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E-Zigaretten: Fluch oder Segen?

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Nicht genug Zeit für Langzeitstudien

E-Zigaretten wegen der niedrigeren Schadstoffmenge als "gesunde Alternative" zum Tabak anzupreisen ist jedoch verfrüht. Die Verdampfer sind noch nicht lange genug auf dem Markt, um verlässliche Langzeitstudien zu ermöglichen. Über langfristige Folgen des Dampfens lässt sich deshalb noch nichts sagen.

Die winzigen Tröpfchen im Dampf sollen sich mit der Zeit auflösen und folglich die Lunge nicht so strapazieren wie Rauchpartikel oder Teer. Doch ob sie kurzfristig ähnlich wie feste Partikel in der Lunge wirken, ist unklar. Es gibt jedoch bereits Hinweise darauf, dass der Dampf des Trägermittels Propylenglykol die Schleimhäute reizt und anfälliger für Infektionen durch Bakterien macht.

Außerdem existieren Bedenken, dass die Verdampfer nicht nur für Nikotin auch als Inhalatoren für andere, illegale Drogen zweckentfremdet werden könnten. Dies könnte sich jedoch auch als Vorteil für medizinische Anwendungen erweisen: In den USA existieren beispielsweise bereits E-Zigaretten für Cannabis-basierte Produkte. Wer Cannabis aus medizinischen Gründen verschrieben bekommt, könnte es so konsumieren, ohne rauchen zu müssen.

Auch rechtlich unklar

Auch die rechtliche Position der E-Zigaretten ist bislang unklar. Verschiedene Staaten gehen unterschiedlich damit um: Rauchverbote gelten mancherorts auch für Dampfer. In Deutschland ist das nicht zwangsläufig so. In den Zügen der Deutschen Bahn etwa ist Dampfen nicht erlaubt, auf den Bahnsteigen dagegen schon.

Der Verkauf von nikotinhaltigen Liquids soll ab 2016 innerhalb der EU einheitlich geregelt sein. Die entsprechenden Richtlinien sehen vor, dass die Fläschchen nur eine festgelegte Menge Nikotin enthalten dürfen. Außerdem müssen sie ausreichend gekennzeichnet sein und für Kinder unzugänglich bleiben.

Was soll man also nun von E-Zigaretten im Vergleich zum Tabak halten? Armando Peruga von der Weltgesundheitsorganisation WHO vergleicht das Tabakrauchen mit einem Sprung aus dem 100. Stockwerk eines Hochhauses. E-Zigaretten dampfen sei verglichen damit ein Sprung aus einem niedrigeren Stockwerk – nur die genaue Höhe sei noch nicht bekannt. Demnach ist Dampfen besser für die Gesundheit als Rauchen, aber Nichtrauchen und Nichtdampfen sind immer noch am besten.

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