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DKMS und Stammzellspende

11 Fragen, 11 Antworten

Was ist eigentlich Leukämie?

Leukämie (Blutkrebs) ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen. Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind für die Infektabwehr zuständig. Leukämie entsteht im Knochenmark, dem blutbildenden Organ des menschlichen Körpers. Hier ist der normale Reifeprozess der weißen Blutkörperchen gestört und es kommt zu einer explosionsartigen Vermehrung dieser Zellen. Durch diese Zellwucherung werden die anderen im Knochenmark gebildeten Zellen, nämlich die roten Blutkörperchen (Erythrozyten: für den Sauerstofftransport verantwortlich) und die Blutplättchen (Thrombozyten: für die Blutgerinnung verantwortlich) verdrängt.


Gibt es Heilungschancen?

Ohne medizinische Behandlung führt eine Leukämie immer zum Tode. Häufig gelingt es zwar, Patienten durch eine Chemo- bzw. Strahlentherapie zu heilen. Doch nicht immer. Oft ist die Übertragung gesunder Stammzellen die letzte Chance, das Leben des Patienten zu retten.


Wie erkennt man die Krankheit?

Erste Anzeichen dieser bösartigen Erkrankung sind Infektanfälligkeit, Abgeschlagenheit und Neigung zu Blutergüssen.


Wie oft erkrankt jemand an Leukämie?

Alle 45 Minuten lautet für einen Menschen in Deutschland die schreckliche Wahrheit: Diagnose Leukämie! Das sind etwa 11.000 Neuerkrankungen pro Jahr!


Einen Spender finden - reine Glücksache?

Nur für rund ein Drittel dieser Leukämie-Patienten kann ein geeigneter Spender innerhalb der eigenen Familie gefunden werden. Doch wer kommt als Spender in Frage, wenn in der eigenen Familie niemand passt? Für viele hängt das Leben davon ab, dass sich – irgendwo auf der Welt – ein fremder Mensch dazu bereit erklärt, ihnen Stammzellen zu spenden.

Da jeder Mensch ganz individuelle Gewebemerkmale hat, ist es sehr schwer, den passenden Spender zu finden. Eine Übereinstimmung der Gewebemerkmale kommt nur sehr selten vor, ist aber Voraussetzung für eine erfolgreiche Transplantation. Unter Umständen kommt nur ein einziger Mensch unter mehreren Millionen als Spender in Frage.


DKMS: Jeder Einzelne zählt!

Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH wurde 1991 aus einer privaten Initiative gegründet und hat sich innerhalb kürzester Zeit mit heute über 1,9 Millionen registrierten Spendern zur weltweit größten Einzeldatei entwickelt. Durchschnittlich erhalten jeden Tag mindestens acht Patienten Stammzellen von Spendern aus der DKMS, mehr als 17.000 Mal konnte ein DKMS-Spender einem Patienten die Chance auf Leben geben. Trotz dieser positiven Entwicklung kann für jeden fünften Patienten ohne passenden Familienspender kein geeigneter Fremdspender gefunden werden. Erklärtes Ziel der DKMS ist es durch den weiteren Ausbau der Datei für möglichst alle Patienten einen geeigneten Lebensspender zu finden.


Was kann ich tun?

Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren als potenzieller Spender registrieren und typisieren lassen. Darüber hinaus werden dringend Geldspenden benötigt, um die Typisierungskosten finanzieren zu können. Jeder Euro zählt!


Was bedeutet Typisierung?

Um die Chance zu bekommen einmal als Lebensspender aktiv zu werden, muss die DKMS zunächst die Gewebemerkmale des Spenders feststellen lassen. Mit 5 ml Blut können diese typisiert (untersucht) werden. Diese Daten stehen dann in anonymisierter Form weltweit für Patientenanfragen zur Verfügung. Sollten die Gewebemerkmale des potenziellen Spenders tatsächlich mit denen eines Patienten übereinstimmen werden (nach Rücksprache mit dem Spender) weitergehende Untersuchungsschritte eingeleitet. Für junge Spender, die vollständig typisiert sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit Stammzellen zu spenden, etwa 1% innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung, danach ca. 5% in 10 Jahren.


Warum kostet die Typisierung Geld?

