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Eltern als Vorbilder – Lebensweg der Kinder nachhaltig prägen

Bei der Erziehung und dem Erlernen neuer Fähigkeiten bei Kindern spielt die Nachahmung eine wichtige Rolle. Die Eltern tragen dabei als meist wichtigste Bezugspersonen eine große Verantwortung. Durch das eigene Handeln oder auch durch Beistand und Ratschläge wird die Entwicklung des Nachwuchses entscheidend beeinflusst. Dies geschieht oftmals viel umfangreicher als wir uns das vorstellen.

Nackte Füße am Strand
Die Beziehung zwischen Eltern und Kind prägt die Entwicklung des Nachwuchses in großem Maße.
„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ – dieses Sprichwort versinnbildlicht die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ziemlich genau. Positive wie negative Einflüsse werden an die Kinder weitergegeben. In den unterschiedlichen Altersstufen fällt die Erziehung dabei mal leichter, mal schwerer. Egal ob es ganz alltägliche Gewohnheiten betrifft oder die Weitergabe von verschiedenen Werten: In allen Lebensbereichen gucken sich die Kleinen alle möglichen Einzelheiten von den Großen ab.  

Lernen durch Vorbilder

Das Nachahmen ist nicht nur beim Menschen das grundlegendste Modell zu Lernen, Fähigkeiten zu entwickeln und Erfahrungen zu machen. Insgesamt spielen bei der Entwicklung der Persönlichkeit und dem Aneignen von Fähigkeiten vier grundlegende Lernmethoden eine Rolle:

  • Lernen durch Modelle (z. B. Vorbilder)
  • Lernen durch Versuch und Irrtum
  • Lernen durch gezielte Verstärkung oder Unterweisung
  • Lernen durch Konkurrenz

Ganz automatisch werden von Babys und Kindern verschiedene Personen in ihrem Umfeld genau beobachtet und ihr Handeln imitiert. Dies geschieht zum Teil bewusst, wenn Kinder etwa nach ganz bestimmten neuen Dingen streben. Teilweise ist dies jedoch vor allem bei kleinen Kindern ein völlig unbewusster Vorgang.

Je höher das Ansehen der entsprechenden Person ist, desto eher wird sie als Vorbild anerkannt. Sympathie und eine emotionale Bindung sind dabei wichtige Kriterien. Dies geschieht, wenn dem Kind liebevoll und mit Verständnis und Vertrauen begegnet wird. Auch wenn sich von einer Handlungsweise etwa ein Vorteil verspricht, wird diese oftmals von den Kleinen nachgeahmt. Dazu ist jedoch bereits eine gewisse Berechnung nötig.

Fremde Personen, oder Menschen, die furchteinflößend wirken oder zu denen aus anderen Gründen keine Beziehung besteht, werden von Kindern hingegen nicht gerne als Vorbilder akzeptiert.  

Vater und Sohn beim Gitarrenspielen
Wie der Vater, so der Sohn: Auch bei der Weitergabe von Hobbies spielen Eltern oft eine große Rolle.
Vorbildfunktion als Chance oder Bürde

Das alltägliche Umfeld eines Kindes spiegelt seine ganz individuelle Realität wider. Ob es dabei in einer liebevollen und fördernden Umgebung aufwächst oder möglicherweise Gewalt oder Bedrohungen sein Leben begleitet, kann es sich nicht aussuchen. Dennoch wird es diese Welt als „normal“ empfinden. Automatisch wird es sich Verhaltensweisen aneignen, die ihm vorgelebt werden oder diese auch auf andere Situationen übertragen. 

In dieser Hinsicht wird wieder klar, dass Eltern sein einen Vollzeitjob bedeutet. Egal in welcher Situation wir uns befinden, unsere Kinder haben uns dabei im Auge. Dabei muss jedoch nicht immer alles perfekt laufen. Die bedingungslose Liebe unseres Nachwuchses erlaubt uns auch hier einen gewissen Spielraum.

Niemand wird als Superdaddy oder Supermami geboren. Auch wenn im Alltag etwas schiefläuft, kann dies für die Erziehung als positives Beispiel dienen. Je nachdem wie in einer bestimmten Situation reagiert oder mit Problemen umgegangen wird, ergibt sich daraus ein möglicher Lerneffekt. Wer sich dies klarmacht, fühlt sich vielleicht nicht ganz so von der großen Aufgabe erschlagen.

