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wissen.de Artikel

Dmitri Schostakowitsch

Kurzbiografie

Name:Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch
geboren am:25.9.1906
geboren in:Sankt Petersburg
gestorben am:9.8.1975
gestorben in:Moskau
russischer Komponist und Pianist.

Schostakowitsch, der ein vielfältiges kompositorisches Werk hinterlassen hat, wurde unter dem Druck der stalinistischen Kulturbürokratie wiederholt in seiner künstlerischen Freiheit beeinträchtigt, erhielt aber schließlich im Jahr 1966 als erster Komponist den Titel "Held der sozialistischen Arbeiterbewegung". Auch im Ausland wurde sein Talent bereits zu Lebzeiten mit Ehrungen gewürdigt. Während seiner Laufbahn als Komponist trat Schostakowitsch auch gelegentlich als Pianist auf, wobei er neben klassischen Klavierwerken vorrangig auch seine eigenen Werke interpretierte.

Leben und Werk

"Ich für meine Person stelle Programmatik der Inhaltlichkeit gleich. Ohne einen bestimmten Ideengehalt kann Musik nicht wertvoll, lebendig und schön sein. Der Komponist einer Sinfonie, eines Quartetts oder einer Sonate muss ihr Programm nicht ankündigen, er muss es aber als ideelle Grundlage seines Werkes vor Augen haben... Bei mir und vielen anderen Komponisten der Instrumentalmusik geht immer der Programmgedanke dem Schaffen eines Werkes voraus." (Dmitri Schostakowitsch)

Kindheit und Jugend

Schostakowitsch 1941 als Mitglied der Feuerwehr

Schostakowitsch 1941 als Mitglied der Feuerwehr

Über die ersten zwei Jahrzehnte seines Lebens gibt der Komponist in einer kurzen Autobiografie vom Jahr 1927 selbst Auskunft. Dmitri Schostakowitsch wird am 25. September 1906 in Leningrad, dem ehemaligen und heutigen St. Petersburg, als Sohn des Ingenieurs Dmitri Boleslawowitsch Schostakowitsch und der Pianistin Sofia Wassiljewna Kokoulina geboren. Doch trotz der musikalischen Tradition in der Familie interessiert sich der Sohn zunächst kaum für Musik: "Bis zu jenem Zeitpunkt, als ich mit Musikunterricht begann, hatte ich auch keine Lust dazu geäußert. Ein gewisses Interesse für Musik hatte ich wohl schon verspürt. Wenn in der Nachbarschaft ein Streichquartett probte, legte ich das Ohr an die Wand und lauschte. Meine Mutter, als sie das sah, bestand darauf, dass ich Klavierstunden nahm. Ich war gleichwohl ziemlich abgeneigt." Trotzdem entwickelt sich durch diese Klavierstunden ein musikalisches Talent und Dmitri unternimmt bald auch erste kompositorische Versuche. Als eines seiner frühen Werke gilt das Klavierstück "Trauermarsch zum Gedächtnis der Revolutionsopfer", das die blutigen Ereignisse der Februar-Revolution von 1917 verarbeitet.

Wenige Monate später überlässt Dmitris Mutter die pianistische Ausbildung ihres Sohnes Johann A. Glasser, der den kompositorischen Ambitionen seines Schülers jedoch eher skeptisch gegenübersteht. Bereits 1917 zeigt sich Dmitri diesem Lehrer entwachsen und besucht fortan das Leningrader Konservatorium, wo er Unterricht bei der Professorin Alexandra A. Rosanowa erhält, die auch schon seine Mutter ausgebildet hatte. Ab 1919 studiert Dmitri auch Komposition, zunächst bei G. J. Bruni und ab Sommer dieses Jahres bei Alexander K. Glasunow. Dieser ermutigt Dmitri zu einem vollen Musikstudium, das sich ab Herbst 1919 anschließt. Nun erhält er Kompositionsunterricht von Maximilian Steinberg, dem Schwiegersohn von Nikolai A. Rimsky-Korsakow.

Einen gravierenden Einschnitt in Dmitris Leben bedeutet der Tod seines Vaters aufgrund von Unterernährung, die schließlich zur Lungenentzündung führt, im Februar 1922. In den politischen und wirtschaftlichen Wirren der nachrevolutionären Zeit hatte sich die alltägliche Situation vieler Menschen drastisch verschlechtert, so dass dieses Ereignis die vierköpfige Familie nun in eine finanziell bedrohlich Lage bringt. Dazu kommen im August 1923 ernsthafte gesundheitliche Probleme, als Dmitri an Bronchien- und Lymphdrüsentuberkulose erkrankt. Nach einer Kur auf der Krim hat sich schließlich ein Schuldenberg aufgetürmt, den Dmitri als Kinopianist mit abzutragen hilft. Eine willkommene finanzielle Hilfe bedeutet daher das durch persönliche Fürsprache Glasunows bewilligte Stipendium des Borodin-Fonds.

