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wissen.de Artikel

Fachgebiete im Überblick

Welches Fach möchten Sie studieren? Wenn Sie sich noch nicht ganz sicher sind, was für Sie das Richtige ist, dann sollten Sie zunächst einmal herausfinden, welches Fachgebiet Ihnen am ehesten zusagt. Die nachfolgende Übersicht über die Fachgebiete dient zur ersten Orientierung.

Ingenieurwissenschaften

Unsere moderne Gesellschaft ist technologisch geprägt. Ingenieure nehmen darin eine wichtige volkswirtschaftliche Rolle ein. Sie beschäftigen sich mit der Entwicklung technischer Abläufe, entwickeln Maschinen, Geräte und Werkzeuge, steuern technische Prozesse und erproben die Anwendung der Technik auf neue Bereiche. Ingenieure betreiben also Forschung in einem Technologiegebiet und setzen diese dann in reale Produkte um. Die Herausforderungen an diese Berufsgruppe sind in den vergangenen zehn Jahren extrem schnell gestiegen. Der rasante technische Fortschritt, die Informationsrevolution des Computers und der wirtschaftliche Wettbewerbsdruck im Zeitalter globaler Märkte haben dazu geführt, dass die Ergebnisse der Forschung heute schneller in praktische Produkte, Prozesse und Verfahren umgesetzt werden (müssen).

Ausbildung mit Weltruf

Die Ingenieursausbildung in Deutschland genießt Weltruf. Ingenieure haben in der Vergangenheit wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum und zum technischen Fortschritt hierzulande beigetragen. Ihre Beschäftigungsschwerpunkte liegen im Verarbeitenden Gewerbe, in unternehmensbezogenen Dienstleistungen sowie im Baugewerbe. Zur Gruppe der ingenieurwissenschaftlichen Fächer gehören ca. 70 Einzeldisziplinen. Die Hauptfachrichtungen sind:

  • Elektrotechnik
  • Informationstechnik
  • Maschinenbau
  • Verfahrenstechnik
  • Informatik
  • Bauingenieurwesen
  • Wirtschaftsingenieurwesen.

Das Ingenieursstudium vermittelt Basiswissen in den klassischen naturwissenschaftlichen Fächern, wie Chemie, Physik, Biologie, angewandte Mathematik und Informatik. Hinzu kommen studiengangbezogene, fachspezifische Kenntnisse. Aufbauend auf ein solides und breites Grundlagenwissen müssen Ingenieure und Informatiker in der Lage sein, sich die notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse für das Umsetzen neuer technologischer Forschungsergebnisse anzueignen. Darüber hinaus müssen Ingenieure auch wirtschaftliche und ökologische Sachverhalte mitbewerten, mit anderen Fachdisziplinen kommunizieren und Entscheidungsträger überzeugen.

Das Studium erfolgt an Universitäten, technischen Hochschulen und Gesamthochschulen und dauert etwa fünf bis sechs Jahre. Es schließt mit dem Diplom ab. Ein Ingenieur- oder Informatikstudium erfordert Fleiß, Engagement und Stehvermögen. Wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ingenieurstätigkeit sind Interesse für naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge, Neugierde auf die Funktion technischer Geräte, die Lust, kreativ tätig zu sein, sich Neues auszudenken, zu konstruieren oder Bestehendes zu verbessern. Spaß an der Arbeit mit Computern gehört ebenso dazu. Zum Studium sollten künftige Ingenieure logisches Denken und gute Kenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften mitbringen.

Ingenieuren bietet sich ein breites Berufs- und Tätigkeitsspektrum, das von Industriebetrieben über die Selbstständigkeit bis zum öffentlichen Dienst reicht. Die Einstiegsmöglichkeiten von Ingenieuren und Informatikern sind seit einigen Jahren wieder gut, nachdem die Studienanfängerzahlen in den 90ern stark rückläufig waren und erst seit kurzem wieder ansteigen. Auch der Konjunktureinbruch von 2001 hat am Ingenieursbedarf der einzelnen Branchen kaum etwas verändert.

