Europas schönste Lagen
Jahrhunderte lang wurde in Mitteleuropa gekämpft. Preußen gegen Österreicher, Sachsen gegen Spanier oder jeder gegen jeden. Die Folge: Überall wuchsen Burgen wie Bäume aus dem Boden – als Machtdemonstration oder zur Abschreckung. Schöner, größer und vor allem prächtiger als die Gemäuer des Gegners musste der neue Palast werden.

Uns kann das heute nur recht sein. Gehören doch die Residenzen der Edelleute zum Besten, was Europa zu bieten hat, und liegen außerdem noch in den schönsten Gegenden. Erhaben ragen die Schlösser aus der flachen Landschaft. Oder sie kleben wie Adlerhorste auf den Bergen - mit Blick in die Ferne, um den Feind schon von weitem zu sehen.
Doch die Zeiten, in denen die Zugbrücken hochgeklappt und das kochende Pech ausgegossen wurde, sind lange vorbei. Heutzutage kommen die Besucher in friedvoller Absicht, um unter Baldachindächern ein romantisches Wochenende zu verbringen. Kommen Sie mit auf eine Reise zu den Schlosshotels Mitteleuropas!
Deutschland

Gästehaus Petersberg (© www.gaestehaus-petersberg.com)
Ob die Burg Eltz auf dem alten 500-Mark-Schein, ob „Guldenburg“-Schloss Wotersen in Schleswig-Holstein - in deutschen Landen stehen viele bekannte Herrenhäuser.
Bekannt für seine vielen Schlösser und Burgen ist vor allem Vater Rhein. Ehemals nur für hochherrschaftliche Gäste vorgesehen, können nun auch normalsterbliche Steuerzahler im Gästehaus der Bundesrepublik mit Blick auf den Rhein übernachten. Eine Nacht im 5-Sterne-Gästehaus Petersberg (www.gaestehaus-petersberg.com) kostet ab 127 Euro p.P. Zwischen alten Burgmauern wohnt man am Mittelrhein im Hotel Auf Schönburg (www.burghotel-schoenburg.de, ab 75 Euro p.P.).
Reich an Palästen ist auch Mecklenburg-Vorpommern. 2200 standen mal zwischen Berlin und Ostsee - die meisten fielen allerdings dem Krieg oder dem real existierenden Sozialismus zum Opfer. Doch Wende und Investoren (bis 25 Millionen pro Schloss) kamen gerade noch rechtzeitig, um die Fürstenhäuser vor dem kompletten Verfall zu retten. Ein weißer Prachtbau mit Türmchen und Zinnen ist das Schlosshotel Klink (www.schlosshotel-klink.de, ab 47 Euro pro Person) direkt am Ufer der Müritz. Wer mal in einem richtigen Wasserschloss wohnen möchte, ist im Schloss Ulrichshusen richtig (www.gut-ulrichshusen.de, ab 40 Euro p.P.).
Österreich

Idyllisch gelegen: Schloss Fuschl (© www.schlossfuschl.at)
In der Alpenrepublik fürstlich zu logieren ist kein Problem: Von Schloss Seefels am Wörthersee (www.seefels.co.at, ab 110 Euro p.P.) bis zum Hotel Schloss Fuschl bei Salzburg (www.schlossfuschl.at) wurden im Land von Kaiser Maximilian, Sissi & Co. viele feudale Jagd- und Lustschlösser errichtet, die heute auch für Normalsterbliche geöffnet sind.
Hier noch zwei besonders schöne Exemplare:
Burg Bernstein, Burgenland
Kein Straßenlärm, kein Telefon stört die schlossherrliche Ruhe hoch auf dem Felsblock inmitten von saftigem Grün. Doch wenn das Licht ausgeht, sollen eine Weiße Frau und der Rote Ritter durch die Räume mit den erlesenen Antiquitäten geistern. Wer die Schlossgespenster live erleben möchte, zahlt ab 70 Euro p.P. (www.burgbernstein.at).
Schloss Haunsperg, Salzburger Land

Liebenswertes Spukschloss: Schloss Haunsperg bei Salzburg
Auch durch dieses schmucke Schlösschen aus dem 14. Jahrhundert soll bei Vollmond ein freundlicher Hausgeist wandeln. Ob er dabei war, als in der liebenswerten Atmosphäre des Hauses der Text zum Donauwalzer entstanden ist? Einfach die Besitzerfamilie von Gernerth fragen! Info: www.schlosshaunsperg.com. Die Übernachtung kostet ab 63 Euro p.P.
Südtirol

Komfortables Ambiente: Schloss Rundegg (© www.rundegg.com)
Noch germanisch oder schon romanisch? Über vierhundert Schlösser- und Burgen soll es in Südtirol geben, der Region zwischen zwei Ländern. In einigen kann man nächtigen. Und, für heutige friedliche Besucher besonders gut, man spricht deutsch!
Schloss Rundegg, Meran
Kälte hinter meterdicken Mauern, sperrige Ritterrüstungen, Keuschheitsgürtel, die Zeiten sind zum Glück passé. Heute kommen Gäste in das Schlosshotel Rundegg, um sich in der Beauty- und Kurabteilung verwöhnen zu lassen. Und auch Golfspieler kommen auf ihre Kosten. Die Übernachtung im Doppelzimmer ist pro Person ab 90 Euro zu haben. Info: www.rundegg.com.
Schloss Paschbach, Eppan (bei Bozen)
Der Ausblick auf die Dolomiten: phantastisch. Die Lage über dem Weinanbaugebiet: ideal - nicht nur zur Weinlese. Die Nacht im zinnenbekrönten Kastell kostet ab 47 Euro p.P., Info: www.schlosspaschbach.it.
Umbrien