Vor allem mit etwas älteren Kindern eignen sich kritische Situationen auch dazu, um sie bewusst bei einer Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. So wird einerseits das Selbstvertrauen gestärkt und Verantwortung geübt.

Einfluss in den verschiedensten Lebensbereichen

Dadurch, dass beim Abgucken und Nachahmen verschiedene Verhaltensmuster auch immer auf andere Situationen übertragbar sind, zeigt sich, wie umfassend diese Lernmethode sich bei der Erziehung auf die Entwicklung der Kinder auswirkt.

Je größer das beeinflussende Lebensumfeld der Kinder wird, umso größer wird auch der Einfluss anderer Personen. Vor allem bei verschiedenen Interessen, bei denen die Eltern nicht mithalten können, suchen sie sich oft andere Idole. Wenn wir auch hier nicht möchten, dass die Entwicklung in eine falsche Richtung läuft, kann es helfen, das Gespräch zu suchen. Unser Interesse wird dabei meistens sogar honoriert.  

Bei gezieltem Nachfragen, können wir erfahren, weshalb eine bestimmte Person von unseren Kindern als Vorbild auserkoren wurde. Somit werden sie selbst angeregt, sich Gedanken darüber zu machen, welche Werte oder Eigenschaften sie dabei so anziehend oder nachahmenswert finden.

Infografik
Quelle: Parship / Innofact
Erziehung braucht Zeit

Nicht immer sind wir uns dessen bewusst, in welche Folgen unser Verhalten auf unsere Kleinen hat. Eine aktuelle Studie hat beispielsweise herausgefunden, dass es sich negativ auf die Kinder auswirken kann, wenn wir uns zu oft von Smartphone oder Tablet beim gemeinsamen Umgang ablenken lassen. Die Aufmerksamkeit, die wir ihnen schenken sollte deshalb ungeteilt sein. Wenn der Nachwuchs merkt, dass wir ständig nicht wirklich bei der Sache sind, kann dies zu Verhaltensauffälligkeiten führen.

Die fehlende Orientierung zeigt sich auch, wenn grundsätzlich zu wenig Zeit mit den Kindern verbracht wird. Erziehung erledigt sich nicht einfach so nebenbei. Wenn wir nicht wollen, dass sie sich andere Vorbilder suchen, die möglicherweise für einen schlechten Einfluss sorgen, müssen wir genügend Zeit investieren und uns ausgiebig mit unseren Liebsten beschäftigen. 

Gene sind nur die halbe Miete

Wissenschaftlich gesehen ist es nicht genau klar, wo die Grenze gezogen werden kann, welche Eigenschaften oder Anlagen erblich bedingt an unsere Kinder weitergegeben werden und wo unser Einfluss bei der Erziehung anfängt.

So kann beispielsweise nicht genau gesagt werden, ob ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) nur ausschließlich durch genetische Faktoren ausgelöst wird. Obwohl hier die Veranlagung der Eltern als Hauptursache angesehen wird, können verschiedene Lebensumstände sich ebenso auf die Entstehung von ADHS bei den Kindern auswirken.

Auch verschiedene Erkrankungen, die mit der Ernährung oder dem Essverhalten zusammenhängen haben ihren Ursprung sowohl bei den elterlichen Genen, als auch bei den Gewohnheiten, die von Anfang an das Leben unseres Nachwuchses prägen.

Ein Diabetes kann durch das die Ernährung im Mutterleib an das Baby weitergegeben werden. Eine Insulinresistenz, wie sie beim Typ 1 oder 2 vorkommt, wird ohnehin über das Erbgut übertragen. Dennoch können auch andere Umstände in der Schwangerschaft das Diabetesrisiko der Kinder erhöhen.

Nicht immer muss die Krankheit dabei jedoch in derselben Stärke ausgeprägt sein. Es ist möglich, den Verlauf durch eine entsprechend gesunde Lebensweise abzumildern oder sogar dafür zu sorgen, dass gar keine Symptome auftreten. Wir Eltern gehen dabei mit unserem eigenen Essverhalten als gutes Beispiel voran.

