Sie wird umgewandelt und transportiert, gespeichert und „verbraucht“. Jeden Tag gehen wir mit ihr um – und häufig sind wir uns dessen keineswegs bewusst. Energie brauchen wir am Morgen für die Kaffeemaschine, für die Fahrt zur Arbeit und abends für die Beleuchtung und den Fernseher. Für die Heizung ist sie ebenso Voraussetzung wie für das Erwärmen des Wassers. Energie ist für uns lebensnotwendig – und ziemlich teuer. Dabei könnte auch bei Strom & Co. viel gespart werden.
Energie über das Jahr verteilt

Atomkraftwerk in Heidenfeld
Die Energieagentur Nordrhein-Westfalen rechnet für eine dreiköpfige Familie mit jährlichen Energiekosten von mehr als 1.600 Euro. Eine stattliche Summe! Der Anteil der Heizkosten ist der mit Abstand höchste. Er liegt bei 48 Prozent. Der Strom macht im Durchschnitt 31 Prozent aus – gefolgt von der Warmwasserbereitung mit 21 Prozent.
Aussagekräftige Zahlen hat jüngst auch der Deutsche Mieterbund veröffentlicht. Nach dem im Dezember 2005 vorgestellten ersten repräsentativen, bundesweiten Betriebskostenspiegel zahlen Deutschlands Mieter für ihre Wohnungen durchschnittlich 2,44 Euro pro Quadratmeter im Monat an Betriebskosten. Heizung und Warmwasser haben daran mit 0,86 Euro pro Quadratmeter den größten Anteil.
Energie zum Heizen
Je Quadratmeter Wohnfläche benötigt man zwischen 100 und 200 Kilowattstunden Heizenergie jährlich. Das entspricht 10 bis 20 Liter Heizöl bzw. Kubikmeter Erdgas. Für eine 100 Quadratmeter große Wohnung kommt man also auf 1.000 Liter Heizöl pro Jahr. Bei einem Heizölpreis von rund 4 Cent pro Kilowattstunde summiert sich das im Jahr auf 400 Euro. Für die Gasheizung sind die Werte vergleichbar. Sparsame neue Häuser – das so genannte „Niedrigenergiehaus“ – verbraucht statt 100 Kilowattstunden im Durchschnitt lediglich 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche. Das „Passivhaus“ kommt sogar mit nur 10 Kilowattstunden aus.
Für Strom und Heizung gibt der Durchschnittshaushalt übrigens rund drei Prozent des verfügbaren Einkommens aus. Für Benzin kommen noch einmal fast drei Prozent hinzu.
Eine Kilowattstunde Kaffee

Auf einem Hometrainer müsste man volle zehn Stunden lang strampeln, um eine Kilowattstunde zu erzeugen. Für vier Tassen Kaffee hieße das also rund eine Stunde in die Pedale treten. Für eine Kilowattstunde Strom würde eine 100-Watt-Birne zehn Stunden lang brennen. Ein Computer oder Fernseher hätte damit durchschnittlich genug Saft für sieben Stunden. Und auf einer Herdplatte könnte man eine halbe Stunde lang kochen.
Strom – im Überfluss
Laut Bund der Energieverbraucher verbrauchen die deutschen Privathaushalte jährlich rund 130 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht etwa 30 Prozent des bundesdeutschen Gesamtstromverbrauchs. Ein Haushalt verbraucht im Schnitt 3.500 Kilowattstunden Strom im Jahr (ein Single etwa 1.500 Kilowattstunden). Bei einem Strompreis von derzeit rund 16 Cent pro Kilowattstunde summiert sich das im Jahr auf rund 560 Euro. Tendenz: steigend!
Wie lässt sich der Energieverbrauch erkennen?
Bei großen Haushaltsgeräten wie Kühlschrank, Geschirrspüler oder Waschmaschine lässt sich der Energieverbrauch durch das EU-einheitliche Energie-Etikett (EU-Label) relativ einfach erkennen. Sieben Effizienzklassen gibt es: von „A“ (= besonders sparsamer Verbrauch) bis „G“ (= sehr hoher Energieverbrauch).
Für Kühl- und Gefriergeräte gelten in Deutschland seit 2004 noch zwei weitere Kategorien: A+ und A++, die besonders wenig Strom verbrauchen. Besonders effiziente Geschirrspüler benötigen beispielsweise in ihren Energiesparprogrammen nur noch rund eine Kilowattstunde Strom und 13 Liter Wasser pro Spülvorgang.
Wie kann Energie effizienter genutzt werden?

Bei einem Stand-by-Betrieb von 20 Stunden am Tag, belaufen sich die Stromkosten allein für einen älteren Fernseher mit einer Leerlauf-Leistung von 6 Watt auf rund 7 Euro im Jahr. Bei einem PC mit Monitor und Drucker können das gut 22 Euro sein. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat ausgerechnet, dass sich für einen Durchschnittshaushalt ein Sparpotenzial zwischen 70 und 140 Euro im Jahr ergibt. Voraussetzung: Man schaltet die Elektrogeräte (der BUND nennt sie „Watt-Vampire“) wirklich aus.
Sparen kann man auch beim Waschen. Je höher die Waschtemperatur, desto größer der Stromverbrauch. Die meisten Textilien werden auch bei 30 oder 40 Grad sauber und porentief rein. Wer seine Wäsche bei 30 statt 60 Grad wäscht, benötigt nur knapp ein Drittel des Stroms.
ESL spart auf Dauer
Auch bei der Beleuchtung lässt sich Energie effizienter nutzen. Eine normale Glühlampe verwandelt nur etwa fünf bis zehn Prozent der eingesetzten Energie in Licht – der Rest wird in Wärme umgesetzt. Energie- oder Leuchtstofflampen setzen dagegen etwa 35 Prozent der Energie in Licht um. Die Lichtausbeute ist also rund fünfmal höher. Zwar sind sie in der Anschaffung teurer, doch halten sie auch länger. Eine Energiesparlampe (ESL) mit 11 Watt Leistung hat eine Lebensdauer von rund 10.000 Stunden. Gegenüber einer vergleichbaren Glühlampe mit 60 Watt und 1.000 Stunden Lebensdauer spart man knapp 80 Euro.









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