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Ein Dorf digitalisiert sich

Das Internet veränderte Planung und Buchung der schönsten Zeit des Jahres komplett. Dank der allgegenwärtigen Digitalisierung stehen nicht nur Reiseunternehmer, sondern auch ganze Urlaubsorte vor der großen Herausforderung, On- und Offlinewelt miteinander zu verbinden.

Laptop und Smartphone im Einsatz
Online-Service sit zwar inzwischen unverzichtbar, bindet aber vermehrt Ressourcen der Hoteliers.
Das Netzt hat sich mittlerweile von einem Informationsmedium zu einer ganz eigenen Welt entwickelt, das sieht nicht nur der, der online etwas kaufen möchte, sondern auch derjenige, der seinen Winterurlaub im Web buchen will. Doch was auf Kundenseite komfortabel und schnell von der Couch aus geschehen soll, bedeutet auf der anderen Seite bei Privathoteliers in den Urlaubsorten viel Arbeit: Ressourcen- und Arbeitskräftemangel, dazu eine stetig wachsende Online-Konkurrenz nehmen von den Hoteliers viel Zeit ein Anspruch – der Raum für die eigentliche Berufung schrumpft. Hinzukommen die fälligen Provisionen für Urlaubsportale: Seiten wie booking.com, Tripadvisor und Expedia bieten ihre Dienste nicht umsonst an. Das wiederum senkt die Erträge weiter. Mittlerweile drängen auch die Giganten Google und Amazon auf diesen Markt, was weitere Kämpfe bedeutet. Nicht wenige Betriebe landen darüber im sogenannten Doom-Loop: Im verzweifelten Versuch, die knapp kalkulierten Gewinnmargen ein wenig zu steigern, werden die Ausgaben gesenkt – die Qualität leidet, es kommen weniger Gäste. Und wenn dieser Punkt erreicht ist, beginnt die Spirale sich immer schneller zu drehen.

Verschneites Saas-Fee
Ziel ist es, die Bedürfnisse der Gemeinden, der Hotelbetreiber, Gastronomen und nicht zuletzt der Gäste unter einen Hut zu bekommen.
Jedoch existieren bereits Lösungswege, die sich genau dieser touristischen Probleme annehmen, mit dem Ziel, die Bedürfnisse der Gemeinden, der Hotelbetreiber, Gastronomen und nicht zuletzt der Gäste unter einen Hut zu bekommen: Die Saastal Marketing AG startete 2015 die Smart Marketing Engine. Im Prinzip ein Digitalisierungsprojekt, soll dahinter ein gesamtheitliches Konzept für alle stehen. In der eigenen Heimat konnte das Unternehmen mit dem Projekt bereits Erfolge feiern: Rund 700 touristische Betriebe im Saas-Fee-Skigebiet machen bereits mit. Bis zum heutigen Tag sind rund 200 Betriebe angeschlossen

Doch was ist die Smart Marketing Engine? Prinzipiell versteckt sich dahinter ein eigener Channel, der neben der hoteleigenen Kundengewinnung und den Buchungsportalen steht. Auf der Plattform sollen die Betriebe die Richtung des Marketings vorgeben und ihre eigenen Entscheidungen über das „Was, Wann und Wie“ treffen. Das spart Geld, das wiederum den Hoteliers und Gastronomen zur Verfügung steht.

Für die Umsetzung nutzte die Saastal AG die Fähigkeiten der Hochschule Luzern Fachbereich Wirtschaft. Aus dieser Zusammenarbeit ging die fertige Smart Marketing Engine hervorn. Um die Entwicklung zu straffen, arbeiteten die Entwickler in drei Schritten:

Bei Schritt 1 liegt der Fokus auf den gemeinschaftlichen Online-Kampagnen. Dazu integrierten die Spezialisten ein CRM- und Social-Media-Tool, sowie Analytics und eine Video- und PDF-Plattform. Ebenfalls zu diesem Schritt gehört auch eine betriebseigene Landing-Page inklusive Onlineshop und den heute kaum noch wegdenkbaren Apps.

Im Schritt 2 liegt der Schwerpunkt weniger auf Entwicklungsarbeit, denn auf der Schulung: Die Hoteliers und ihre Angestellten erhalten eine umfangreiche Einweisung in die Fähigkeiten und Anforderungen des Tools, damit sie es in Eigenregie betreiben und bedienen können.

Der letzte Schritt beinhaltet die Analyse und Förderung der Kooperation im wettbewerblichen Umfeld zwischen den einzelnen Betrieben: Dazu hilft die Saastal AG bei der Umsetzung der digitalen Werbekampagnen, damit diese einen einheitlichen Look bekommen und alle angeschlossenen Unternehmen eine einheitliche Strategie fahren. Die Elemente sind unter anderem.

  • Gewinnspiele
  • Vorlagen für Newsletter
  • Grafiken für Banner und Inserate
  • Texte, Videos und Bilder

Ebenfalls in den Aufgabenbereich von Saastal fällt die Entwicklung und Aussteuerung von digitalen Kampagnen in Form von Displays, AdWords, Newslettern und Posts. Aber auch die SEO-Optimierung und die Updates der Apps werden zentral geregelt – ein ganzheitliches Projekt.

Der Nutzen für die Unternehmen liegt dabei klar auf der Hand: Alles, was im Internet stattfindet, ob Kampagnen, Newsletter oder AdWords, wird zentral gesteuert. Es muss also nicht mehr jeder Hotelier sich selbst in diese umfangreiche Thematik einarbeiten, sondern die Arbeit wird ihm abgenommen, damit er sich auf das Kerngeschäft konzentrieren kann.

Doch spart die Engine nicht nur Arbeit, sondern auch viele Kosten: Jeder Unternehmer legt selbst fest, wie hoch sein Budget ist. Das hilft, die Ausgaben für Traffic- und Lead-Generierung zu senken und erhöht trotzdem die Zugriffszahlen durch die Vereinheitlichung im zentralen Webshop. Die Vorteile des Ganzen: Der Wettbewerb zwischen den Unternehmen wird im Internet entschärft, während er in der „realen Welt“ bestehen bleibt.

Die Smart Marketing Engine fasst also als digitales Instrument die bislang bei den einzelnen Betrieben liegenden Digitalkampagnen unter einem Dach zusammen. Das reduziert die Arbeit für die einzelnen Firmen und spart Geld, mit dem wiederum die Qualität vor Ort weiter gesteigert werden kann.

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