Agrar- und Forstwissenschaften

Trotz unseres hohen Industriealisierungsgrades ist die Land- und Forstwirtschaft hierzulande ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Deutschland ist zu rund 30 Prozent bewaldet, der Wald ein wichtiger Erholungsfaktor. Land- und Forstwirte bewirtschaften etwa 80 Prozent unserer Landesfläche. Deutschland spielt im Weltagrarhandel eine führende Rolle und die EU-Agrarpolitik ist ein tragender Pfeiler der europäischen Integration. Agrar- und Forstwissenschaftler beschäftigen sich mit den wirtschaftlichen, ingenieurwissenschaftlichen und ökologischen Aspekten der heimischen Natur. Der Ausgleich zwischen wirtschaftlicher Nutzung, ökologischer Pflege und sozialwissenschaftlich orientierter Bewahrung der natürlichen Ressourcen ist das Forschungsfeld der Agrar- und Naturwissenschaften - jeweils in den sehr unterschiedlichen Einzeldisziplinen:

  • Allgemeine Landwirtschaft
  • Acker- und Futterbau (inkl. Kultur- und Nutzplanzen)
  • Forstwissenschaften (inkl. Jagd)
  • Ernährung und Lebensmittelwissenschaften
  • Garten-, Obst-, Weinbau
  • Fischerei und Aquakultur
  • Landespflege
  • Holzwirtschaft und Holztechnik

Technische, naturwissenschaftliche sowie volks- und sozialwissenschaftliche Aspekte gehören zu den Inhalten der Fächer. Eine gewisse körperliche Belastbarkeit ist Voraussetzung.

Die beruflichen Perspektiven für Agrar- und Forstwissenschaftler sind mittelprächtig. Da die Arbeitsmarktchancen gerade im öffentlichen Bereich eingeschränkt sind, sind Absolventen auf branchenspezifische Industriebetriebe und landwirtschaftliche Betriebe angewiesen.

Naturwissenschaften und Mathematik

Was ist Natur, was Materie? Welche Arten von Veränderung und Bewegung gibt es? Was versteht man unter "Raum" und "Zeit"? Hat die Welt einen Anfang und ein Ende? Wie entsteht Leben? Nach Antworten auf Fragen wie diese sucht die Naturwissenschaft seit den Tagen von Aristoteles, Archimedes und Ptolemäus. Wurde sie zunächst als eine einzige Wissenschaft verstanden, begann sie sich mit der Aufklärung im 17. Jahrhundert in vielfältige Einzeldisziplinen aufzuspalten.

Naturwissenschaftler erforschen Naturerscheinungen. Sie beobachten, beschreiben und analysieren sie, führen Experimente und Versuchsreihen durch, stellen Theorien und Modelle von der Welt auf und beweisen oder verwerfen sie dann. Die naturwissenschaftliche Beschäftigung mit natürlichen Phänomenen basiert zum Großteil auf der Mathematik, die sowohl Hilfswissenschaft als auch selbstständige Einzeldisziplin ist.

Klassische und neuere Naturwissenschaften

Naturwissenschaft ist der Oberbegriff für die Wissenschaft von den Naturerscheinungen und den Naturgesetzen. Sie erforscht die Natur durch Beobachtung, Beschreibung und Analyse systematisch und versucht, die Erscheinungen und Vorgänge in der Natur zu verstehen. Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge werden experimentell ergründet und aus der Beobachtung Theorien entwickelt, um Natur mithilfe der Technik nutzbar zu machen. Die Ergebnisse dieser Experimente werden durch mathematische Formeln und Modelle ausgedrückt und beschrieben. Bis heute sind die technischen Fähigkeiten und das Wissen über die Natur in einem Maße angewachsen, dass sie fast alle Bereiche unseres Lebens prägen.

Grob einteilen lassen sich die Einzeldisziplinen der Naturwissenschaften in:

  • Mathematik
  • Klassische Naturwissenschaften, wie Physik, Biologie, Chemie, Geologie, Geographie, Anthropologie
  • Neuere Naturwissenschaften, wie Biotechnolgie, Biochemie, Ökologie, Informatik

Während in der Vergangenheit vor allem die Nutzbarmachung und Beherrschung der Natur im Vordergrund stand, gewinnen heute die Fächer an Bedeutung, die sich mit der Umwelt und den Auswirkungen auf menschliches, tierisches und pflanzliches Leben beschäftigen. Der Schutz der Natur wird immer mehr zum Ziel einer naturwissenschaftlichen Arbeit. Seit Mitte der 90er Jahre bekam die Informatik starken Zulauf.

