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Fest- und Feiertage

Sabbat

Neue Synagoge in München
Neue Synagoge in München

Der Sabbat ist das Kernstück des Judentums. Er ist Ruhe- und Feiertag, beginnt am Freitagabend und endet am Samstagabend.

 

Feierlichkeiten

Für Juden ist der Sabbat der Höhepunkt ihrer Woche. Er gilt als Geschenk Gottes, als Vorgeschmack der zukünftigen Welt. Niemand darf an diesem Tag arbeiten, weder Mensch noch Tier. In der Tora ist genau festgelegt, welche Tätigkeiten als Arbeit zu verstehen sind.

Da nach jüdischer Zeitrechnung jeder Tag bei Sonnenuntergang beginnt, fängt auch der Sabbat bereits bei Eintritt der Dämmerung am Freitagabend an. Daher werden die Mahlzeiten für den Abend und den Sabbatmorgen und –mittag bereits früher vorbereitet und im Ofen warmgestellt.

Vor der häuslichen Feier wird der Sabbat in der Synagoge mit einer Lesung aus der Tora und dem Lied "Lecha Dodi" ("Komm, mein Freund") wie eine Braut  begrüßt. Zum Abschluss des Gottesdienstes wünschen sich die Versammelten "Gut Schabbes" oder "Schabbat Schalom".

Nach 2. Mose 20,8 soll der Sabbat heilig gehalten werden. Deshalb wird die Feier zu Sabbatbeginn "Heiligung" oder auch "Segnung" genannt. Zu Hause wird der Tisch festlich gedeckt. Die Mutter des Hauses zündet die Kerzen an, legt die Hände vor ihr Gesicht und lobt den ewigen Gott. Erst, wenn das Sabbatlicht leuchtet, kehrt der Sabbat auch im Haus ein.

Nach dem abendlichen Besuch der Synagoge spricht der Hausherr zur Segnung des Weins ein Gebet über den Kidduschbecher. Anschließend werden die beiden geflochtenen Sabbatbrote (Challa-Brote), die zunächst noch mit einem verzierten Tuch verhüllt sind, auf dem Tisch aufgedeckt.

Zusammen mit dem Tuch symbolisieren sie das biblische Manna, durch das die Israeliten auf ihrer Wanderung durch die Wüste täglich versorgt wurden. Nur am Sabbat geschah dies nicht. Stattdessen erhielten sie jeweils am Freitag zwei Rationen. Deshalb liegen auf dem Tisch zwei Brote. Die Decke über den Broten ist ein Bild für den morgens über dem Manna liegenden Tau.

Der Vater segnet seine Kinder, zuerst die Jungen, dann die Töchter, schließlich seine Frau. Alle Versammelten trinken aus dem Weinpokal, der die Freude versinnbildlicht. Dann beginnt das festliche Sabbatmahl.

Im Gottesdienst am Sabbatmorgen wird in der Synagoge die Tora aus ihrer Lade gehoben. Sieben Männer werden aufgerufen, um jeweils einen vorher festgelegten Abschnitt ("Sabbat Sidra") vorzulesen. Danach wird das Schriftstück von Gebeten und Liedern begleitet in die Lade wieder "eingehoben". Der Rest des Tages wird genutzt, um sich auszuruhen, zu essen und die Tora zu studieren. Am Abend wird der Sabbatausgang gefeiert. Im Mittelpunkt steht der Unterscheidungssegen ("Hawdala"), der den Sabbat vom Alltag trennt.

 

Ursprung und Geschichte

In der Hebräischen Bibel heben mehrere Stellen die Bedeutung des Sabbats hervor: An diesem siebten Tag der Woche ruhte sich Gott nach der Weltschöpfung aus. So heißt es zum Beispiel:  "Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage lang sollst du arbeiten und alle deine Geschäfte verrichten. Doch der siebente Tag ist ein Ruhetag für den Herrn, deinen Gott. Du sollst dann keinerlei Arbeit tun …" (2. Mose 20, 8-10).

Außerdem gilt der Sabbat als "Zeichen des Bundes" zwischen Gott und seinem Volk. Der Sabbat wird auch historisch gedeutet, als Erinnerungstag an den Auszug aus Ägypten.

Die christlichen Urgemeinden übernahmen zunächst in der Nachfolge Jesu den Sabbat; ab dem 2. Jahrhundert wurde dann der Sonntag zum Hauptfeiertag. Einzelne christlichen Gruppen (u. a. Adventisten, Baptisten) begehen den Sabbat weiterhin.

Als Sabbatjahr wird in der Tora ein Ruhejahr im Ackerbau bezeichnet. Nach sechs Jahren Landbearbeitung soll der Boden im siebten Jahr brach liegen, um sich zu regenieren. Auf dieses Ruhejahr geht der arbeitszeitliche Begriff Sabbatical zurück: ein Jahr Auszeit im modernen Berufsleben.  


 

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