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Fest- und Feiertage

Internationaler Frauentag

Clara Zetkin
Leitfigur

Die Sozialistin Clara Zetkin war leitende Redakteurin der Frauenzeitschrift "Die Gleichheit" und führende Theoretikerin der Frauenbewegung.

Am 8. März jeden Jahres erinnert der Internationale Frauentag oder Weltfrauentag an die Rechte auf Würde und Gleichberechtigung der Frauen in aller Welt.

Mit Lesungen, Vorträgen, Filmtagen und bei aktuellem Bedarf auch Demonstrationen rufen Frauenorganisationen weltweit Missstände in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, die Mädchen und Frauen betreffen. Die Themen umfassen ein Spektrum, das von der Genitalverstümmelung von Frauen über Lohnungleichheit und die Freiheit zur Abtreibung bis hin zur Steinigung von Ehebrecherinnen reicht.

 

Forderung nach gerechter Entlohnung

In Europa war die deutsche Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933) federführend für die Frauenbewegung. Auf ihre Initiative hin beschloss die 2. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages. Hundert Delegierte aus 17 europäischen Ländern setzten sich gemeinsam für Fraueninteressen ein und machten die Ausbeutung und Unterdrückung der Frau zu einem politischen Thema.

Zu den zentralen Forderungen gehörten das Wahl- und Stimmrecht der Frauen, der Achtstundentag, Gesetze zum Arbeitsschutz, darunter auch ein ausreichender Schutz von Müttern und Kindern, sowie die gleiche Entlohnung für gleiche Arbeitsleistung. Da der Internationale Frauentag in seinen Anfängen eng mit der Sozialistischen Arbeiterbewegung verbunden war, gehörte auch die Abschaffung imperialistischer Kriege zu seinen zentralen Forderungen.

 

Kampf gegen Ausbeutung

Bereits beim ersten Frauentag am 19. März 1911 gingen in Dänemark, Österreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA Millionen Frauen auf die Straße, um das Wahlrecht für Frauen einzufordern. Dieses Ziel ist inzwischen nahezu weltweit erreicht worden. Heute orientieren sich die Themen auf den Veranstaltungen und Demonstrationen des Internationalen Frauentages auf aktuelle politische Situationen. Im Mittelpunkt steht weiterhin der Kampf gegen Diskriminierungen von Frauen, etwa die Forderungen von Chancengleichheit und Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt oder nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit.

1921 legte die 2. Kommunistische Frauenkonferenz in Moskau den Gedenktag auf den 8. März fest. Am 8. März 1917 traten die Arbeiterinnen und Soldatenfrauen eines armen Stadtviertels von St. Petersburg in einen großen Streik, der sich wie ein Flächenbrand ausbreitete und letztlich die "Februarrevolution" auslöste, die den Zar zu Fall brachte. Mit dieser Datierung sollte der Kampf aller ausgebeuteten und unterdrückten Frauen internationales Gewicht bekommen.

 

Der Frauentag heute

Heute ist der 8. März in den meisten Ländern der ehemaligen Sowjetunion und in sozialistischen Ländern wie Kuba oder Bulgarien ein gesetzlicher Feiertag und in der Volksrepublik China haben Frauen nachmittags arbeitsfrei. In Deutschland verboten die Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 diesen Gedenktag und hoben stattdessen den Muttertag hervor. Seit den 1960er Jahren erlangte bei uns der Internationale Frauentag im Zuge der Frauenbewegung wieder mehr Aufmerksamkeit. Seit 1977 ist der Gedenktag auch von der Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkannt.
 

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