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Fahrzeugdesigner/in

[[{"type":"media","view_mode":"media_small","fid":"10946","attributes":{"alt":"","class":"media-image","typeof":"foaf:Image"}}]]Der flotte Flitzer, die elegante Limousine oder der praktische Kleinwagen: Des Deutschen liebstes Statussymbol sieht immer ein bisschen anders aus. Verantwortlich dafür sind Fahrzeugdesigner, die von der Kalkulation bis zur Konstruktion alle Autoträume wahr werden lassen.

Blau, grün oder grau?

Jeder noch so unscheinbare Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens hat ein Design. Ob ein Staubsauger jedoch blau oder rot, kastenförmig oder oval geschnitten ist, hat im Vergleich zum Äußeren eines Autos relativ wenig Bedeutung. Natürlich gibt es Menschen, die auch bei Autos nach der Devise „Hauptsache es funktioniert“ vorgehen und denen alle Äußerlichkeiten egal sind. Aber der Großteil der Autokäufer achtet sehr genau auf Form, Farbe und Flair seines künftigen Gefährten, der nicht nur als fahrbarer Untersatz, sondern auch als Prestigeobjekt dient. Vorsicht: Blaue Autos fahren einer englischen Studie zufolge die phantasielosen Teamarbeiter. Neben dem richtigen Gespür für künftige Trends müssen Fahrzeugdesigner deshalb auch den aktuellen Markt und die potentiellen Käuferschichten kennen.

Kurz & bündig

Fahrzeugdesigner sind von Anfang bis Ende in die Gestaltung und Produktion eines neuen Fahrzeugs eingebunden. Gestalterisches, technisches und kaufmännisches Wissen kommen dabei zusammen. Fahrzeugdesigner sind kreativ geschulte Pragmatiker: Innovative Ideen müssen sich ständig an ihrer Umsetzbarkeit messen lassen. Für Spielereien bleibt deshalb nicht viel Platz.

Wo arbeiten Fahrzeugdesigner?

Fahrzeugdesigner arbeiten in Entwicklungsabteilungen der großen Automobilfirmen. Aber auch Zulieferfirmen gestalten ihre Produkte zunehmend selbst. Daneben existieren kleinere freie Designbüros, die auf Fahrzeugdesign spezialisiert sind und Auftragsarbeiten übernehmen. Wer sich selbständig machen möchte, kann sich zum Beispiel auf das Entwerfen von Ausstellungsmodellen spezialisieren, für Fachzeitschriften zeichnen oder auch schreiben.

In den Stellenbörsen finden sich auch folgende Synonyme für den Beruf Fahrzeugdesigner:

  • Diplom-Designer/in - KFZ-Design
  • Industrial-Designer/in - Schwerpunkt Transportation-Design Produktdesigner/in - Fahrzeugdesign
  • Automobil-Designer/in
  • KFZ-Designer/in
  • Designer/in - Transportation-Design
  • Autodesigner/in
  • Designer/in - KFZ-Design

Was genau machen Fahrzeugdesigner?

Fahrzeugdesigner gestalten alle möglichen Transportmittel, von Personen- und Lastkraftwagen über Mopeds, Motorräder bis hin zu U-Bahnen und Autobussen, zum Teil sogar Schiffe und Flugzeuge. "Wer bei uns Industrial Design studieren möchte, sollte sich vor allem für Automobile interessieren und kreativ sein. Eine Idee zeichnerisch aufs Papier zu bekommen, ist zunächst wichtiger als fundiertes naturwissenschaftliches Wissen", so Susanne Heuer von der Fachhochschule Pforzheim, an der Industrial Design mit dem Schwerpunkt Automobil studiert werden kann.

Gestaltungslust und technisches Know-how müssen sich bei Fahrzeugdesignern mit der Fähigkeit vereinen, die Vorgaben der Konstrukteure und der Marketingfachleute genau einplanen zu können. Dabei lautet die Formel: Visualisierung gleich Realisierung. Es ist vermutlich der Traum so mancher Designer, Fahrzeuge rein nach Maßgabe der Ästhetik zu gestalten und ganz gewagte Karosserien auf den Markt zu bringen. Aber Automobilhersteller wissen, dass Kaufentscheidungen zwar vorwiegend von Gefühl und Auge bestimmt werden, aber eben auch Gesichtspunkte wie Funktionalität und Preis zählen.