Das Studium der Naturwissenschaften und der Mathematik erfolgt an Universitäten und Gesamthochschulen und dauert fünf bis sechs Jahre. Das Grundstudium ist für alle Naturwissenschaften recht ähnlich - Mathematik, Chemie, Physik und das eigentliche Studienfach. Erst im Hauptstudium kommt es zur eigentlichen Vertiefung. Technische Begabung ist von Vorteil, da es fachpraktische und experimentelle Lehrveranstaltungen gibt.

Mathematiker und Naturwissenschaftler sind überwiegend in der Forschung und Entwicklung tätig - sei es in der Industrie, in staatlichen Forschungseinrichtungen, in privatwirtschaftlichen Planungsbüros, an Hochschulen oder im öffentlichen Dienst. Ihre Chancen sind mittlerweile wieder sehr gut, nachdem es in den 80er und 90er Jahren nahezu aussichtslos war, eine interessante, gut bezahlte Stelle zu bekommen. Aufgrund ihrer analytischen Fähigkeiten sind Naturwissenschaftler und Mathematiker auch in der Informationstechnologie gern gesehene Mitarbeiter.

Medizin und Gesundheitswesen

Gesünder, länger und aktiver leben zu können, ist der Wunsch jedes Menschen. Die Medizin und das Gesundheitswesen stehen vor der Aufgabe, Mittel und Wege zu finden, diesen Wunsch zu erfüllen, gleichzeitig aber bezahlbar zu bleiben. Dem Einzelnen eröffnen sich dabei unterschiedliche Rollen - als Arzt oder Therapeut, in der Pflege oder bei der Arzneimittelherstellung.

Der Eid des Hippokrates

Die Medizin ist die Wissenschaft vom gesunden und kranken Organismus bei Mensch, Tier und Pflanzen. Sie beschäftigt sich mit den Ursachen, Erscheinungen, Auswirkungen der Krankheiten, ihrer Erkennung, Heilung und Verhütung. Als Begründer der wissenschaftlichen Heilkunde gilt der griechische Arzt Hippokrates. Er legte schon im 5. Jahrhundert v. Chr. den Grundstein der heutigen Medizin. Der von ihm formulierte hippokratische Eid gilt bis heute als Vorbild des Ärztegelöbnisses von der Schweigepflicht. Der römische Arzt Galen war neben Hippokrates der bedeutendste Arzt der Antike. Seine Schriften aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. blieben bis ins Mittelalter maßgebend. Im 16. Jahrhundert erkannte der Arzt und Naturforscher Paracelsus die chemischen Grundlagen des Lebens und wendete sie in der Heilkunde an.

Seit dem 19. Jahrhundert machte die Medizin große Fortschritte, besonders durch die keimtötende und keimfreie Wundbehandlung, die Erforschung von Bakterien und Viren, die Schutzimpfung, die Anwendung von Röntgen- und Laserstrahlen sowie später durch die Chemotherapie oder die Computer- oder Kernspintomographie. Die neuzeitliche Medizin wendet auch die verwandten Wissenschaften Anatomie, Physiologie, Biologie, Chemie, Physik, Bakteriologie, Pharmakologie, Toxikologie; daneben Psychologie und Soziologie an.

Folgende Studienfächer werden unterschieden:

  1. Humanmedizin als Heilkunde vom Menschen - aufgegliedert nach Fächern, wie Innere Medizin, Chirurgie, Frauenheilkunde, Kinderheilkunde, Neurologie, Psychiatrie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde, Nuklearmedizin, Rechtsmedizin, Tropenmedizin, Zahnmedizin u. a.
  2. Tiermedizin,
  3. Phytomedizin, die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten.

Der steigende Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft stellt die Medizin vor neue Herausforderungen: Behandlungsformen, wie die Rehabilitationsmedizin, die Altersmedizin oder die Schmerztherapie gewinnen durch die Zunahme chronischer und degenerativer Erkrankungen an Bedeutung.

Das Studium der Medizin erfolgt an Universitäten und an Medizinischen Hochschulen und dauert mit sieben Jahren recht lange. Die Ausbildung besteht aus einem vorklinischen, drei klinischen Studienabschnitten sowie einer weiteren 18-monatigen Tätigkeit als "Arzt im Praktikum". Die praktischen Ausbildungsabschnitte finden an Krankenhäusern oder in Praxen statt. Dazu gehört auch das praktische Jahr. Für die Ausbildung zum Facharzt müssen zwei bis drei weitere Jahre einkalkuliert werden.

Ärzte arbeiten überwiegend selbstständig als Allgemeinmediziner oder als Fachärzte. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben sich in Krankenhäusern, als Betriebsärzte oder im Gesundheitsdienst.