Internationaler Durchbruch

1925 komponiert Dmitri Schostakowitsch als Abschlussarbeit seiner Studien die "1. Symphonie f-moll", die am 12. Mai 1926 von den Leningrader Sinfonikern unter der Leitung von Nikolai Malko mit großem Erfolg uraufgeführt wird und dem jungen Komponisten in kürzester Zeit weltweite Anerkennung verschafft. Malko selbst äußert sich nach der Uraufführung mit folgenden Worten über das Werk: "Ich habe das Gefühl, dass ich eine neue Seite in der Geschichte der Sinfonik aufgeschlagen und einen neuen großen Komponisten entdeckt habe." Nur ein Jahr später erlebt das Werk am 5. Mai seine deutsche Erstaufführung unter Bruno Walter in Berlin; am 2. November 1928 wird es von Leopold Stokowski in Philadelphia sowie von Arthur Rodzinski in New York aufgeführt; im selben Jahr nimmt Nikolai Malko es während einer Südamerika-Tournee ins Programm und ab 1931 hört man es auch in den Konzerten von Arturo Toscanini. Dmitri Schostakowitsch wird als neuer Stern am Musikerhimmel gefeiert.

"Musikalische Revolution"

Die 20er Jahre sind - nicht zuletzt durch die aus den Fugen geratene Welt der nachrevolutionären Zeit - von weitreichenden künstlerischen Reformen gekennzeichnet. Sie sind die Zeit des Futurismus, der den kompletten Bruch mit allen Überlieferungen und Traditionen und damit gleichzeitig einen Neuanfang auf unberührtem Boden sucht. Sie sind die Zeit des Symbolismus und die Zeit der atonalen Experimente, die ihren Ausgang bereits bei Alexander Skrjabin genommen haben und durch Arseni Awraamow sowie Georgi Rimsky-Korsakow fortgeführt werden.

Dmitri Schostakowitsch hat sich mit all diesen verschiedenen Bewegungen auseinander gesetzt und ist dabei dennoch einen ganz eigenen Weg gegangen. In einer Mischung aus Konvention und Revolution verbindet er ein fundiertes kompositorisches Handwerk, das v.a. durch seine fantasievollen Instrumentierungen besticht, mit moderner Melodik und Harmonik, die er dabei jedoch immer in den Dienst der Komposition stellt: "Das Suchen nach den Ausdrucksmitteln, die Anwendung komplizierter Systeme (z.B. der Dodekaphonie) sind äußerst notwendig. Die Wahl dieser Mittel sollte jedoch vor allem durch das ideell-künstlerische Hauptziel diktiert werden." Inspirierend wirken auch die Werke zeitgenössischer Komponisten wie Igor Strawinsky und Sergeh Prokofjew, aber vor allem Gustav Mahler. Mit seinen 1927 komponierten "Aphorismen" beschreitet Schostakowitsch neue musikalische Wege, auf denen er die akademische Tradition hinter sich lässt und einen eigenen Stil kreiert.

Bereits mit seiner im selben Jahr komponierten 2. Symphonie H-Dur "An den Oktober" schlägt Schostakowitsch jedoch den für ihn einzig möglichen, von westlichen Musikkritikern allerdings lange Zeit missverstandenen musikalischen Weg eines propagandistischen Auftragskomponisten ein. Doch hinter den Konzessionen an das kommunistische Regime, hinter vaterländischem Pathos verbirgt sich in der musikalischen Sprache einer "neuen Sachlichkeit" in einer Mischung aus Spott und Sarkasmus nicht selten subtile bis deutliche und vom einheimischen Publikum durchaus verstandene Kritik an den politischen und gesellschaftlichen Zuständen.

