
Der Festtag beginnt für die Gläubigen mit Gebeten und religiösen Zeremonien (Pujas), bei denen die Sonne im Mittelpunkt steht.
Viele gläubige Hindus nehmen anschließend ein rituelles Reinigungsbad, um mit der Finsternis des Winters symbolisch auch die Unwissenheit und die Illusionen hinter sich zu lassen. Mit den sich ab nun verlängernden Tagen soll das Licht der Erkenntnis Platz in den Gläubigen finden. Neue Kleidung wird angezogen.
Dann werden spezielle Speisen für die Feierlichkeiten zubereitet. Bestimmte Gewürze werden wegen ihrer Symbolkraft eingesetzt wie etwa Gelbwurz (Kurkuma) für Gunst und Erfolg. Gegessen wird feierlich im Kreis der Familienangehörigen. Gereicht werden auch reichlich Süßigkeiten, beispielsweise aus Erdnüssen, Zucker und Sesam.
Bei den hinduistischen Tamilen wird ein spezielles Gericht (Sarkkarai Pongal) in eigens für diesen Tag hergestellten Töpfen gekocht. Im Anschluss an die Puja-Rituale wird aus dem Sarkkarai Pongal-Topf mit Zuckerrohrstöcken Essen für den Sonnengott entnommen und ihm als Dank für die Ernte dargeboten. Mancherorts werden auch Reis und Süßigkeiten in entzündete Freudenfeuer geworfen, um die kalte Jahreszeit endgültig zu verabschieden.
Im Nordosten Indiens wird das Winterende mit einem ausgelassenen Drachenfest gefeiert. Es soll auf eine Aussage des Weisen Vashishta zurückgehen, der herausgefunden hatte, dass es besonders gesund sein soll, sich an diesem Tag mit der flachsten Sonneneinstrahlung im Freien aufzuhalten. Vashishta forderte daher die Bevölkerung zu Spielen auf, wovon sich bis heute das beliebte Drachensteigen erhalten hat.
Makar Sankranti ist eines der wenigen hinduistischen Feste, die keinem Gott geweiht sind. Stattdessen fallen an diesem Tag zwei Naturphänome zusammen, die bedacht werden. Zum einen betritt aus astrologischer Sicht an diesem Tag die Sonne das Sternbild des Steinbocks - Makar Rashi genannt. Sankranti bedeutet, von einem Platz zu einen anderen Platz gehen, in diesem Fall wechselt die Sonnenbewegung von einem Sternbild zu einen anderen.
Zum anderen beginnt an diesem Tag in der traditionellen Vorstellung die nördliche Reise von Mutter Sonne (Uttarayan). Die Sonne stirbt in der mythologischen Vorstellung an diesem Tag und wird zugleich neu geboren. Es wird der Beginn ihrer Reise gefeiert, auf der die Sonne nun über ihren eingeschlagenen nördlichen Weg zur Erde zurückkommt. Das heißt, mit der Wintersonnenwende endet für die Inder nun der Winter. Im Norden Indiens wird dieser Tag des Makar Sankranti/Uttarayan als der kälteste Tag des Jahres betrachtet.
Von den hinduistischen Tamilen wird dieses Fest auch als Pongal bezeichnet. Es fällt hier zusammen mit der Zuckerrohrernte, daher die Süßigkeiten zum Fest, das dadurch auch einen Erntedank-Charakter erhält. Zuckerrohr symbolisiert mit seiner Süße Glück und Freude im Leben.
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