Studienalternativen im Gesundheitswesen

Die Pharmazie ist die Lehre von den Heilmitteln, ihrer Zusammensetzung und ihrer Wirkung. Das vierjährige Studium der Pharmazie erfolgt an Universitäten und umfasst die verschiedenen Schritte der Arzneimittelgewinnung und ihres Einsatzes - von der Isolierung des Arzneistoffes aus biologischem Material, dem heute computergestützten Design der Arznei, der Verarbeitung zum einsetzbaren Heilmittel, der Arzneimittelkontrolle, dem Verhalten im menschlichen Organismus bis zu Problemen der Arzneimittelökonomie. Pharmazeuten arbeiten in Apotheken oder in der Forschung und Entwicklung von Arzneien.

Ein Studium nichtärztlicher Therapien, wie der Kunst- und Musiktherapie, der Logopädie, der klinischen Linguistik oder der Physio- und Ergotherapie, ist heute an einigen Hochschulen und vielen privaten Akademien möglich. Es dauert in der Regel vier Jahre. Die Therapeuten behandeln Kranke und Behinderte selbstständig, jedoch in der Regel auf Anordnung eines Arztes. Sie arbeiten in Krankenhäusern, Rehabilitationseinrichtungen oder in eigener Praxis.

Die Studiengänge Pflegemanagement, Pflegepädagogik sowie Pflege- und Gesundheitswesen bereiten auf eine qualifizierte Tätigkeit im Management staatlicher und privater Einrichtungen vor. Das interdisziplinäre Studium an Universitäten dauert neun Semester und vermittelt Kenntnisse in Medizin, Gesundheitswesen, Betriebswirtschaftslehre, Personalwesen und Pflege.

Rechts- und Wirtschaftswissenschaften

Wir leben heute in einer globalisierten Welt. Recht und Ökonomie haben die nationalen Grenzen überwunden und sich auf internationaler Ebene in vielfältigen Formen institutionalisiert. Die Wissenschaft von den rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen des menschlichen Zusammenlebens ist dadurch komplexer geworden, die Anforderungen an die Studierenden höher. Angehende Juristen und Wirtschaftswissenschaftler müssen heute hervorragende Noten und internationale Erfahrungen mitbringen, wenn Sie Karriere machen wollen. Die Universitäten reagieren, indem sie vermehrt europäische und international ausgerichtete Studiengänge anbieten. Auslandserfahrung durch Praktikum oder Studium wird zum Muss. Die Technologisierung hat zudem dazu geführt, dass es vermehrt interdisziplinär ausgerichtete Studiengänge, wie z. B. Wirtschaftsinformatik, gibt.

Alles, was Recht ist

Die Rechtswissenschaft, auch Jurisprudenz genannt, ist die systematische und begriffliche Erklärung und Auslegung des geltenden Rechts. Da dieses äußerst kompliziert und vielschichtig ist, spezialisieren sich Juristen in der Regel auf ein Gebiet: Arbeitsrecht, Familien-, Wirtschafts-, bürgerliches, Scheidungs-, Erbschaftsrecht. Im weiteren Sinn schließt die Rechtswissenschaft Rechtsphilosophie, -geschichte, -soziologie und -politik ein.

Das Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften erfolgt an Universitäten und Gesamthochschulen und dauert zehn bis elf Semester. Wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium sind Kommunikationsfähigkeit und Redegewandtheit, Spaß am Umgang mit Zahlen und Daten sowie ein starkes Interesse an wirtschaftlichen, sozialen, politischen und historischen Fragen.

Die Anforderungen an die Studierenden sind heute höher geworden. Angehende Juristen und Wirtschaftswissenschaftler müssen hervorragende Noten und internationale Erfahrungen mitbringen, wenn Sie Karriere machen wollen. Die Universitäten reagieren auf Globalisierung und Technologietrends, indem sie vermehrt interdisziplinär und international ausgerichtete Studiengänge anbieten. Auslandserfahrung durch Praktikum oder Studium wird zum Muss.

Die Arbeitsmarktchancen für Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler hängen stark vom Notendurchschnitt des Examens ab, denn beide Studienbereiche sind stark frequentiert. Wirtschaftswissenschaftler arbeiten in allen Branchen der Wirtschaft, als selbstständige Unternehmer oder Unternehmensberater. Rechtswissenschaftler gelangen je nach Note in den staatlichen Justizdienst oder arbeiten selbstständig als Rechtsanwälte, Steuerberater oder beratend in Unternehmen.