Schostakowitsch und Stalin

Fast zwanzig Jahre lang hat die Allmächtigkeit des Diktators Josef Stalin das Leben und musikalische Wirken Dmitri Schostakowitschs beeinflusst. Die erste Begegnung des Politikers mit dem Komponisten findet am 28. Januar 1936 statt, als Stalin eine Aufführung von Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth" vorzeitig nach der Pause verlässt und am folgenden Tag in der Prawda unter dem Titel "Chaos statt Musik" folgende Zeilen veröffentlichen lässt: "Von der ersten Minute an verblüfft den Hörer in dieser Oper die betonte disharmonische, chaotische Flut von Tönen, Bruchstücke von Melodien, Keime einer musikalischen Phrase versinken, reißen sich los und tauchen erneut unter in Gepolter, Geprassel und Gekreisch. Dieser 'Musik' zu folgen, ist schwer, sie sich einzuprägen unmöglich... Durch musikalischen Lärm soll Leidenschaft zum Ausdruck kommen... Das ist eine Musik, die nach dem gleichen Prinzip der Negierung der Oper aufgebaut ist, nach dem die 'linke' Kunst überhaupt im Theater die Einfachheit, den Realismus, die Verständlichkeit der Gestalt, den natürlichen Klang des Wortes negiert... Das ist 'linke' Zügellosigkeit an Stelle einer natürlichen, menschlichen Musik."

Eine Woche später folgt eine zweite Kritik über Schostakowitschs Ballet "Der helle Bach", was den Komponisten und seine Freunde das Schlimmste befürchten lässt. Doch Schostakowitsch wird wider Erwarten nicht verhaftet, sollte jedoch von da an bis zu seinem Lebensende unter ständiger Angst leben. Diese Furcht wird noch dadurch multipliziert, dass Schostakowitsch seit 1938 für eine Frau und zwei Kinder verantwortlich ist: 1932 hattte er Nina Warsar geheiratet, 1936 wurde die Tochter Galya und 1938 der Sohn Maxim geboren. Und so sagt Schostakowitsch zur Vermeidung weiteren Aufsehens nicht nur die für 1936 geplante Uraufführung seiner 4. Symphonie ab, sondern wandert in den folgenden Jahren auf einem schmalen Grat zwischen ideologischer Vereinnahmung und künstlerischer Selbstverwirklichung, zwischen Leben und Tod. Er macht Zugeständnisse äußerer wie innerer Art, in seinem Leben und in seiner Musik.

Neben der Arbeit für verschiedene Verbände und Gremien ist Schostakowitschs Weg in den nächsten Jahren von offizieller Anerkennung gekennzeichnet:

  • 1937: Außerordentlicher Professor für Komposition am Leningrader Konservatorium
  • 1939: Ordentlicher Professor
  • 1941: Verleihung des Stalinpreises
  • 1947: Neuerliche Professur am Konservatorium in Leningrad

Trotz aller parteipolitischer Konzessionen bleibt aber auch Dmitri Schostakowitsch nicht von dem Vorwurf des "Formalismus" verschont: "Schon im Jahre 1936 wurden im Zusammenhang mit der Oper 'Die Lady Macbeth von Mzensk' in der 'Prawda' die formalistischen, volksfremden Verzerrungen im Werke Schostakowitschs einer scharfen Kritik unterzogen und die Gefahr und Schändlichkeit dieser Richtung für die Sowjetmusik enthüllt... Ungeachtet dieser Warnungen und entgegen diesen Weisungen... traten keinerlei Veränderungen in der sowjetischen Musik ein... Diese Musik hat ihren Geist vollständig der zeitgemäßen, übermodernen bürgerlichen Musik Europas und Amerikas überantwortet, die die Altersschwäche der bürgerlichen Kultur widerspiegelt."

Schostakowitsch wird zur Persona non grata und verliert alle seine offiziellen Ämter und damit auch seine Existenz. Die Ernährung der Familie übernimmt in dieser Zeit seine Ehefrau Nina, die eine Stelle als Wissenschaftlerin in einem Laboratorium der Leningrader Universität annimmt. Zum Vorwurf des Formalismus kann Schostakowitsch erst 1956, nach dem Tod Stalins, Stellung nehmen: "Das Neuerertum findet bei uns jedoch nicht immer eine gerechtfertigte und richtige Beurteilung. Allzu eilfertig stempelt man jede Äußerung des schöpferischen Suchens als Formalismus ab. Nicht selten wird Formalismus das genannt, was irgend jemand nicht ganz verständlich oder nicht ganz nach seinem Geschmack ist..."