Kind beim Kochen
Wenn Kinder beim Kochen miteinbezogen werden, fällt es leichter, sie an eine gesunde Ernährung heranzuführen
Auswirkungen eines gesunden Lebensstils

Gerade im Bereich Gesundheit spielt das Verhalten der Eltern eine große Rolle. Verschiedene Punkte sind dafür verantwortlich, ob sich die Kinder gesund entwickeln können. Nicht nur die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten werden von ihnen adaptiert. Auch wie mit Stress umgegangen wird oder wie ausgeglichen der Alltag gestaltet ist, zieht bestimmte Folgen nach sich.

Bereits von klein auf, wachsen die Kinder mit den entsprechenden Umständen auf. Wenn wir als Eltern frühzeitig das Interesse für Sport wecken, auf eine abwechslungsreiche Ernährung achten oder ihnen zeigen, wie stressige Situationen gemeistert werden können, ist der beste Grundstein gelegt, dass die Kinder dies für ihr weiteres Leben auch so beibehalten.

Gesunde Kinder sind glückliche Kinder

Wer die wichtigsten Punkte eines gesunden Lebensstils – gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung aber auch genügend Entspannung – berücksichtigt, führt meist ein glücklicheres und ausgeglicheneres Leben. Unsere heutige Zeit bietet so viele Möglichkeiten wie nie zuvor, Sport oder leckeres, gesundes Essen in unser Leben zu integrieren und somit bisweilen sogar einen ganzheitlichen „gesunden Lebensstil“ zu leben. Dabei ist es nicht notwendig, als Elternteil selbst einem unerreichbaren Ideal hinterherzujagen. Ein gesundes Mittelmaß, dass sich an den individuellen Lebensumständen orientiert, lässt sich im Alltag viel leichter umsetzen und den Kleinen näherbringen.

  • Körperliche Fitness und allgemeines Wohlbefinden sorgt auch bei Kindern für mehr Zufriedenheit. Wenn sie Spaß an Bewegung und sportlicher Betätigung haben können sie sich ausreichend austoben und sind meist ausgeglichener.
  • Eine gesunde Ernährung sorgt für ein stabiles Immunsystem und die Kleinen werden nicht so häufig krank. Gerade in der Wachstumsphase werden sie so mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt, die für die Entwicklung benötigt werden.
  • Ausreichend Ruhepausen zwischen aktiven Phasen oder gemeinsame Kuschelrunden sorgen für Entspannung und den notwendigen Ausgleich auch bei den Kindern. Auf diese Weise erleben sie, dass auch das mentale Wohlbefinden wichtig ist.

Viele Eltern nehmen die Geburt eines Kindes als passenden Anlass, ihre eigenen Lebensgewohnheiten zu überdenken und neu auszurichten. Sollten Mütter in der Schwangerschaft ohnehin auf den Konsum von Alkohol oder Zigaretten verzichten, wird dies oft auch anschließend beibehalten. Die Gründung einer Familie bietet die beste Motivation, verschiedene Laster abzulegen und sich für einen gesünderen Lebensstil zu entscheiden.

Vater und Tochter auf dem Tennisplatz
Bewegungsgewohnheiten werden ebenfalls weitergegeben. Wenn Eltern in der Freizeit aktiv sind, gehört für die Kinder sportliche Betätigung ganz selbstverständlich zum Leben dazu.
Die wichtigsten Aufgaben als Vorbild für Kinder

Der wichtigste Punkt ist wohl, dass wir uns als Eltern der großen Aufgabe überhaupt stellen. Die Erziehung unserer Kinder ist einerseits eine große und bisweilen anstrengende Herausforderung, bietet jedoch auch die Möglichkeit, das Leben eines kleinen Menschen nachhaltig mitzugestalten.