Die Registrierung jedes neuen potenziellen Lebensspenders kostet die DKMS 50,- Euro, da die Laboruntersuchungen sehr aufwändig sind. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht. Nach einer anfänglichen Förderung durch das Bundesministerium für Gesundheit und die Deutsche Krebshilfe ist die DKMS seit Ende 1994 für den Ausbau der Datei finanziell auf sich gestellt. Die Spenderneugewinnung wird seitdem über Privat- und Firmenspenden finanziert. Häufig werden die Kosten von den Spendern selbst getragen, doch nicht allen ist dies möglich. Helfen können Sie daher auch mit Ihrer Spende. Die vielen Patienten, denen dadurch geholfen werden kann, werden es Ihnen danken.


Wie läuft eine Lebensspende ab?

Es gibt zwei Verfahren zur Gewinnung dieser Stammzellen: periphere Stammzellentnahme, die in etwa 80 Prozent der Fälle angewendet wird und durch die Entnahme von Knochenmark (nicht Rückenmark!) aus dem Beckenkamm. Verdienstausfall und alle anderen Kosten des Spenders werden von der Krankenkasse des Patienten übernommen. In beiden Fällen wird der Spender vor der Entnahme eingehend ärztlich untersucht.

Bei der peripheren Stammzellentnahme, wird dem Spender über mehrere Tage ein körpereigener hormonähnlicher Stoff (Wachstumsfaktor) gegeben. Dieses Medikament stimuliert die Produktion der Stammzellen, die dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden.Diese Methode wird in der Medizin seit 1988 angewandt, beim gesunden Menschen (hier beim Spender) seit 1994.


Bei der Knochenmarkentnahme wird dem Spender unter Vollnarkose ca. 1 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch (das sind ungefähr 5 Prozent des Gesamtvolumens) aus dem Beckenknochen (nicht Rückenmark!) entnommen und dem Patienten übertragen. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb von 14 Tagen vollständig nach. Das Risiko für den Knochenmarkspender beschränkt sich im Wesentlichen auf das Narkoserisiko.


Wie können Unternehmen helfen?

Soziale Verantwortung obliegt immer mehr dem Einzelnen und im besonderen Maße den Unternehmen. Daher ist die Zusammenarbeit mit Firmen für die DKMS eine wichtige Säule des Erfolges. So haben es bereits über 2.255 Unternehmen ihren Mitarbeitern ermöglicht, sich am Arbeitsplatz als potenzielle Stammzellspender in die DKMS aufnehmen zu lassen. Allein durch Betriebstypisierungen konnten bis heute mehr als 183.590 neue potenzielle Stammzellspender gewonnen werden. Bislang spendeten 1.258 dieser Spender tatsächlich Stammzellen. (Stand April 2009)


Zu den erfolgreichsten Beispielen zählt unter anderem die Betriebstypisierung der Airbus Deutschland GmbH. An allen sieben deutschen Standorten ließen sich im Jahr 2003 mehr als 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die DKMS aufnehmen. Von 1998 bis heute ließen sich rund 4.300 Mitarbeiter und Kunden der Hornbach-Baumarkt AG in über 60 bundesweiten Filialen typisieren. Auch die Volkswagen AG in Wolfsburg hat bereits zahlreiche Betriebstypisierungen mit der DKMS durchgeführt. Rund  7300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden als potenzielle Stammzellspender in die DKMS aufgenommen. Im Jahr 2004 ließen sich gut 1300 Mitarbeiter der K+S-Gruppe registrieren und typisieren. Aber auch viele kleine Firmen wie z. B. Gasthöfe, Arztpraxen oder Frisörsalons konnten mit einer hohen Beteiligung der Mitarbeiter helfen, Leben zu retten.


Da die DKMS die Typisierungskosten finanzieren muss, ist die Datei auf die Übernahme der Kosten durch das Unternehmen angewiesen. Oft tragen auch die Mitarbeiter einen Teil der Gesamtsumme z.B. durch Geldspendensammlungen, Einnahmen aus Betriebsfesten oder ähnlichem. Als gemeinnützige Organisation kann die DKMS steuerabzugsfähige Spendenbescheinigungen ausstellen.


Weitere Informationen finden Sie unter www.dkms.de

© DMKS
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