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Fest, dicht und kurzgeschnitten - der Charakterrasen

Von Weidelgras und Wiesenrispe

Er muss grün sein. Und natürlich rechteckig. Aber das reicht verständlicherweise bei weitem nicht aus, um auch das Prädikat "WM-tauglich" verdient zu haben. „Dichttriebig“ und „turnschuhverträglich“ sind Eigenschaften, die unbedingt erfüllt werden müssen, will der Rasen in den Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft nicht in die Kritik geraten. Deshalb gibt es ein Rasenkompetenzteam, das über die Qualität des Spielfeldgrüns wacht. Denn mit dem gewöhnlichen Gartenrasen hat dieses exakt auf 28 Millimeter gestutzte und intensiv betreute Gras nichts zu tun. Der WM-Rasen ist eine Wissenschaft für sich.

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WM-Rasen im Olympiastadion in Berlin

Nahaufnahme des originalen WM-Rasens im Olympiastadion in Berlin, aufgenommen am 26.05.2006. Bei der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 werden sechs Spiele in dieser Sportstätte ausgetragen, darunter als Höhepunkt das Finale

Drei Faktoren machen einen guten Rasen aus, sagen die Experten. Da ist zunächst einmal die Scherfestigkeit. Um es salopp auszudrücken: es dürfen nicht die Fetzen fliegen, wenn die Protagonisten der kickenden Zunft mit ihren Stollenschuhen nicht gerade zimperlich mit dem Gewächs umgehen. Auch spielt natürlich der Farbaspekt eine Rolle. Ein sattes Grün erwartet der Zuschauer. Und zwar an jeder Stelle des Spielfeldes. Braune Flächen im Strafraum, wie wir es von den guten alten Bolzplätzen kennen, sind selbstverständlich tabu. Zudem muss unbedingt die gute Wasserdurchlässigkeit gewährleistet sein, damit bei Regen nicht das Spielfeld überflutet ist. Mit Grauen denken die Leute vom Rasenkompetenzteam noch an das Polen-Spiel der WM 1974 in Frankfurt zurück. Der reinste Wassersport – und vom schönen grünen Rasen war nicht mehr viel übrig als brauner Schlamm. Aber so etwas, sagen sie, würde heutzutage nicht mehr passieren.

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von Iris Hilberth, wissen.de
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