Die Facetten der Ökonomie

Die Wirtschaftswissenschaften beschäftigen sich in ihrer Gesamtheit mit all den wirtschaftlichen Fragen, Abläufen, Entwicklungen und Entscheidungen, die das Leben einer Gesellschaft betreffen. Dabei werden unterschieden:

  • Die Volkswirtschaftslehre, auch Nationalökonomie oder politische Ökonomie genannt, die sich mit der Gesamtwirtschaft und ihren internationalen Bezügen befasst.
  • Die Betriebswirtschaftslehre, die sich den wirtschaftlichen Entscheidungen in Betrieben und Unternehmungen widmet. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit der Art und Menge der zu beschaffenden Produktionsmittel, der Beschaffung und Verwendung der Finanzmittel, dem Einsatz der Produktionsmittel und der Veräußerung der Erzeugnisse und Leistungen.
  • Die Finanzwissenschaft, die sich mit den wirtschaftlichen Aktivitäten der öffentlichen Gebietskörperschaften befasst. Sonderformen der Wirtschaftswissenschaften sind Wirtschaftsrecht, Technische Betriebswirtschaftslehre, Sozioökonomie, Statistik, Wirtschaftspädagogik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Ökonometrie.

Gesellschafts- und Sozialwissenschaften

Der Mensch ist nicht nur Individuum, sondern vor allem auch ein soziales Wesen. Er lebt in einer Gesellschaft, die ihm sowohl Sicherheit gibt als auch Widerstände entgegen setzt. Daraus ergeben sich vielfältige Probleme und zwischenmenschliche Konflikte, die gelöst und bewältigt werden wollen. Diesem vielschichtigen Komplex zwischenmenschlicher Phänomene widmen sich die Gesellschafts- und Sozialwissenschaften. Politikwissenschaft, Pädagogik, Theologie, Psychologie oder Soziologie untersuchen das gesellschaftliche Leben der Menschen und geben Lösungsstrategien und Handlungsmöglichkeiten vor.

Ein Studium für Generalisten

Zusammengefasst unter dem Oberbegriff der Gesellschafts- und Sozialwissenschaften nähern sich die verschiedenen Einzeldisziplinen dem gesellschaftlichen Leben jeweils von einem anderen Blickwinkel aus:

  • Die Soziologie betrachtet gesellschaftliche Gruppen und soziale Schichten in ihrer Gesamtheit, untersucht die dort auftretenden Konflikte und sucht nach Lösungsstrategien.
  • Die Psychologie befasst sich dagegen stärker mit individuellen Problemen und Konflikten und hilft dem Einzelnen bei deren Bewältigung.
  • Die Politikwissenschaft nähert sich dem Menschen als Subjekt und Objekt politischer Prozesse und Entscheidungen. Sie befasst sich mit den Rahmenbedingungen politischen Handelns.
  • Sozialarbeit, Sozialwesen und die Erziehungswissenschaften (Pädagogik) befassen sich stärker mit der praktischen Bewältigung sozialer Probleme. Ihr Ziel ist es, Menschen in individuellen Notlagen praktische Hilfestellungen zu geben und sie zu selbstständigem und eigenverantwortlichem Handeln anzuleiten. Zudem vermitteln sie Wissen über Zusammenhänge von Gesellschaft, Konflikten und deren Lösungen.
  • Die Theologie befasst sich wissenschaftlich mit den christlichen Glaubensinhalten, die auf der Bibel basieren. Sie übt dies jedoch nicht im stillen Kämmerlein aus, sondern sucht gerade auch die Auseinandersetzung und das Gespräch mit den gesellschaftlichen und kulturellen Strömungen und Lehren der Gegenwart.