Trotz dieser Vorwürfe kann sich die "Exportware" Schostakowitsch relativ frei bewegen und der Komponist reist mehrmals als Musiker und politischer Botschafter ins Ausland. Ungeachtet der Zweifel an seiner parteipolitischen Position haben seine Werke noch zu seinen Lebzeiten zahlreiche Aufführungen auf der ganzen Welt erlebt und verschiedene Ehrungen sein kompositorisches Talent gewürdigt. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1954 heiratet Schostakowitsch 1956 Margarita A. Kainowa; diese Ehe wird 1959 geschieden. Während der letzten Jahre lebt der Komponist mit seiner dritten Ehefrau Irina A. Supinskaja zusammen (Heirat 1962). In den 60er Jahren verstärken sich seine gesundheitlichen Probleme. Zwei Herzinfarkte - im Mai 1966 und im September 1971 - überlebt Schostakowitsch noch, am dritten stirbt er am 9. August 1975 in Moskau. Fünf Tage später wird Dmitri Schostakowitsch auf dem Friedhof am Nowodewitschi-Kloster (Neujungfrauen-Kloster) beigesetzt.

Die vielen Gesichter des Komponisten Schostakowitsch

Dmitri Schostakowitsch hat ein vielfältiges kompositorisches Werk hinterlassen. Neben den insgesamt 15 Symphonien, die neben Einflüssen von Strawinsky und Prokofjew v.a. auch die Gustav Mahlers widerspiegeln und von denen schon zu seinen Lebzeiten besonders die 10. und als kompositorisches Vermächtnis die 15. geschätzt wurden, findet sich in seinem Oeuvre Opern- neben Filmmusik, Ballettmusik neben Kammermusik und Liedern sowie Unterhaltungsmusik.

Sein Debüt als Opernkomponist gibt Schostakowitsch 1928 mit "Die Nase". In die Zeit zwischen 1930 und 1932 fällt die Arbeit an der verfemten Oper "Lady Macbeth von Mzensk", die ab 1963 unter dem Titel "Katerina Ismailowa" wieder aufgenommen wird. In der Stalin-Ära entsteht als Zugeständnis an die propagandistischen künstlerischen Ideale des Diktators die Musik zu mehr als 40 Filmen wie "Das neue Babylon" (1929), "Allein" (1930/31), "Maxims Jugend" (1934/35), "Der große Staatsbürger" (1938), "Der russische Strom" (1944) oder "Der Fall von Berlin" (1949). Für diese Arbeit kam Schostakowitsch die frühere Zeit als Kinopianist sehr zustatten.

Einen breiten Raum nehmen die kammermusikalischen Kompositionen ein, unter denen v.a. die "Aphorismen op. 13" (1927), die 24 "Präludien und Fugen op. 87" (1950/51) sowie seine Streichquartette hervorragen. Daneben hat Schostakowitsch aber auch leichte Werke geschrieben. Auf diese Kompositionen trifft sein Ausspruch "Wenn das Publikum während der Aufführung meiner Werke lächelt oder direkt lacht, bereitet mir das eine große Befriedigung" besonders zu. Bereits während seiner Studienzeit hatte Schostakowitsch mit Begeisterung Jazzkonzerte besucht und später widmete er sich auch als Komponist dieser Stilrichtung. Wenn daraus auch nicht "waschechter" Jazz hervorgegangen ist, so hat Schostakowitsch doch mit seinen zwei "Jazz-Suiten" und dem "Tahiti Trot (Tea for Two)" eine Reihe vergnüglicher und bester Unterhaltungsmusik hinterlassen, bei denen man wirklich zuweilen schmunzeln muss. Nicht weniger unterhaltsam und fantasievoll orchestriert sind Schostakowitschs Ballettmusiken "Das goldene Zeitalter op. 22" (1930), "Der Bolzen op. 27" (1930/31) und "Der helle Bach" (1935). In Kontrast dazu steht Schostakowitschs Spätwerk, das immer intensiver und deutlicher die Sprache des Todes spricht.

Schostakowitsch als "Staatskomponist"

"Symphonie Nr. 2 H-Dur op. 14", 1927, "Dem Oktober gewidmet" Zur Feier des 10. Jahrestages der Oktoberrevolution von der Musikabteilung des Staatsverlages in Auftrag gegeben

"Symphonie Nr. 5 d-moll op. 47", 1937, "Schöpferische Antwort auf berechtigte Kritik" Von der Fassade her ein Bekenntnis zum sozialistischen Realismus, unterschwellig jedoch eine Darstellung der Täter-Opfer-Beziehung.

"Symphonie Nr. 7 C-Dur op. 60", 1941/42, "Der Stadt Leningrad" Primär eine Verarbeitung der Belagerung Leningrads während des Zweiten Weltkriegs und Symbol des Kampfes gegen Hitlerdeutschland, sekundär ein Requiem für die Opfer der stalinistischen Säuberungsaktionen.

