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"Entartete Kunst"

Nationalsozialisten stellen Maler an den Pranger

Zwei Kunstausstellungen in einer Stadt, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Am 18. Juli 1937 werden in München in Anwesenheit Adolf Hitlers bei der Einweihung des "Hauses der deutschen Kunst" 3000 Arbeiten der "neuen" deutschen Kunst gezeigt. Nur einen Tag später wird in München die Ausstellung "Entartete Kunst" eröffnet. Künstler wie Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner und Otto Dix werden von den Nationalsozialisten an den Pranger gestellt.

"Ein bewusster Angriff auf die Ideale der germanischen Rasse". So lautete die Begründung der Nationalsozialisten für "Entartete Kunst", die in der gleichnamigen Ausstellung präsentiert wurde. Gezeigt wurden moderne Werke von Oskar Kokoschka, Marc Chagall und zahlreichen weiteren Künstlern. Die Propaganda gegen die moderne Kunst und ihre Vertreter im Deutschen Reich wurde von Joseph Goebbels - Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda - am 30. Juni mit dem Erlass "zur Aussonderung deutscher Verfallskunst zum Zwecke der Ausstellung" eingeläutet.

Anfang Juli begann die letzte "Säuberung" der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Künstler, die nicht der NS-Kunstauffassung entsprachen, wurden aufgefordert, aus der Akademie auszutreten. Ein solches Schreiben erhielten u.a. Ernst Barlach, Ernst Ludwig Kirchner, Ludwig Mies van der Rohe, und Emil Nolde. Werke von Barlach, Kirchner und Nolde waren auch in München als "entartet" ausgestellt. Daneben fanden sich auch Gemälde von Oskar Kokoschka, Marc Chagall, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Geroge Grosz, Paula Modersohn-Becker, Paul Klee und Otto Dix.

Rund 16 000 Arbeiten von als "entartet" eingestuften Künstlern wurden von der Gestapo in Museen beschlagnahmt und im Depot des Propagandaministeriums gelagert und später teilweise als "unverwertbarer Bestand" verbrannt. Die betroffenen Künstler erhielten Ausstellungsverbot, manche sogar Arbeitsverbot.

aus der wissen.de-Redaktion
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