Das Studium der Gesellschafts- und Sozialwissenschaften bildet zum Generalisten aus, da die jeweiligen Berufsfelder wenig eindeutig sind, sondern viel Spielraum eröffnen. Aus diesem Grund ist eine rechtzeitige Orientierung zum Beruf - etwa durch die Wahl geeigneter Zusatzfächer, Praktika, Auslandsaufenthalte - unbedingt notwendig. Absolventen der Sozial- und Erziehungswissenschaften findet man in der Familienfürsorge, in der Jugend- und Sozialhilfe, in der Strafrechtshilfe, als Leiter von pädagogischen Einrichtungen oder in städtischen Behörden, wo sie beratend in sozialen Angelegenheiten tätig sind. Psychologen arbeiten im Personalbereich von Unternehmen oder Institutionen, in Krankenhäusern oder in der eigenen Praxis. Das Einsatzfeld der Pädagogen reicht von der Pädagogik des Kindes bis zu der des alten Menschen, von der schulischen Bildung bis zur beruflichen Weiterbildung. Soziologen und Politologen finden ihre Tätigkeitsfelder in den Medien, bei staatlichen Behörden, in der Politik und Politikberatung, in der Erwachsenenbildung und in der PR. Als Seelsorger nehmen die Theologen in verschiedenen Institutionen eine wichtige soziale Rolle ein. Man findet sie aber auch in Bildungs- und Medienanstalten, in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Entwicklungshilfe.

Studiengänge der Gesellschafts- und Sozialwissenschaften finden sich an Universitäten, Gesamthochschulen oder Pädagogischen Hochschulen. Sie werden mit Diplom, Magister oder Bachelor abgeschlossen. Die Studierenden der Gesellschaftswissenschaften benötigen für ihr Studium Kommunikationsfähigkeit und sprachliche Ausdrucksfähigkeit, Spaß am Arbeiten mit Zahlen und Daten sowie Interesse für gesellschaftliche Fragestellungen. Wichtige Voraussetzungen gerade für Psychologen und Sozialwissenschaftler sind zudem Belastbarkeit, Kontaktfähigkeit, soziale Kompetenz, Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit zum aktiven Zuhören.

Sprach- und Kulturwissenschaften

Die menschliche Kultur und Sprache in Vergangenheit und Gegenwart zu erforschen und zu verstehen - dieser Aufgabe widmet sich der Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaft mit seinen diversen Einzeldisziplinen. Das Forschungebiet erstreckt sich über die kulturellen Erscheinungsformen vieler Jahrtausende menschlichen Daseins und will diese analysieren, ordnen und vergleichen. Zu den spezifisch menschlichen Kulturleistungen gehören neben der Sprache auch Kunst und Literatur, Philosophie und Moral, Religionen und Traditionen sowie politische und gesellschaftliche Institutionen und Bauwerke.

Sprach- und Kulturwissenschaften sind vor allem an Universitäten, aber auch an spezialisierten Hochschulen, wie den Journalistenschulen oder den theologischen Hochschulen zu finden. Studierende dieser Fächer sollten sich gerne mit Texten, Theorien und Methoden auseinandersetzen, da das Studium vor allem in einer theoretischen Auseinandersetzung mit Primär- und Sekundärliteratur besteht. Kritisches Urteilsvermögen, differenzierter Wortschatz, Sprachverständnis und Sprachgefühl sind wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium.

Da die Berufsbilder von Absolventen der Sprach- und Kulturwissenschaften eher unspezifisch sind, erweist sich der Weg in den Beruf häufig als schwierig. Gerade die Einstiegsphase ist gekennzeichnet von unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, wie Volontariaten, befristeten Arbeitsverträgen, freier Mitarbeit und nicht immer leistungsgerechter Bezahlung. Auch die Gefahr der Arbeitslosigkeit ist zu Beginn und während des Berufslebens höher als bei Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften. Außeruniversitäre Zusatzqualifikationen, wie Praktika, ehrenamtliche Tätigkeiten oder berufsspezifische Lehrgänge, sind für den Einstieg unerlässlich. Geschätzt werden die Absolventen sprach- und kulturwissenschaftlicher Studiengänge dagegen für ihre Schlüsselqualifikationen: Kommunikationsfähigkeit, Kreativität, Interkulturelles Verständnis und soziale Kompetenz.

Kunst und Gestaltung

Kreativ tätig zu sein, ist für viele Menschen vielleicht ein Lebenstraum - doch die wenigsten glauben damit Geld verdienen zu können. Eine gewisse Begabung ist natürlich notwendig, doch auch Grafiker, Architekten, Maler oder Tänzer müssen ihr Metier erlernen und ihr Talent durch ein Studium entwickeln. In den meisten Menschen steckt ohnehin mehr Kreativität als sie sich selbst zutrauen. Verschaffen Sie sich einfach einmal einen Überblick über die Studienmöglichkeiten.