"Symphonie Nr. 11 g-moll op. 103 (Das Jahr 1905)", 1956/57 Hinter der Darstellung des historischen Ereignisses vom Petersburger "Blutsonntag" 1905, an dem Zar Nikolaus II. friedliche Demonstranten erschießen ließ, übt Schostakowitsch veschlüsselte Kritik an der blutigen Niederschlagung des Ungarn-Aufstands.

1. Russische Revolution 1905

1. Russische Revolution 1905

"Symphonie Nr. 12 d-moll op. 112 (Das Jahr 1917)", 1961, "Dem Gedenken Wladminir Iljitsch Lenin" zum XXII. Parteitag der KPdSU entstanden

Schostakowitsch als Pianist

Dass Dmitri Schostakowitsch sich für die musikalische Laufbahn eines Komponisten und nicht eines Pianisten entschied, war gar nicht so selbstverständlich. Kurz vor Beendigung seiner Studien am Leningrader Konservatorium kamen ihm denn auch starke Zweifel an seiner eigentlichen Berufung: "Ich war völlig unfähig zu komponieren, und eines Tages vernichtete ich fast alle Manuskripte. Jetzt bedaure ich das sehr, insbesondere, weil sich darunter Teile einer Oper befanden - 'Die Zigeuner' nach einem Poem Puschkins. Ich stand vor der Frage, was ich werden sollte - Pianist oder Komponist?"

Auch wenn Schostakowitsch danach konsequent den Weg eines Komponisten eingeschlagen hat, trat er doch noch in regelmäßigen Abständen als Pianist auf. Dabei interpretierte er nicht nur die Klavierwerke der Klassiker, sondern v.a. auch seine eigenen Werke. Seine pianistischen Fähigkeiten sind von einer exzellenten Technik und von einem trockenen non-legato-Spiel gekennzeichnet, das Schostakowitsch besonders als Anwalt seiner eigenen Musik geeignet machte.

Ehrungen und Preise

  • 1943 - Ehrenmmitglied des Amerikanischen Instituts für Kunst und Literatur
  • 1955 - Ernennung zum Korrespondierenden Mitglied der Akademie der Künste der DDR
  • 1956 - Ehrenmitglied der Accademia Santa Cecila, Rom
  • 1958 - Verleihung des Ordens Chevalier des Arts et Lettres, Paris
  • 1958 - Ehrendoktor der Universität Oxford
  • 1958 - Ehrenmitglied der Englischen Königlichen Musikakademie
  • 1958 - Internationaler Jan-Sibelius-Preis
  • 1959 - Mitglied der Akademie der Wissenschaften (USA)
  • 1963 - Ernennung zum Mitglied des Internationalen Musikrates bei der UNESCO
  • 1965 - Ehrenmitglied der Serbischen Akademie der Künste
  • 1966 - Goldmedaille der Englischen Königlichen Philharmonischen Gesellschaft
  • 1967 - Orden des Großen Silberzeichens der Republik Österreich
  • 1968 - Korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
  • 1970 - Mozart-Gedenkmedaille der Wiener Mozart-Gesellschaft
  • 1973 - Léonie-Sonning-Musikpreis (Dänemark)
  • Außerdem Verleihung von fünf Stalinpreisen, einem Leninpreis sowie zwei Leninorden.

Bibliografie

Detlef Gojowy: Dmitri Schostakowitsch, 1983

Karen Kopp: Form und Gehalt der Symphonien des Dmitri Schostakowitsch, 1989

Ernst Kuhn (Hrsg.): Volksfeind Dmitri Schostakowitsch. Eine Dokumentation der öffentlichen Angriffe gegen den Komponisten in der ehemaligen Sowjetunion, 1997. (1 CD-Rom)

Natalja W. Lukjanowa: Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, 1993

Krzysztof Meyer: Dmitri Schostakowitsch. Sein Leben, sein Werk, seine Zeit, 1998

Dmitri Schostakowitsch: Chaos statt Musik? Briefe an einen Freund, 1995

Solomon Volkow (Hrsg.): Zeugenaussage. Die Memoiren des Dmitri Schostakowitsch, 1979

Kontakt

Schostakowitsch Gesellschaft e.V. -Vorsitzender Hilmar Schmalenberg
Klaustaler Str. 2, 13187 Berlin
EMail: schog.hs@t-online.de

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