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Die römischen Provinzen

Die Ausbreitung des Römischen Reiches

Die Provinzen des Römischen Reiches waren vom Stadtstaat Rom unterworfene Gebiete unterschiedlicher Größe außerhalb des eigentlich italischen Territoriums, welche die Römer in ihren Herrschaftsbereich eingliederten. Rom begann seine Expansionspolitik rund um das Mittelmeer mit der Schaffung der Provinz Sicilia (Sizilien) im Jahr 241 v. Chr., als römische Truppen kurz nach dem gewonnenen ersten punischen Krieg erstmals Gebiete außerhalb Italiens einnahmen. Es folgten die Inseln Sardinien und Korsika (227 v. Chr.), Gallia cisalpina (Norditalien, um 220 - 218 v .Chr.) und Hispania (Spanien, nach 206 v. Chr.), womit Rom sein Herrschaftsgebiet innerhalb von 40 Jahren schon beträchtlich erweitert hatte.

Es kamen im zweiten und ersten Jahrhundert v. Chr. zehn weitere Provinzen hinzu, insbesondere Inseln und Küstenregionen im östlichen Mittelmeerraum, die Rom angegliedert wurden, so dass zu Beginn der römischen Kaiserzeit (beginnend mit dem Kaiser Augustus 27 v. Chr.) das gesamte Mittelmeergebiet ausschließlich von Rom beherrscht wurde. Augustus fügte dem Weltreich nochmals sechs Provinzen hinzu, unter anderem das wegen seines Getreideexports wichtigen Ägypten, dessen Königin Kleopatra und deren Geliebten Marc Anton, seinen politischen Gegner, er 31 v. Chr. bei der Seeschlacht von Actium besiegt hatte.

Seine größte Ausdehnung erlangte das Römische Reich jedoch unter Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.), der die parthischen Gebiete östlich des Euphrats (die Provinzen Armenia, Mesopotamia, Assyria) kurzfristig erobern konnte. Schon mit seinem Nachfolger, dem Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.), wurden diese Gebiete wieder an die Parther zurückgegeben, womit die Expansionspolitik Roms sein Ende fand. Das Römische Reich umfasste nun ca. 40 Provinzen, deren Gebiete sich von Schottland bis an die Sahara und von Portugal bis an den Euphrat erstreckten. Die Einwohnerzahl innerhalb dieser Grenzen wird auf 50-60 Millionen geschätzt, was heutzutage ungefähr der Bevölkerungsgröße Frankreichs entspricht.

Die römische Herrschaft

Die Einteilung der eroberten Gebiete in Provinzen war für die Römer zunächst ein hauptsächlich politisch-administrativer Vorgang, der mit der Einführung ihres Verwaltungssystems der Sicherung ihrer Herrschaft in einem festumrissenen Territorium diente. Die Römer waren nicht daran interessiert, die eroberten Gebiete zu romanisieren, in dem Sinne, dass es galt, ausschließlich ihre Kultur als die richtige Lebensart durchzusetzen, wie es in der Neuzeit beispielsweise die europäischen Kolonialherren in ihren Überseegebieten taten. Die Römer tolerierten weitgehend die Religionen und Kulte der unterworfenen Völkerschaften wie auch deren Lebensweise und Traditionen, denn das vornehmliche Interesse des Römer galt den Ressourcen verschiedenster Art, die in den Provinzen vorhanden waren und die es zu nutzen galt.

Völker der Provinzen zahlen mußten, wovon alle mit dem römischen Bürgerecht ausgestattete Personen (die Bewohner Roms und der Regionen Italiens) befreit waren. Die Unterwerfung der Provinzen bedeutete auch den Zugang zu unterschiedlichsten Bodenschätzen und Naturalien. So lieferte Ägypten eine große Menge an Getreide nach Rom, ohne die die Millionenstadt nicht ausreichend hätte versorgt werden können. Aus Ägypten wurde außerdem Marmor, Granit, Alabaster und Porphyr sowie Leinengewebe und eine Reihe von Luxusgütern aus Edelstein und Elfenbein exportiert. Über die Gebiete des Nahen Ostens lief der gewinnbringende Fernhandel mit den Regionen jenseits der Grenzen, viele Luxusgüter wie Seide und Gewürze kamen aus Indien und China in das Mittelmeergebiet. Mit der Eroberung dieser Gebiete sicherte sich Rom durch Steuererhebung den Zugriff auf die immensen Einfuhrzölle. In Spanien gab es reiche Edelmetallvorkommen, weiterhin wurde Olivenöl und Wein in großen Mengen nach Rom exportiert.

Neben Steuern, Bodenschätzen und Naturalien konnten die Provinzen Rom aber auch noch eine weitere wichtige Ressource liefern, um ihre Macht aufrecht zu erhalten: Soldaten. Der Eintritt in das römische Militär war ein häufig unternommener Schritt von der einheimischen, unterworfenen Bevölkerung, denn neben der sozialen Integration in die Gemeinschaft der Soldaten stand nach einer Dienstzeit von 25 Jahren die Erlangung des römischen Bürgerrechts und aller damit verbundener Privilegien.

