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Es gibt immer mehr Menschen auf der Welt

Armut und Krankheiten werden künftig immer mehr Menschen bedrohen

Immer mehr Menschen drängen sich auf der Erde. Am 31. Oktober 2011 haben Vertreter der Vereinten Nationen die auf den Philippinen geborene Danica als siebenmilliardsten Menschen begrüßt. Nun ist es aber nicht so, dass überall auf der Erde immer mehr Menschen zur Welt kommen und sich knapper werdendes Trinkwasser und Nahrungsmittel teilen müssen. Entgegen des globalen Trends einer ständig wachsenden Weltbevölkerung kämpfen viele Regionen mit dem genau gegenteiligen Phänomen: einem unaufhaltsamen Geburtenrückgang, der trotz steigender Lebenserwartung der Einwohner zu einer Stagnation der Bevölkerungszahlen, wenn nicht zu einem Rückgang, führen wird. Das Stichwort "demographischer Wandel" beunruhigt viele Industrieländer, vor allem auch Deutschland, das mit seiner alternden Gesellschaft, einem schon jetzt spürbaren Fachkräftemangel und geburtenschwachen Jahrgängen im internationalen Wettbewerb schlecht aufgstellt ist. Dass dennoch bis 2050 voraussichtlich 9,3 und bis 2100 gar 10,1 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden, ist dem ungebremsten Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern zu verdanken. Ausgerechnet in den ärmsten Ländern der Welt werden immer mehr Menschen leben: Bis 2050 wird sich die Einwohnerzahl hier um 2,3 auf 8 Milliarden erhöhen. Das bedeutet: Immer mehr Menschen werden von Unterernährung, Krankheiten und (Bildungs-)Armut betroffen sein.

Gerade in armen Ländern leben immer mehr Menschen

Armut bedingt auch Bildungsarmut
Kein Land wächst so schnell wie das arme Nigeria, das nach Angaben der Stiftung Weltbevölkerung jetzt schon das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist. Bei einer Rekord-Fertilitätsrate von sieben Kindern pro Frau wird sich die Bevölkerung bis 2050 von derzeit 162 Millionen Menschen auf 433 mehr als verdoppeln. Das bedeutet, dass in den kommenden vier Jahrzehnten doppelt so viele Schulen und Krankenhäuser gebaut und doppelt so viele Ärzte und Lehrer ausgebildet werden müssen wie bisher, allein um das bestehende Versorgungsniveau aufrecht zu erhalten. Dass dies in einem von jahrelanger Militärdiktatur und noch immer florierender Korruption gebeutelten Land schon heute extrem niedrig ist, muss wohl kaum erwähnt werden.

Doch auch in anderen afrikanischen Ländern werden in naher Zukunft immer mehr Menschen leben: In Burundi, Mali, Somalia und Uganda bekommt eine Frau im Schnitt 6,4 Kinder. Gleichzeitig ist die Müttersterblichkeit in diesen Ländern extrem hoch - nicht zuletzt auch deshalb, weil in den Entwicklungsländern sehr viele Mädchen bereits im Kindesalter verheiratet werden und mit 15 das erste Mal schwanger sind. Das Risiko von Komplikationen bei Geburt und Schwangerschaft ist bei Teenagermüttern jedoch doppelt so hoch wie bei Frauen über 20. Weltweit sterben so jedes Jahr etwa 70.000 junge Frauen. Zum Vergleich: Während die Müttersterblichkeit in Westeuropa mit 8 von 100.000 Lebendgeburten angegeben wird, liegt sie im südlichen Afrika bei 640! Im Tschad und Somalia ist die Quote sogar doppelt so hoch und wird nur vom südasiatischen Afghanistan (1400) noch übertroffen.

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von Susanne Böllert, wissen.de
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