Die pure Kreativität muss sich bei den Vorüberlegungen eines KFZ-Designers deshalb mit technischen und kaufmännischen Fragen paaren: Welche Zielgruppe soll der neue Autotyp ansprechen? Wie gestalte ich das Fahrzeuginnere, damit auf möglichst kleinem Raum die Komfortansprüche der Autofahrer erfüllt werden? Soll der Wagen eher kraftvoll und leistungsfähig oder sportlich und dynamisch aussehen? Sogar die Gestaltung und Anordnung aller sichtbaren Teile im Motorraum fällt in den Bereich der Fahrzeugdesigner. Im Fachjargon werden dafür drei Disziplinen unterschieden: das Exterior-Design (Außendesign), das Interior-Design (Innendesign) und das Design, das sich um „Colour and Trim“ kümmert, d.h. um Materialien und Farben, die im und am Auto verwendet werden.

Die Entwicklung eines neuen Autos beginnt mit einer Stichwortsammlung in einem so genannten Lastenheft. Danach entstehen erste handgezeichnete Skizzen. Ist die Idee schon ausgereifter, wird mit der Hilfe von Computerprogrammen ein millimetergenaues Modell erarbeitet. Anhand der Daten der Computerzeichnung wird nun aus Clay, einem Tonwachsgemisch, ein fast originalgroßes Anschauungsmodell hergestellt. Bis zur serienmäßigen Produktion müssen in Absprache mit den Konstrukteuren immer wieder Veränderungen vorgenommen werden, denn diese erst bringen ein Tonauto zum Fahren. "Während dieses Prozesses ist Teamfähigkeit der Fahrzeugdesigner gefragt, Einzelgänger haben es da eher schwer", gibt Susanne Heuer zu bedenken.

Wer ist geeignet?

  • Absolventen der Studiengänge Automobildesign oder Industriedesign
  • Diplom-Ingenieure der Fachrichtungen Kraftfahrzeugwesen oder verwandter Studiengänge (z.B. im Bereich Maschinenbau)

Wo und wie studieren?

Der Ausbildungszweig "Transportation Design" im Fachbereich "Industrial Design" wurde 1984 an der Fachhochschule Pforzheim unter dem Namen „Kfz-Design“ gegründet und 1992 umbenannt. Sowohl das grundständige Studium mit Studienschwerpunkt "Transportation Design" als auch der gleichnamige Masterstudiengang sind im Bereich "Industrial Design" angesiedelt. Zum Masterstudiengang können Bachelor- und Diplom-Designer der Fachrichtung "Industrial Design" und Diplom-Designer der Fachrichtung "Kraftfahrzeugwesen" und verwandter Fachrichtungen zugelassen werden.

Der Einstieg in das Metier Fahrzeugdesign kann auch über andere Studiengänge „Industrial Design“ gelingen. Positiv wirkt sich auf jeden Fall aus, wenn das obligatorische Praxissemester in der Automobilbranche absolviert wurde. Die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven verfügt in ihrer Außenstelle Emden über einen Studiengang "Produktentwicklung und Design", der im Fachbereich Maschinenbau angesiedelt ist. Auch die Fachhochschule München stellt auf ihrer Homepage die Fahrzeugindustrie als ein Berufsfeld ihrer Absolventen des Studienganges „Industrial Design“ vor.

Wo und wie weiterbilden?

Nach einem Studium „Industrial Design“ oder „Kraftfahrzeugwesen“ kann wie schon erwähnt ein Masterstudium "Transportation Design" an der Fachhochschule Pforzheim aufgenommen werden. In drei Semestern werden die Studenten gezielt auf ihren Einsatz in der Fahrzeugindustrie vorbereitet.

Wichtig ist es auch, im Job auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Immer neue Grafikprogramme erleichtern die gestalterische Arbeit am Computer, erfordern jedoch auch die Bereitschaft sich immer wieder neu einzuarbeiten. Weiterbildungen in CAD (Computer Aided Design) sind deshalb zu empfehlen.

Kontakt

Fachhochschule Pforzheim

Hochschulbereich Gestaltung
Tiefenbronner Str. 65
75175 Pforzheim
www.fh-pforzheim.de

aus der wissen.de Redaktion, Quelle: BW Bildung und Wissen Verlag
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