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Die zerstörerische Kraft des Wassers

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1997 am Oderdeich: Tausende von Bundeswehrsoldaten sind Tag und Nacht im Einsatz, um den Oderdeich zu sichern.
1997 am Oderdeich: Tausende von Bundeswehrsoldaten sind Tag und Nacht im Einsatz, um den Oderdeich zu sichern.
dpa
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"Jahrhundertflut" am Mississippi.
"Jahrhundertflut" am Mississippi.
Sipa Press, Paris
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19.02.1962 / Hamburg: Die zurückweichenden Wassermassen lassen das Ausmaß der Flutkatastrophe erkennen
19.02.1962 / Hamburg: Die zurückweichenden Wassermassen lassen das Ausmaß der Flutkatastrophe erkennen
Corbis-Bettmann, New York
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Die Kraft des Wassers
Die Kraft des Wassers
Digital Imagery copyright 2001 PhotoDisc, Inc.

Die Sintflut

“Nun ergoss sich die Flut vierzig Tage lang über die Erde. Mächtig wurde das Wasser und wuchs gewaltig über der Erde, so dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. Da kam alles Fleisch um, das sich auf der Erde regt, Vögel, Vieh, Wild, alles, was auf Erden wimmelt, und alle Menschen.“

So wird die Sintflut in der Bibel beschrieben. Doch hat es sie wirklich gegeben? Einige Wissenschaftler glauben daran. Vor etwa 15.000 Jahren, sagen sie, setzte eine globale Erwärmung ein, die die Gletscher der letzten Eiszeit zum Schmelzen brachte. Das Schmelzwasser lief in die Ozeane. Der Meeresspiegel soll dadurch so rasant angestiegen sein, dass das Wasser schließlich von der Ägäis aus über den Felsrücken zwischen Asien und Europa schwappte. Was dann passierte, muss sintflutähnliche Ausmaße gehabt haben: Mit ungeheurer Wucht soll sich das Wasser vor ca. 7.500 Jahren in die dahinterliegende Senke ergossen haben. Ungefähr ein Jahr lang, so die Wissenschaftler, habe die Flutung gedauert und 100.000 Quadratkilometer Land sollen dabei untergegangen sein. So sei das Schwarze Meer entstanden. Was das für die rund 200.000 Bewohner des überschwemmten Gebietes bedeutete, ist nur schwer vorstellbar: Ihre Dörfer und Äcker wurden überflutet, ihr Vieh von den Fluten ertränkt. Die, die den Wassersturz überlebten, wanderten aus und erzählten ihren Nachfahren von der traumatischen Flutkatastrophe. Diese Erzählungen könnten der Ursprung der biblischen Sintflutgeschichte sein.

Tödlicher Fluss

1997 am Oderdeich: Tausende von Bundeswehrsoldaten sind Tag und Nacht im Einsatz, um den Oderdeich zu sichern.

1997 am Oderdeich: Tausende von Bundeswehrsoldaten sind Tag und Nacht im Einsatz, um den Oderdeich zu sichern.

Als Symbol ist Wasser im Allgemeinen positiv beladen: Wasser ist lebensspendend und lebenserhaltend. Ohne Wasser gibt es kein Leben. Allerdings zeigen uns über 250 bekannte Hochwassermythen eine andere Seite des Wassers auf: die zerstörerische, Leben vernichtende Seite. Wasser kann auf viele Arten zerstörerisch wirken. Überschwemmungen sind nur eine Art und ihre Folgen sind bis heute verheerend: Im Sommer 1997 verwandelt eine Jahrhundertflut die friedliche Oder in einen reißenden Strom. Ein großes Landstück, Teile von Deutschland, Polen und Tschechien, versinkt im Wasser. Auf der deutschen Seite beläuft sich der Gesamtschaden auf über 250 Mio.. Die Menschen in Polen und Tschechien trifft die Flutkatastrophe besonders hart: Hier werden 650.000 Hektar Land überschwemmt; 100 Menschen verlieren ihr Leben in den Fluten.

"Jahrhundertflut" am Mississippi.

"Jahrhundertflut" am Mississippi.

Warum unsere Flüsse immer wieder aus ihrem Bett treten, hat viele Gründe: Zum einen ist es ein natürlicher Vorgang, dass die Flüsse zur Zeit der Schneeschmelze mehr Wasser führen. Regnet es in dieser Zeit heftig, bekommen die Flussläufe noch mehr Wasser zugeführt und allein das reicht für ein Hochwasser aus. Flussbegradigungen, Kanalisierungen, Versiegelung von immer mehr Bodenflächen und Vernichtung von Flussauen, die einst als natürliche Flutungsgebiete gedient haben, machen aus den alljährlichen Hochwassern jedoch immer öfter Notstands-Überschwemmungen: wie an der Oder 1997 und erneut 2002, in Venezuela 1999 oder im Aosta-Tal im Oktober 2000.

Sturmflut in Hamburg

19.02.1962 / Hamburg: Die zurückweichenden Wassermassen lassen das Ausmaß der Flutkatastrophe erkennen

19.02.1962 / Hamburg: Die zurückweichenden Wassermassen lassen das Ausmaß der Flutkatastrophe erkennen

Auch Sturmfluten führen dem Menschen immer wieder die vernichtende Macht des Wassers vor Augen. Sie entstehen, wenn ein Sturm die Wassermassen in Richtung Land treibt. In der Nordsee können Sturmfluten an den Küsten Wasserstandserhöhungen von über vier Metern verursachen. Die verheerende Sturmflut 1962 in Hamburg führte mit 5,70 Metern zu dem höchsten bisher beobachteten Wasserstand in der Deutschen Bucht. In der Nacht zum 17. Februar durchbrechen hohe Springfluten die Deiche. Viele Hamburger werden im Schlaf von der Katastrophe überrascht. Sie flüchten auf Hausdächer und Bäume. Die Sturmflut kostet 337 Menschen das Leben, etwa 75.000 Menschen werden obdachlos und es entsteht ein Sachschaden von 1,5 Mrd. .

Riesenwellen aus der Tiefe

Die Kraft des Wassers

Die Kraft des Wassers

Riesenwellen, auch Tsunamis genannt, werden im Unterschied zu den Sturmfluten nicht vom Wind erzeugt, sondern von See- oder Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Felsstürzen. Eine große Erschütterung reißt die Wassermassen aus dem Gleichgewicht und die dabei entstehende Energie breitet sich in Form von Wellen ringförmig aus. Auf hoher See haben sie eine geringe Wellenhöhe, an Küsten jedoch können sie sich bis zu 60 Metern auftürmen, landeinwärts rasen und katastrophale Überschwemmungen hervorrufen. Tsunamis erodieren Küsten, zerschmettern Straßen und Gebäude und heben selbst große Ozeandampfer hoch. Eine verheerende Tsunami-Katastrophe brach 1998 über Papua-Neuguinea herein: Fast 2.500 Menschen fielen der Riesenwelle damals zum Opfer.

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