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Fest- und Feiertage

Kumbh Mela

Haridwar an Kumbh Mela, Indien
Haridwar an Kumbh Mela

Am Ufer des Ganges haben sich zum "Fest des Kruges", Kumbh Mela, in der Stadt Haridwar zahllose Pilger versammelt (Foto: April 2010).

 

Kumbh Mela ist das weitaus größte hinduistische Fest, bei dem alle drei Jahre an wechselnden Orten Millionen von Pilgern rituelle Waschungen in heiligen Flüssen vornehmen.

 

Feierlichkeiten

Das Pilgerfest Kumbh Mela (hindi: "Fest des Kruges") findet rotierend alle drei Jahre in einer der vier heiligen Städte Allahabad, Haridwar, Ujjain und Nashik statt, die an den Flüssen Ganges, Shipra und Godavari liegen.
Sinn der Pilgerfahrt sind die rituellen Waschungen in heiligem Wasser sowie die Gabe von Opfern für die Heiligen. Der Ablauf ist genau vorgeschrieben. Die Prozessionen werden von nackten, mit Asche eingeriebenen Asketen, den Nagasadhus, angeführt.

Im Anschluss folgen die anderen religiösen Autoritäten, den Schluss bilden die normalen Gläubigen. Viele Mönchsorden nutzen darüber hinaus die Feierlichkeiten für Einweihungen und Neuaufnahmen junger Mönche in ihre Gemeinschaft.

Am bedeutendsten ist die Kumbh Mela von Allahabad, die dort turnusmäßig alle zwölf Jahre, und zwar als Maha Kumbh Mela, als das "Große Fest des Kruges" gefeiert wird. Etwa 90 Millionen Menschen aus aller Welt kommen dort über mehrere Wochen zu den rituellen Waschungen im Ganges zusammen.

 

Ursprung und Geschichte

Der Überlieferung nach sollen Götter und Dämonen um einen Krug (hindi: kumbh) mit dem kostbarsten aller Nektare gekämpft haben.

Der populäre Schöpfungsmythos "Das Quirlen des Milchozeans", von dem in vielen verschiedenen Schriften wie etwa in den großen Epen Mahabharata und Ramayana berichtet wird, erzählt Folgendes: Zu Anbeginn der Welt verquirlten die Götter gemeinsam mit den Dämonen den Milchozean, um daraus den kostbaren Nektar der Unsterblichkeit "Amrita" zu extrahieren. Dazu wickelte sich die Schlange Vasuki um den Götterberg Meru. Die Dämonen zogen am Kopf der Schlange, die Götter am Schwanz. Mithilfe Vishnus, der als Schildkröte den Berg Meru stützte, gelang schließlich das Quirlen des Milchozeans.

Aus dem heiligen Wasser stiegen allerlei Gifte, aber auch Kostbarkeiten wie der Mond oder die Göttin Lakshmi hervor. Schließlich brachte das Quirlen den Arzt und Heiler der Götter Dhanvantari hervor, der übrigens als die Quelle der indischen Heilkunst Ayurveda gilt. Dhanvantari brachte in einem Krug den Nektar der Unsterblichkeit mit sich.

Die Götter und Dämonen fielen angesichts der wunderbaren Kostbarkeit jedoch in heftigen Streit und Kämpfe entbrannten um den Krug. Dabei fielen vier Tropfen des Unsterblichkeitstranks Amrita auf die Erde. Es sind die Stellen, an denen heute die Orte Allahabad, Haridwar, Ujjain und Nashik liegen, die daher als heilige Städte verehrt werden, indem an ihnen das große Pilgerfest Kumbh Mela stattfindet. Alle Orte liegen an Flüssen, deren Wasser sich laut mythologischer Vorstellung zu bestimmten Zeiten in den Unsterblichkeitsnektar verwandeln soll.

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Kumbh Mela stammen von chinesischen Reisenden aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. Das Pilgerfest selbst ist aber wesentlich älter.

 

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