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Dreikönigstag: Ankunft der drei Sterndeuter

Vor allem in katholischen Gegenden ziehen am 6. Januar verkleidete Kinder von Tür zu Tür: Sie verkörpern die Heiligen Drei Könige, die der biblischen Überlieferung zufolge dem neugeborenen Jesus in der Krippe gehuldigt haben sollen. Doch warum feiern Christen die Ankunft dieser Gestalten in Bethlehem überhaupt? Wer waren die drei Könige wirklich und welcher Himmelserscheinung folgten sie auf ihrem Weg aus dem Morgenland? Die wichtigsten Fakten rund um das Dreikönigsfest.

Zur klassischen Weihnachtskrippe gehören nicht nur Maria und Josef mit ihrem Kind nebst Ochse und Esel. Oft nähern sich dem Stall auch Hirten, Schafe - und drei weitere Gestalten: die Weisen aus dem Morgenland. Sie sollen der biblischen Überlieferung zufolge als erstes von der Geburt des künftigen Königs der Juden erfahren haben und von weit her nach Bethlehem gereist sein, um den neugeborenen Jesus zu verehren. Ein Stern wies ihnen dabei den Weg zum Stall. Soweit ist die Geschichte bekannt. Doch kennen Sie auch die Hintergründe?

Krippenszene
Zu einer klassischen Krippenszene gehören neben der heiligen Familie auch je drei Hirten und Könige.
Wo liegen die Wurzeln des Tages?

Die katholische Kirche feiert die Ankunft der Sternendeuter traditionell am 6. Januar. Die Wurzeln dieses Festes liegen jedoch keineswegs im Christentum. Schon die alten Ägypter zelebrierten in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die Geburt des Gottes Aion mit dem sogenannten Erscheinungsfest. Die Kirche übernahm diese Tradition später und deutete sie für ihre Zwecke um: Gefeiert wurde nun die Erscheinung des Herrn, das Epiphanias-Fest.

Zelebriert wird mit diesem Fest eigentlich die Offenbarung der Göttlichkeit Christi. Diese soll sich unter anderem durch die Anbetung des Kindes durch die Weisen aus dem Morgenland manifestiert haben. Deshalb gedenkt die westliche Kirche an dem Tag vor allem den Heiligen Drei Königen. In der Ostkirche feiern die Gläubigen mit Epiphanias dagegen die Taufe Jesu. Auch bei diesem Ereignis soll sich die Göttlichkeit Christi gezeigt haben: Denn nach der Taufe fuhr der Geist Gottes in Form einer Taube auf Jesus herab, sagt die Legende.

Wer waren die drei Könige?

Wer die Heiligen Drei Könige waren und ob sie überhaupt real existierten, ist umstritten. Klar ist nur: In der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums werden die Reisenden zunächst gar nicht als Könige bezeichnet. Stattdessen ist von Sterndeutern die Rede, die sich nach dem neugeborenen König der Juden erkunden. Im Griechischen heißen sie "magoi", was Magier oder auch Priester bedeuten kann.

Papst Leo war der Erste, der im 5. Jahrhundert folgerte, dass es sich bei den Sterndeutern um drei Männer gehandelt haben musste. Ein Jahrhundert später erfolgte die Weiterdeutung, es handele sich um Könige - schließlich brachten sie wertvolle Geschenke in Form von Weihrauch, Myrrhe und Gold. In dieser Zeit bekamen die Männer zudem erstmals Namen: Die ersten Varianten von Caspar, Melchior und Balthasar tauchten auf. Heiliggesprochen wurden die Drei übrigens nie - auch wenn ihre Bezeichnung etwas Anderes nahelegt.

Giotto malte den Stern von Behtlehem als Kometen - aber war es wirklich einer?
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Welcher Himmelserscheinung folgten sie?

Genauso spekulativ wie die Identität der Heiligen Drei Könige ist die der Himmelserscheinung, der sie folgten. Schon seit Jahrhunderten versuchen Astronomen herauszufinden, was der Stern von Bethlehem war: Ein Komet? Eine Supernova? Oder doch etwas ganz Anderes?

Die Mehrheit der Experten favorisiert heute folgende Erklärung: Es könnte sich um eine besondere Dreier-Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn gehandelt haben, die im Jahr 7 vor Christus stattfand - und damit in dem Zeitrahmen liegt, den Historiker als wahrscheinlich für die Geburt Jesu erachten. Bei dem extrem seltenen Phänomen begegnen sich die beiden Planeten dreimal kurz hintereinander so nahe, dass sie für einen Beobachter zu einem hellen Lichtpunkt zu verschmelzen scheinen. Ob diese dreifache Begegnung jedoch wirklich der besagte Stern war, bleibt ungelöst.

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DAL, 06.01.2017
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