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Ein Streifzug durch die Museen der Republik

Nofretete, Lego und Schwarze Romantik

Zugegeben. Um es draußen schön zu finden, muss man derzeit schon mit einer Art Teflonhaut ausgestattet sein oder zumindest über ein ziemlich dickes Fell verfügen. Doch auch die, die weder mit dem einen noch mit dem anderen gesegnet sind, sollten sich im Herbst und Winter dann und wann vor die Tür wagen, zum Beispiel um ein wenig Kultur zu tanken. Die Museen der Republik locken jedenfalls mit einem abwechslungsreichen Programm. Von Schwarzer Romantik über Legoklötzchen bis zur ägyptischen Schönheit Nofretete ist so ziemlich alles dabei.

Die schöne Nofretete hält Hof auf der Museumsinsel

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Büste der Königin Nofretete im Neuen Museum in Berlin

Neues Reich, 18. Dynastie, um 1340 v. Chr.; Kalkstein und Gips

Nofretete – das heißt so viel wie: „Die Schöne ist gekommen“. Für den Bildhauer Thutmosis muss der Name wie ein in Erfüllung gegangenes Versprechen gewesen sein, als die schöne Frau des ägyptischen Königs Echnaton um 1340 v. Chr. im Atelier des Hofkünstlers Einzug hielt. Zumindest tat sie dies in Form der weltberühmten Kalksteinbüste mit der fehlenden Pupille. Ob Nofretete Thutmosis tatsächlich in seinem Atelier Modell gestanden hat, ist zwar nicht überliefert. Entscheidend aber ist, dass uns die Büste der Königin mit der Blauen Krone bis heute als Zeugnis der weit entwickelten altägyptischen Kultur dient. Das wiederum haben wir dem deutschen Archäologen Ludwig Borchardt zu verdanken, der vor 100 Jahren am 6. Dezember 1912 bei Grabungen im  Örtchen Amarna am Ufer des Nils auf die Büste der Nofretete stieß. Das Ägyptische Museum in Berlin nimmt dieses Jubiläum nun zum Anlass für eine Sonderausstellung mit dem Titel „Amarna 2012 – 100 Jahre Nofretete“.

Wer sich also durch die Berliner Kälte kämpft, wird im Neuen Museum auf der Museumsinsel vom 7. Dezember 2012 bis 13. April 2013 nicht nur von Nofretete in Empfang genommen, sondern zusätzlich mit 400 Objekten aus den Berliner Beständen sowie dem Louvre, dem Metropolitan Museum of Art und dem British Museum entlohnt. Die zum Großteil noch nie gezeigten Keramiken, Schmuckstücke, Skulpturen, Statuenfragmente und Architekturteile lassen die Amarna-Zeit sowie die Fundgeschichte der Nofretete-Büste lebendig werden und beleuchten ihre Bedeutung als überzeitliches Schönheitsideal. Wem bei diesem Ausflug zur attraktiven Nofretete und ins heiße Nildelta nicht warm ums Herz wird, dem ist wohl kaum noch zu helfen.

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von wissen.de-Autorin Susanne Böllert, November 2012
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