Unabdingbar für unsere Vorbildfunktion ist es, dass wir das Vertrauen unseres Nachwuchses genießen. Allein dieses Vertrauen ist schon notwendig, damit sich ein Kind gesund entwickeln kann. Unsicherheit beim Umgang mit der neuen Rolle macht es oft nicht leichter, immer das richtige Verhalten an den Tag zu legen. Um eine starke Bindung aufbauen zu können sind verschieden Punkte besonders ausschlaggebend:

  • Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse
  • Intensive Beschäftigung mit dem Kind
  • Gewaltfreie Konfliktlösung
  • Konsequente Ehrlichkeit
  • Gerechte und altersgemäße Behandlung

Den tiefgreifendsten Einfluss haben wir auf unsere Kinder nicht durch einzelne symbolhafte Lehrstunden, sondern durch unser alltägliches Verhalten. Die Art und Weise wie wir selbst unser Leben bestreiten und in jeder einzelnen Situation reagieren oder Haltung zeigen prägt unseren Nachwuchs entscheidend. Dabei ist es egal ob es dabei um den Umgang mit ihnen selbst geht oder mit anderen Personen oder Dingen.  

Fordern und Fördern

„Fordern und Fördern“ – dieser Grundsatz gehört zu den elementaren Grundlagen der Pädagogik, die Johann Heinrich Pestalozzi bereits im frühen 18. Jahrhundert verbreitete. Die individuellen Anlagen der Kinder können erkannt und ganz gezielt unterstützt werden.

Mit unserem Einfluss als Eltern können wir dabei die natürliche Entwicklung unserer Kleinen verstärken und in gewissem Maße auch lenken. Es ist hilfreich, einen gewissen Anhaltspunkt zu kennen, wann ein Kind welche Fähigkeiten erlernt. In bestimmten Phasen des Wachstums werden beispielsweise spezielle motorische oder soziale Fertigkeiten ausgebildet. Diese allgemeinen Vorgaben dienen jedoch nur der groben Orientierung, denn jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo. Zudem eignen sie sich manche Dinge sehr schnell an, bei anderen dauert es etwas länger. Hier spielen auch die persönlichen Talente und Anlagen eine wichtige Rolle. 

Durch positive Verstärkung wie Lob oder Belohnung können die Kinder in ihrem Tun angeleitet und unterstützt werden. Es ist wichtig nach und nach auch höhere Ziele zu setzen und die Kleinen durch Herausforderungen zu neuen Erkenntnissen oder der Verbesserung von Fähigkeiten anzuspornen. So entwickeln sie auch zunehmend mehr Selbstvertrauen.

Mutter und Tochter beim Klettern
Durch gezielte Förderung entwickeln Kinder Stärke und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Werden die Eltern als Vorbild voll akzeptiert, geschieht das Nachahmen ohnehin ganz von alleine. Die Erwachsenen können schneller rennen, schwerer Heben oder auch andere Dinge im Alltag eigenständig bewältigen. Die Kinder wollen dies auch können und eifern ganz von selbst ihren Idolen nach. Gezielte, altersgerechte Anleitung ist dabei die beste Methode, den natürlichen Lernwillen der Kinder zu nutzen und die Entwicklung voranzutreiben.

Werte vermitteln

Genauso funktioniert es auch beim Weitergeben von gewissen Werten. Das Erlernen von solchen abstrakten Qualitäten geschieht nur, wenn die Kinder sie etwa im Kontext einer bestimmten Situation vor Augen geführt bekommen.

Die Entwicklung von Wertvorstellungen bei unserem Nachwuchs ist ein langer Prozess. Beim Aufbau von Moral und dem Gewissen sind zunächst die individuellen Anlagen ausschlaggebend. Es wird allerdings allgemein angenommen, dass Kinder von Natur aus „gut“ sind. Müssen sich kleine Kinder in verschiedenen Situationen entscheiden, sind sie sich zunächst selbst am nächsten. Die Eigenen Bedürfnisse und Wünsche stehen ganz egoistisch an oberster Stelle.

Erst mit zunehmender Erfahrung im Umgang mit anderen Menschen und dem erlernen verschiedener sozialer Fähigkeiten wird zunehmend abgewogen, welchen Einfluss die eigenen Entscheidungen auf andere haben. Wir Eltern als Vorbilder spiegeln dabei wider, was gut oder böse ist, oder zeigen wie in einer bestimmten Situation reagiert und gehandelt wird.

Das persönliche Umfeld entscheidet deshalb nachhaltig mit, welche Werte dabei eine Rolle spielen. Mit zunehmendem Alter bekommt neben der Familie dann auch der Freundeskreis und Vorbilder aus der Schule oder auch aus den verschiedensten Medien eine größere Bedeutung. Nach und nach wird das Verhalten anderer kritisch hinterfragt und mit den eigenen Erfahrungen und Wertvorstellungen verglichen.