Der Weg des Künstlers

Die Bereiche Kunst und Gestaltung beherbergen eine Vielzahl von Studiengängen, die von Universitäten, Kunst-, Musik- und Theaterhochschulen sowie Gesamthochschulen angeboten werden. Die wichtigsten Studienbereiche im Fach Kunst sind:

  1. Bildende Kunst: Dazu gehören die freie und die angewandte Kunst. Malerei, Grafik und Bildhauerei zählen zur freien Kunst, Gold- und Silberschmieden, Keramik, Textil-Kunst und Bühnenbild zur angewandten. Der Übergang zwischen beiden Künsten ist mitunter fließend und Überschneidungen sind möglich.
  2. Musik: Ausbildungsbereiche sind Instrumentalmusik (Solo-, Orchester- und Kammermusik), Kirchenmusik, Gesang, Dirigieren, Komposition, aber auch Tontechnik, Allgemeine Musikerziehung und Rhythmik.
  3. Darstellende Kunst: Hierzu zählen Musical, Tanz und Choreographie, Schauspiel, Regie und Pantomime.
  4. Kunsterziehung: Hier werden Pädagogen für eine Tätigkeit als Kunsterzieher an Schulen ausgebildet.
  5. Innenarchitektur: Das Studium umfasst die technische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Planung und Gestaltung von Innenräumen sowie die baulichen Veränderungen am Gebäude.

Kunstgeschichte sowie Kunst-, Musik- und Theaterwissenschaft gehören dagegen zu den Gesellschaftswissenschaften.

Neben der Allgemeinen Hochschulreife ist der so genannte "Nachweis der künstlerischen Befähigung" zu erbringen. Das bedeutet nichts anderes, als dass Sie durch Arbeitsmappen, im Rahmen von Einstellungsprüfungen oder in Auswahlgesprächen zeigen müssen, dass Sie das entsprechende Talent oder die Fähigkeit für die gewählte Kunstrichtung mitbringen. Wie gesagt, meist steckt mehr Talent in uns, als wir uns zutrauen.

Gestaltung - Zwischen Ästhetik und Technik

Ein weiterer Zweig künstlerisch-kreativer Tätigkeitsfelder ist der Bereich Gestaltung und Design. Die beiden wichtigsten Studiengänge im Bereich Gestaltung sind

  • Industrial-Design
  • Kommunikations-Design

Industrial-Design meint die Gestaltung von industriell gefertigten Produkten. Dazu gehören nicht nur die Designer-Möbel von Rolf Benz oder die Küchenasseccoires von Alessi. Heute werden alle Produkte designed. Das bedeutet, dass sie nach funktionalen, marktwirtschaftlichen und ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet werden:

  • Konsumgüter (Mode, Schmuck, Möbel, Verpackung, Haushaltswaren, Handwerk)
  • Investitionsgüter (Maschinen, Anlagen, Werkzeuge, medizinisches Gerät, Arbeitsplätze)
  • Fahrzeuge (Autos, LKWs, Schiffe, Flugzeuge)

Kommunikations-Design beschäftigt sich mit der Gestaltung von Kommunikationsmedien, wie Zeitungen, Zeitschriften und Prospekten, Verpackungen, Displays oder Multimedia und Internet. Grundsätzlich lassen sich hier drei Bereiche unterscheiden:

  • Print: Dazu gehören die Herstellung von Druckvorlagen für Werbung, Kataloge, Gebrauchsanleitungen und Presseerzeugnisse.
  • Audio/Video: Hier sind die Konzeption, Gestaltung und Erstellung von Werbevideos, Lehrfilmen, Videotexttafeln und Multivisionen angesiedelt.
  • Web: Dieser umfasst die gestalterische Entwicklung von CD-ROMs, Internet- und Intranetseiten, elektronische Informations- und Shopsysteme sowie Lernsoftware.

Die Internettechnologie hat in den vergangenen Jahren zu einem wahren Boom bei Design-Studenten geführt, die die technologische Revolution des weltweiten Netzes beruflich für sich nutzten. Neben den beiden genannten Hauptstudiengängen existieren eine Vielzahl von anderen Design-Fächern, wie z.B. Illustration, Bühnenbild, Ausstellungdesign.

Aussichten

Das Studium dauert sieben bis neun Semester und schließt mit der Diplomprüfung ab. Das Grundstudium vermittelt die gestalterischen Grundlagen, die künstlerischen Techniken, den gesellschaftlichen Bezug sowie geschichtliche Aspekte. Die beruflichen Perspektiven hängen stark von der Fähigkeit des Einzelnen ab, Ideen zu entwickeln und sie eigenständig umzusetzen. Viele Künstler arbeiten freiberuflich für verschiedene Auftraggeber, Designer sind dagegen häufiger angestellt.

