitteln wie Mozzarella, Emmentaler und Schinken, die von Haus aus 'laktosearm' bzw. 'streng laktosearm' oder gar 'laktosefrei' sind. Wobei auch 'laktosefreie' Lebensmittel bis zu 10 mg Laktose pro 100 g enthalten dürfen. Zum Leidwesen der ernsthaft Betroffenen sind Hersteller bislang nicht verpflichtet, den genauen Laktosegehalt auf der Verpackung anzugeben. Da hilft bislang nur eins: Zutatenliste genau studieren und vor allem die individuelle Toleranzgrenze herausfinden, denn selbst bei einer nachgewiesenen Unverträglichkeit können kleinere Mengen Laktose meist problemlos verdaut werden.

 

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von wissen.de-Autorin Katja Schmid, August 2013
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