Vorlesen
Der Einfluss der unterschiedlichen Medien sollte bei der Werteentwicklung der Kinder nicht unterschätzt werden.
Umgang mit problematischen Situationen

Vor allem in problematischen Situationen suchen unsere Kinder ganz gezielt nach Orientierung. Dann ist es besonders wichtig, die Vorbildfunktion wahrzunehmen und unterstützend zur Seite zu stehen. Bei kleinen Kindern, bei denen die geistige Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten ist, spielen körperlich wahrnehmbare Wirkungen eine wichtige Rolle.

So versuchen sie sich beispielsweise bei Konflikten mit Geschwistern vor allem mit körperlicher Kraft durchzusetzen und erfahren so ganz eindeutig das Gefühl von Gewinnen oder Verlieren. Dieses Verhalten begleitet ganz natürlich den langwierigen Lernprozess des richtigen Umgangs mit Konfrontationen und Auseinandersetzungen. Auch hier können die Eltern moderierend oder erklärend dazu beitragen, dass solche Situationen zunehmend anders gelöst werden.

Wenn Eltern selbst häufig mit Gewalt auf problematische Situationen reagieren oder aggressives Verhalten innerhalb der Familie vorherrscht, werden Kinder dies als erlaubtes Mittel zur Lösung von Auseinandersetzungen ansehen und für sich selbst übernehmen. Auch wir Eltern haben nicht immer gelernt, wie richtig mit Konflikten umgegangen wird.

Dabei ist der Weg der Gewalt sehr eindimensional und provoziert meist Gegengewalt. Um Probleme gewaltfrei zu lösen, stehen hingegen oftmals viele verschiedene Wege zur Verfügung.  Es setzt in der Regel eine intellektuelle Auseinandersetzung mit der jeweiligen Situation voraus.  Vom ausdiskutieren, dem Treffen von Kompromissen oder dem Ausräumen von Missverständnissen gibt es die verschiedensten Lösungsansätze:

  • Vermitteln zwischen verschiedenen Konfliktparteien, zur Verständigung anleiten
  • Zuhören und nach den Hintergründen eines Streites suchen
  • Ängste erkennen und lindern
  • Demokratisch Lösungen erarbeiten
  • Wiedergutmachung statt Strafe

Eltern streiten in Anweisenheit des Kindes
Konfliktverhalten der Eltern hat einen entscheidenden Einfluss darauf, wie Kinder mit problematischen Situationen umgehen.
Verlust der Nähe in der Pubertät

Auch wenn vorher ein sehr inniges Verhältnis bestanden hat, nabeln sich unsere Kinder spätestens in der Pubertät nach und nach von uns und unserem Einfluss ab. Andere Personen gewinnen an Bedeutung, ebenso andere Leitbilder oder Idole.

Bei Problemen ziehen sich viele Jugendliche dann lieber zurück und suchen anderswo nach Erklärungen oder Lösungsansätzen. Dieser ganz natürliche Wandel ist für uns als Eltern oft sehr schmerzhaft und vor allem sehr anstrengend. Plötzlich sind wir nicht mehr wichtig, wir haben das Gefühl, unsere Kinder entgleiten uns. Dennoch bleibt unsere Verantwortung bestehen.

Gerade die Pubertät stellt eine wichtige Phase bei der Identitätsbildung dar. Die Rolle in der Gesellschaft, zukünftige Berufswünsche aber auch die Geschlechterrolle entwickelt sich in dieser Zeit. Um sich auszuprobieren sind unterschiedliche Einflüsse und Reize von außen hier sogar sehr wichtig.

Da wir das Vertrauen jedoch nicht mit Gewalt zurückerlangen können, bleibt nur Verständnis und das Angebot des Rückhalts, auf das im Zweifelsfall immer noch zurückgegriffen werden kann. Zuviel Einfluss der Eltern in dieser Zeit kann zudem die Persönlichkeitsentwicklung behindern. Bestärkung in den eigenen Wünschen und Zielen und genügend Freiraum sind bei der Suche nach der eigenen Identität der Kinder sehr wichtig.

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