Definition
Ein Arbeitsplatz ist ein geeigneter Platz zum Lernen und Arbeiten. Hier sollte alles liegen, was zum Arbeiten und Lernen benötigt wird, aber nichts, was ablenken könnte. Durch seine Gestaltung, Einrichtung und Anordnung kann viel zum leichteren Lernen beigetragen werden.
Räumlichkeiten
Ein eigenes Zimmer oder zumindest eine persönliche Arbeitsecke sind sehr förderlich für das Lernen und Arbeiten. Auch wer sich einen eigenen Schreibtisch nicht leisten kann, sollte sich die Oberfläche, auf der gearbeitet wird, entsprechend einrichten. Dazu gehört, dass diese frei von Störungen platziert sein muss (keine lauten Geräusche, kein ständiges Angesprochen werden, keine Ablenkung, keine Musik).
Den idealen Arbeitsraum oder Arbeitsplatz gibt es nicht, doch einige Grundsätze wie Ungestörtheit und persönliches Anordnen der benötigten Utensilien sowie gemütliches Gestalten sollten immer möglich sein.
Arbeitstisch
Der Arbeitstisch sollte groß genug und stabil aufgestellt sein, um die wichtigen Hilfsmittel zu lagern und gleichzeitig genügend Platz zum Arbeiten zu bieten. Er sollte möglichst in der Höhe verstellbar sein, um verschiedenen Körpergrößen gerecht zu werden.
Nach Möglichkeit sollte der Tisch so aufgestellt sein, dass das einfallende Licht (Sonne oder künstliche Lichtquelle) keinen hinderlichen Schatten, vor allem nicht den eigenen, auf die Schreibblätter wirft. Im Idealfall kommt es für Rechtshänder von vorn links, für Linkshänder von vorn rechts; so stört auch nicht der Schatten der Schreibhand.
Bei der Platzierung eines Bildschirms sollte man darauf achten, Spiegelungen und zu starke Helligkeitsunterschiede zu vermeiden. Ein Bildschirm sollte parallel zur Fensterfront aufgestellt sein, damit ein möglichst blendfreies Arbeiten sichergestellt ist. Eine Blickrichtung zum Fenster wäre nicht sinnvoll, denn wenn der Bildschirm direkt vor einem Fenster steht, ist der Hintergrund zu hell, der Bildschirminhalt wirkt sehr dunkel und die Kleidung spiegelt sich im Bildschirm, besonders wenn man in hellen Farben gekleidet ist. Sollte es durch rückwärtige Fenster zu Spiegelungen kommen, können Vorhänge, Jalousien oder Stellwände Abhilfe schaffen. Diese bieten sich auch an, wenn ein Bildschirm nicht parallel zum Fenster aufgestellt werden kann und seitliche Fenster oder Möbel im Rücken zu Spiegelungen führen. Eine Verbesserung der Situation kann u.U. auch durch eine geringe Drehung des Bildschirms herbeigeführt werden.
Arbeitsstuhl
Der Stuhl sollte auf jeden Fall eine körpergerechte Sitzhaltung ermöglichen. Dazu muss er zumindest höhenverstellbar sein und stabil stehen, dennoch aber einen bequemen Positionswechsel gewährleisten. Ideal ist ein Drehstuhl mit Rückenstütze und Rollen an den Füßen (siehe Abbildung), die beim Sitzen stoppen. Bei der Auswahl der Rollen sollte unbedingt auf den Untergrund geachtet werden: Rollen für Teppichboden sind eine Gefahr, wenn sie auf glattem Boden benutzt werden. Die Höhe der Rückenstütze sollte ebenfalls verstellbar sein. Wenn man auf dem Stuhl sitzt, beide Füße auf dem Boden stehen und beide Hände auf der Arbeitsplatte liegen, sollten Unterarme und Oberschenkel waagerecht liegen, das heißt Hand- und Ellbogengelenke befinden sich wie Knie- und Hüftgelenke auf gleicher Höhe.

