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Fest- und Feiertage

Fastnacht

Fastnacht
Schaurig

Kostümierte "Hexen" in Freiburg im Breisgau.

Die Fastnacht, der Fasching oder der Karneval gehören nicht zum kirchlichen Festjahr. Als "fünfte Jahreszeit" sind sie aber in allen katholischen Ländern fester Bestandteil des – nichtliturgischen – Festjahres.

Ursprünglich war die Fastnacht der Abend vor Aschermittwoch. Zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert kam der Begriff als Bezeichnung für die drei Tage vor dem Beginn der vorösterlichen Fastenzeit auf.

 

Beginn der "fünften Jahreszeit"

Seit dem 19. Jahrhundert findet in vielen Gegenden die offizielle "Saisoneröffnung" der Faschingszeit bereits am 11. November statt, doch startet die eigentliche Fastnacht im Alemannischen am Donnerstag oder im Rheinischen am Freitag (Weiberfastnacht) vor Karnevalssonntag und endet am Karnevalsdienstag (Veilchendienstag).

Höhepunkt im rheinischen Karneval ist der Rosenmontag mit seinen närrischen Karnevalsumzügen. Der Termin des Rosenmontags liegt immer 48 Tage vor dem beweglichen Ostersonntag – zwischen dem 2. Februar und dem 8. März.

Der bayrisch-österreichische Fasching hat eine besonders großstädtische Prägung erfahren. Die schwäbisch-alemannische Fastnacht etablierte sich dagegen eher als volkstümliche Wiederbelebung von regionalem Brauchtum. So sind auch die regionalen Ausprägungen der Fastnacht vielfältig.

Besonders bekannt sind u. a. der Rottweiler Narrensprung, die Basler Fastnacht, die sich an dem alten Fastenzeit-Kalender orientiert und erst am Montag nach Aschermittwoch mit dem sogenannten Morgenstraich endet, das Schellenrühren in Garmisch-Partenkirchen oder der Jülicher Lazarus.

 

Fasching als Frühlingsbote

Die heutigen Erscheinungsformen der Fastnacht sind relativ jung. Erste Überlieferungen über Karnevalsfeiern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Zunächst standen die Feiern nicht im Zusammenhang mit der Fastenzeit und kirchlichen Festen. Vielmehr war es ein Frühlingsfest, besonders der bäuerlichen Bevölkerung.

Mit wilden Masken und Verkleidungen wollte man den Winter, die dunklen, bösen Geister und Dämonen vertreiben. Mit Knarren, Rasseln und anderen Instrumenten wurde dazu viel Lärm gemacht. Die Dämonen sollten dem Licht und dem erwachenden Leben Platz machen. Am Rhein feierte man das Abschmelzen des Eises vom Fluss schon im Mittelalter.

Durch die Pest, den Dreißigjährigen Krieg und Hunger geriet das lustige Treiben jedoch wieder in Vergessenheit. Die Reformation wollte die alten heidnischen Bräuche ohnehin verbannen. Ab 1520 gab es sogar Verbote, bei den alten Bräuchen mitzumachen. Der einfachen Bevölkerung wurden die Freuden und Vergnügungen untersagt, nur bei Hof blieben aufwendige Maskenbälle in Mode.

 

Genuss kommt in Mode

In Italien, vor allem in Neapel, Rom und Venedig, war der Karneval besonders im 18. Jahrhundert populär. Er fand dann über Frankreich wieder Einzug in Deutschland. In Vorbereitung auf die Fastenzeit wurde eine letzte Zeit des Sich-Auslebens erlaubt, in der sinnliche Genüsse und gewisse Ausschweifungen zugelassen waren.

Der erste Karnevalsumzug fand in Köln wieder im Jahr 1823 statt. Köln war 1815 an Preußen gekommen und hatte damit seinen Status als Freie Reichsstadt verloren. Nun wollten die Bürger wenigstens einmal im Jahr daran erinnern, wie wohlhabend sie gewesen waren. So entstand der Prinz Karneval, die Narrenkappen und die Jubellieder sollten Einigkeit zeigen.

Die Mainzer Fastnacht wurde stärker von französischen Einflüssen geprägt, was man noch heute an den Uniformen erkennen kann. Der bekannte Narrhallamarsch war ursprünglich ein Spottlied auf einen französischen General.
 

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