Die Ausprägung der römischen Kultur in den Provinzen

In einem so großen Herrschaftsgebiet wie dem Römischen Reich ist eine einheitliche Kultur unvorstellbar, insbesondere wenn man die unterschiedlichen kulturellen Standards vergleicht, die die einzelnen Regionen vor ihrer Eroberung durch das römische Heer besaßen. Im östlichen Mittelmeerraum blickten die Länder auf eine lange städtische Tradition, mit dem Griechischen auf eine eigene Schriftsprache und mit dem Hellenismus auf ein monarchisches Herrschaftssystem mit einer komplexen Verwaltungsstruktur zurück. Im Westen waren die einheimischen Zivilisationsformen weitaus weniger ausgeprägt. Sie verfügten seltener über eine Schriftsprache, in weitaus geringerem Maße über eine Erschließung des Landes durch eine Infrastruktur als die Völkerschaften im Osten. Daher übernahmen die Bewohner der westlichen Provinzen die römische Lebensart in sehr viel ausgeprägterem Maße als diejenigen in den östlichen Provinzen. Trotzdem konnte sich keine der langfristig dem Römischen Reich zugehörige Provinz dem Einfluss Roms entziehen, der überall deutlich spürbar war, sich allerdings in unterschiedlicher Weise ausprägte.

Die römische Lebensweise wurde vom Militär sowie von Zugewanderten aus Rom oder schon lange unter römischem Einfluss stehender Gebiete in die jeweils neu hinzugewonnenen Provinzen gebracht. Die Truppen Roms sicherten die neuen Grenzverläufe ab und bauten die für die Erschließung des Landes besonders wichtigen Straßen. Mit den Truppen kamen Menschen aus dem Kerngebiet Italiens aber auch aus unterschiedlichsten Regionen des Römischen Reiches und brachten alle Aspekte der römischen Lebensweise mit. Relativ schnell siedelten in den neuen Gebieten römische Bürger, wie z. B. die aus den Legionen entlassene Soldaten, Kaufleute und Handwerker sowie eine recht geringe Anzahl an Verwaltungsbeamten, die vom Kaiser oder vom Senat eingesetzt waren und die jeweilige Provinz regierten. Sie brachten ihre Kultur in Form von Sprache, Bauwesen, Stadtanlagen, Kleidung, Kulten, Grabsitten und Bildern mit. Es fand eine Vermischung mit einheimischen Traditionen und Lebensweisen statt, so dass die Römer zwar in jeder Region eindeutige Zeichen ihrer Herrschaft hinterließen, diese jedoch häufig von einem mehr oder weniger ausgeprägtem einheimischen Einfluss zeugen oder von einer Vorliebe bestimmter Aspekte, die regional begrenzt blieben.

Das zeigen beispielsweise die Jupitersäulen des Rheingebietes, die anderswo im Römischen Reich nicht vorkommen. Sie bestehen aus einem Sockel, auf dessen Seiten man jeweils das Relief eines Gottes ausgearbeitet hat, einem mit einem Schuppenmuster oder mit figürlichen Reliefs verzierten Säulenschaft und einem Kapitell (Säulenkopf). Darauf steht die Skulptur eines auf einem Pferd reitenden Jupiter, in seiner erhobenen Hand ein Blitzbündel. Trotz des römischen Namens und Aussehens des Gottes zeugen die Jupitersäulen durch die Zusammenstellung ihrer einzelnen Elemente von einer Verschmelzung des einheimischen, keltisch-germanischen und des römischen Kultverständnisses.
In den Regionen des Vorderen Orients wurde Jupiter mit dem Gott Baal oder Bel gleichgesetzt, der dort der oberste Weltenherrscher für die einheimische Bevölkerung war. Aspekte dieser Gottheit wurden auf Jupiter übertragen, was beispielsweise das Abbild des Jupiter Heliopolitanus, der in Baalbek verehrt wurde, verdeutlicht. Er ist vollkommen anders gestaltet als der Reiter auf den Schuppensäulen im Rheinland. Die Kultstatue in Baalbek trägt eine zylindrische Kopfbedeckung (Polos) und einen langen Schurz auf dem in einzelnen Feldern Büsten anderer Götter dargestellt sind. Im obersten, größten Feld findet sich eine von Adlerflügeln bekrönte Sonnenscheibe, was auf seinen ursprünglichen Charakter als solare Gottheit verweist. In seinen Händen trägt er eine Peitsche und ein Ährenbündel. Begleitet wird er von zwei Stieren zu seinen Füssen.

Trotz dieser Unterschiedlichkeiten setzten sich durch den Einfluss der Römer in allen Städten gewisse Standards und Einrichtungen durch, wie z. B. das römische Badewesen, das sich durch die Funde von oftmals prachtvollen Thermenanlagen in allen Provinzen nachweisen läßt. Theater sind ebenfalls in allen Provinzen des Römischen Reiches zu finden, auch dort, wo diese Bauwerke nicht wie in Griechenland und Kleinasien schon auf eine lange Tradition zurückblicken konnten. Hier muss allerdings die Frage nach den dargebotenen Schauspielen in den jeweiligen Provinzen offen bleiben, denn es ist wahrscheinlich, dass die unterschiedlichen Traditionen und Geschmäcker bestimmter Volksstämme die jeweiligen Nutzungen der Theaterbauten beeinflußten. Auch die Anlage von gepflasterten Strassen sowohl bedeutender Überlandstrassen als auch von den Strassen in den Städten mit einem entsprechenden Abwassersystem, legt ein Zeugnis von der gesamtheitlichen Verbreitung römischer Kultur ab. Ähnliches gilt für die Ausstattung großer Häuser bzw. Villenanlagen mit Mosaiken und Wandmalerei.

Bibliografie

Tilmann Bechert, Die Provinzen des Römischen Reiches. Einführung und Überblick (Mainz 1999)

H. v. Hesberg (Hrsg.), Was ist eigentlich Provinz? Zur Beschreibung eines Bewußtseins (Köln 1995)

Thomas Fischer, Die Römer in Deutschland (Stuttgart 1999)

Thomas Fischer (Hrsg.), Die römischen Provinzen. Eine Einführung in ihre Archäologie (Darmstadt 2001)

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Ich finde man sollte einfachere begriffe nehmen dass es auch jüngere Leute verstehen


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