Die Oberkante des Bildschirms sollte nie höher stehen als in Augenhöhe.
Ist die Arbeitsplatte zu hoch, muss sie niedriger oder der Stuhl höher eingestellt werden. Sollte man vorübergehend zu niedrig sitzen müssen, schafft eine angeschrägte Fußbank Erleichterung, auf der die Fersen etwas tiefer stehen als die Fußspitzen.
Armlehnen sind nicht notwendig, erfreuen sich aber großer Beliebtheit, wenn man sich nach einer anstrengenden Phase kurz entspannt im Stuhl zurücklehnen und die Arme auflegen möchten.
Anordnung von Arbeitsutensilien
Ordnung ist am Arbeitsplatz wichtig, und zwar in der Form, in der man damit am leichtesten arbeiten und lernen kann: Papier und Schreibstifte sollten ebenso in Griffnähe liegen wie Tastatur und Maus oder sonstige Arbeitsgeräte, mit denen am meisten gearbeitet wird.
Literatur, häufig gebrauchte Schreibmittel sowie der Papierkorb sollten so platziert werden, dass sie mit der ausgestreckten Hand erreichbar sind, also keine grundsätzliche Veränderung der Position nötig ist. Auch Ablagesysteme sollten in der Nähe sein: Beispielsweise bietet es sich an, häufig gebrauchte Ordner in Griffnähe zu deponieren, während Literatur und eher selten benutzte Nachschlagewerke auch in weiterer Entfernung aufbewahrt werden können. Geeignete Kennzeichen etwa auf den Ordnerrücken erleichtern das Suchen beispielsweise nach der entsprechenden Literaturquelle.
Das Telefon gehört für Rechtshänder an die linke, für Linkshänder an die rechte Seite, damit gleichzeitig zum Telefonieren mit der Schreibhand Notizen gemacht werden können. Neben dem Telefon sollten auch stets Notizzettel und ein Stift griffbereit liegen.
Weniger häufig gebrauchte Gegenstände können in der Nähe aufbewahrt werden. Wenn man beispielsweise über einen Begriff nachdenkt und etwas dazu nachschlagen möchte, kann man den Gedankengang kurz unterbrechen und sich etwas Bewegung verschaffen.
Persönliche Gegenstände, wie etwa Urlaubsbilder oder Fotos von nahe stehenden Menschen, machen den Arbeitsplatz gemütlicher. Sie können zur Arbeitsmotivation beitragen und das Lernen angenehmer machen, solange sie nicht ablenken.
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Fragen
1) Was darf nicht auf dem Schreibtisch stehen?
2) Von welcher Seite sollte das Licht kommen?
3) Wann sitzt man richtig?
4) Welche Arbeitsmittel sollten in unmittelbarer Griffnähe liegen?
Antworten
1) Gegenstände, die vom Arbeiten und Lernen ablenken.
2) Das Licht sollte so einfallen, dass es keinen Schatten auf die Schreibfläche wirft: Idealerweise für Rechtshänder von vorn links, für Linkshänder von vorn rechts.
3) Wenn Unterarme und Oberschenkel waagerecht liegen.
4) Schreibgeräte und Arbeitsmittel, die häufig benötigt werden.
Bibliografie
Rolf Albrecht: Ergonomie am Arbeitsplatz, Negenborn 2000
Friedrich Blaha (Hrsg.): Der Mensch am Bildschirmarbeitsplatz - neue Trends, Wien 2001
Helen Knauf, Friedemann Schmithals: Tutorenhandbuch. Einführung in die Tutorenarbeit, Neuwied 2000
Martina Noss: Selbstgesteuertes Lernen am Arbeitsplatz, Wiesbaden 2000
Regula D. Schräder-Naef: Rationeller Lernen lernen. Ratschläge und Übungen für alle Wissbegierigen, Weinheim 2000









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