© Mittelalterliche Atmosphäre: Castello dell’Oscano (© www.oscano.com)
Verstreut über den übrigen Stiefel lugen noch weitere Schlösser aus der Landschaft, wie das Castello dell’Oscano bei Perugia. Zwischen Siena und Assisi gelegen ist das Burghotel ein idealer Ausgangspunkt für Tagesausflüge innerhalb Umbriens und der Toskana. Und fast vor der Haustür liegt der Trasimener See. Info: www.oscano.com, ab 110 Euro p. P.
Schweiz
Ob es daran liegt, dass die Eidgenossen nie einen König hatten, dass bei Ihnen nur relativ wenige Schlösser gebaut wurden?
Hoch über dem Vierwaldstätter See thront das Hotel Château Gütsch (www.european-castle.com/deutsch/members_view2.php?id=73, DZ ab 160 Schweizer Franken p.P.). Die Zimmer sind im Stil der Belle Epoche eingerichtet, mit Seidentapeten und Marmorbädern - kein Wunder, dass sich so viele Prominente gewohnt haben.
Mit Blick aufs Wasser dienen auch das Schlosshotel Freienhof (www.freienhof.ch) auf der Aarehalbinsel bei Thun und das Romantikhotel Castello Seeschloss (www.castello-seeschloss.ch) in Ascona am Lago Maggiore.
Ungarn, Slowenien und Tschechien
Edle Landsitze wurden auch in den ehemaligen k.u.k. Kronländern gebaut, in die - nach dem Zusammenbruch des Ostblocks - nun Touristen einziehen können.

Gemütlich: Sitzgelegenheiten im Schlosshotel Szidónia (© www.szidonia.hu)
Sich wie die letzten ungarischen Könige fühlen, das sollen die Gäste im Schlosshotel Sasvár (www.sasvar.hu, Preise ab 60 Euro p. P.). Dafür sorgen schon der Zeremonienmeister und die Kammerzofe. Inmitten eines riesigen Parks, mit Blick auf den Hámori-See, wohnt es sich gut im Hotel Palota (www.hunguesthotels.hu, Preis ab 46 Euro p.P.). Das Palasthotel wurde erst 1927 bis 1930 gebaut. Und hätte es den Wellnessbereich des Schlosshotels Szidónia (www.szidonia.hu, Zimmer im Schlossgebäude ab 75Euro p.P.) schon früher gegeben, Kaiserin Sissi hätte nicht bis Italien fahren müssen...
Übernachtenswert in Slowenien sind die Vila Bled (www.vila-bled.com, DZ ab 68 Euro p.P.) am gleichnamigen See kurz hinter der österreichischen Grenze bei Villach sowie das Golfhotel Schloss Mokrice kurz vor Zagreb (www.terme-catez.si/de/rezerviraj/hoteli/mokrice, ab 63 Euro p.P.).

Gediegen: Hotel Ruze in Krummau (© www.hotelruze.cz)
Im südböhmischen Krummau (tschechisch Český Krumlov) thront über der Moldau das Hotel Ruze, ein ehemaliges Jesuiten Kloster im 5-Sterne-Gewand (www.hotelruze.cz, ab 54 Euro p.p.).
Polen
Auch in Polen haben die unterschiedlichen Herrscher, ob es nun Könige, Fürsten oder Bischöfe waren, ihre Spuren hinterlassen. Gar zur Sommerresidenz von Kaiser Wilhelm II. gehörte das heutige Kadyny Palasthotel (www.kadyny.com, ab 45 Euro pro Person). Außen alt, innen prächtig, liegt es inmitten von Wäldern nur 800 Meter vom Ostseestrand entfernt.
Erst im Jahre 2000/2001 wurde das Bilderbuchschloss Baranów (www.baranow.motronik.com.pl) am Oberlauf der Weichsel renoviert, ein Juwel der polnischen Renaissance-Architektur. Eine Übernachtung in dem von einem großen Park umgebenen Schloss kostet ab 40 Euro pro Person.Als besondere Attraktionen stehen hier auch altpolnische Festmahle, Ritterkämpfe und Bogenschützenturniere auf dem Programm.
Belgien
Für die meisten ist Belgien nur eine Durchgangsstation auf der Fahrt nach Frankreich. Dass es sich lohnt, mal nicht nur an der Raststätte zu halten, um Fritten oder Pralinen zu kaufen, zeigt das Château Balzat(www.sfeerhotels.nl/sfh/enbe-ottignie-balzat.html, p. P. ab 56 Euro). Das schneeweiße Schlosshotel liegt nur 32 Kilometer südlich von Brüssel und wurde 1925 von einer Hofdame von Queen Victoria errichtet.
Einen Stop wert sind auch die folgenden Hotels: Château Bleu (www.chateaubleu.be), Château du Lac (www.chateaudulac-belgium.com) und Château de Limelette (www.chateau-de-limelette.be).
Frankreich
Schade, die meisten Schlösser in Frankreich, wie Versailles oder die bekannten an der Loire, nehmen keine Gäste auf. Aber einige Häuser gibt es doch, in denen man sich fast wie Gott in Frankreich fühlen kann!

Leben wie Gott in Frankreich: Château de Maulmont (© www.chateau-maulmont.com)
Zum Beispiel im Hotel du Château de Maulmont (www.chateau-maulmont.com, Auvergne, DZ ab 70 Euro p.P.). Eine Trutzburg wie aus dem Traum, mit Giebeln, Erkern und einem Park zum Lustwandeln. Neu sind die Schwimmbäder und der gepflegte Golfplatz. Und wer möchte, kann für 4.600 Euro eine Nacht lang Schlossherr spielen. Im Preis ist die Übernachtung für 19 Zimmer eingeschlossen, nicht aber die Mahlzeiten.









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