Lehrämter

Lehrer - für einige ist der Beruf ein Lebenstraum, für andere ein Albtraum. In der Bevölkerung ist das Lehrerbild diffus, zum Teil gar widersprüchlich oder einfach nur negativ. Einerseits neidet man den Pädagogen ihre vermeintlichen Privilegien wie Freizeit, Ferien, den sicheren Job bei guter Bezahlung. Andererseits möchten die wenigsten selbst Lehrer sein. Öffentliche Vorurteile wie "faul", "überfordert" sind leider ebenso in den Köpfen verankert, wie die "Lehrerschwemme" der 80er und 90er Jahre.

Doch die Zeiten, in denen selbst der freundliche Studienberater vom Lehramtsstudium abriet, sind vorbei. So unglaublich es klingt, die Arbeitsmarktchancen von Lehrern sind aus heutiger Sicht hervorragend. Warum? Deutschlands Lehrerkollegien haben eines der höchsten Durchschnittsalter in Europa. In den nächsten Jahren steht "die größte Pensionierungswelle seit dem Zweiten Weltkrieg an" - so Dr. Angela Verse-Herrmann, Geschäftsführerin des Instituts für Bildungs- und Wissenschaftsdienste in Nackenheim bei Mainz. Bereits jetzt fallen in vielen Schulen Unterrichtsstunden aus, weil es an Pädagogen mangelt. Bundesweit ist derzeit nur jeder dritte Lehrer jünger als 40 Jahre. Bis 2010 wird jeder zweite altersbedingt aus dem Schuldienst ausscheiden. Gute Aussichten also für all diejenigen, die heute mit dem Studium beginnen. Doch wie schaut das Lehramtsstudium konkret aus?

16 Bundesländer - 16 Ausbildungen

Das Schulwesen steht unter der Kulturhoheit der einzelnen Bundesländer. Das hat dazu geführt, dass es in Deutschland verschiedene Schulsysteme und logischerweise auch unterschiedliche Lehrämter mit landesspezifischen Ausbildungen gibt. Grundsätzlich unterschieden werden dabei aber

  • allgemein bildende Lehrämter (je nach Bundesland Primarschule, Grundschule, Hauptschule, Sekundarstufe I, II, Realschule, Gymnasium und Höhere Handelsschule),
  • berufsbildende Schulen (verschiedene Arten von Berufsschulen) und
  • Sonderschulen.

Für eine der Schulformen müssen Sie sich zu Beginn des Studiums entscheiden - je nach Neigung und Schulform des Bundeslandes, in dem Sie studieren. Die Aus- und Weiterbildung aller Lehrämter ist in mehrere Phasen gegliedert:

  • das Studium
  • der Vorbereitungsdienst (Referendariat)
  • die berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung im Schuldienst

Das Lehramtsstudium findet überwiegend an Universitäten, an den Gesamthochschulen, Pädagogischen Hochschulen sowie an Kunst-, Musik- und Sporthochschulen statt. Es dauert dreieinhalb bis sechs Jahre. Jeder Lehramtsstudent wählt zwei oder drei Schulfächer, dazu Pädagogik und Fachdidaktik. Die meisten Fächer sind derzeit ohne Zulassungsbeschränkung möglich. Nach dem Ersten Staatsexamen am Ende des Studiums folgt ein zweijähriger Vorbereitungsdienst, das so genannte Referendariat. Dieses findet in einer Schule statt, die vom Land bestimmt wird. Es schließt mit dem Zweiten Staatsexamen ab.

Sonderfall Fachlehrer

Neben den oben geschilderten Lehrämtern gibt es noch den/die sogenannten "Fachlehrer/in ohne Hochschulstudium". Die Ausbildung findet an den Pädagogischen Fachseminaren statt. Es gibt folgende Fachrichtungen:

  • Fachlehrer für musisch-technische Fächer (Baden-Württemberg),
  • Fachlehrer und Technischer Lehrer an Sonderschulen (Baden-Württemberg),
  • Fachlehrer für Handarbeit und Hauswirtschaft (Bayern),
  • Fachlehrer musischer und technischer Fächer an Volksschulen, Förderschulen, Realschulen und beruflichen Schulen,
  • Lehrer für Fachpraxis im beruflichen Schulwesen (alle Bundesländer).
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