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Fettnapf-Alarm im Urlaub!

Kamera, Filme, Sonnencreme... Die Koffer sind gepackt. Zur kompletten Reisevorbereitung gehört aber auch die Beschäftigung mit den fremden Gepflogenheiten des Gastlandes. Sicher muss man sich als Tourist nicht überangepasst verhalten. Aber ein paar Grundregeln gilt es schon zu beherzigen, wenn man nicht wie der Elefant im Porzellanladen auftreten will. Wussten Sie z.B., dass der Kopf in buddhistischen Ländern ein heiliger Körperteil ist und man deshalb niemals Einheimischen an eben diesen fassen bzw. Kindern über das Haupt tätscheln darf? Im Folgenden erfahren Sie etwas über landestypische Besonderheiten im Ausland und so genannte Dos und Dont's (etwa: "Gebote und Verbote"). Denn wer weiß, was im Ausland erwartet wird und wo die Fettnäpfchen lauern, erspart sich nicht nur böse Blicke, sondern gewinnt auch viele Sympathien.

"No smoking, please!"

Die Amerikaner scheinen auf den ersten Blick sehr locker. Nach einem kurzen "Hi" oder "Hello" ist man schon mitten im Gespräch. Ein freundliches "How are you?" ist aber noch keine Aufforderung zum Seelenstrip. Andererseits ist es z. B. durchaus üblich anders als bei uns über das Einkommen oder Vermögen zu reden.

Trotz ihrer lockeren Art sind viele Amerikaner zutiefst konservativ, regelbewusst und teilweise von religiösen und moralischen Vorstellungen geprägt. Wer sich gerne mal einen Schluck Alkohol genehmigt, muss sich diesbezüglich besonders in Acht nehmen, denn fast überall ist es in der Öffentlichkeit verboten, auch nur eine Dose Bier zu öffnen. Auch Raucher haben es nicht einfach: Die allgegenwärtigen Rauchverbote nicht einzuhalten, kann richtig teuer werden. Teilweise potenzieren sich die Bußgeldhöhen mit der Anzahl der Verstöße. Deshalb: Nur in besonders ausgewiesenen Zonen rauchen.

Ferner könnte zu viel nackte Haut ("oben ohne") problematisch werden, viele Staaten verbieten es per Gesetz. Achtung Damen: Haare an Beinen und unter den Achseln gelten als absolutes Tabu! Ferner gilt auch im Heimatland von "Wrangler" und "Levi's": Jeans sind nur Freizeitkleidung, zum Dinner oder Geschäftsessen kleiden Sie sich bitte gepflegt, bei feierlichen Anlässen ggf. mit einem "tuxedo" (Smoking).

Moralkodex in islamischen Ländern

Für islamische Ländern gilt allgemein: Je traditions- und religionsverbundener ein Land bzw. eine Region ist, desto sensibler müssen Sie darauf Rücksicht nehmen. Im Extremfall kann ein luftiges Sommerkleid sogar Anlass zu einer öffentlichen Szene werden oder ein spontanes Foto zu Handgreiflichkeiten führen. Deshalb sollten Frauen (und auch Männer!) darauf achten, ihre Schultern sowie das Knie bedeckt zu halten. Von Schnappschüssen betender Muslime und verschleierter Frauen sehen Sie besser ab; wer unbedingt fotografieren möchte, sollte immer um Erlaubnis bitten. Außerdem müssen Tempel- und Moschee-Besucher sich die Schuhe ausziehen, Frauen sich in den hinteren Teil des Gebäudes begeben (sie könnten die Männer "ablenken") und ein Kopftuch tragen.

"Oben ohne" an öffentlichen Stränden ist grundsätzlich verboten. Auch ein "Bussi" auf offener Straße kann Ärger nach sich ziehen Zärtlichkeiten sollten sie sich besser für einsame Stunden aufheben. Zudem gilt es als sehr respektlos, während des Fastenmonats Ramadan in der Öffentlichkeit zu rauchen/essen/trinken wer nichts riskieren will, lässt zu dieser Zeit auch den Kaugummi weg. Apropos essen: Das geschieht nur mit der rechten Hand, die linke in der Sie das Messer halten gilt als unrein.

No politics!

In Ägypten sollten Sie eine Einladung immer annehmen, alles andere gilt als Fauxpas. Aber damit ist es nicht getan, Sie müssen die Einladung mit einer "Gegeneinladung" erwidern. Als Gast bringen Sie ein Geschenk mit, Alkohol ist keine so gute Idee Konfekt oder Souvenirs aus Deutschland kommen da schon besser an. Aber Obacht: Ein zu teures Geschenk kann wenig verdienende Ägypter in Verlegenheit bringen. Außerdem rauchen Ägypter gerne: Wer sich Freunde machen will, bietet (auch als Nichtraucher) immer Zigaretten an.

Das lassen Sie lieber: Um beim Sitzen auf dem Boden Ihrem Gegenüber nicht die blanken Sohlen entgegenzustrecken, nehmen Sie am besten die Schneidersitz-Stellung ein. Zu vermeiden ist auch das Naseputzen während des Essens. Ferner dürfen Frauen auf der Straße nicht rauchen. Wenn Sie eine Meinung oder gutgemeinte Ratschläge über die Israelpolitik des Landes haben, behalten Sie beides bitte für sich!

Feilschen: Aber sicher!

In Tunesien nimmt man es mit dem Alkohol nicht so genau wie in anderen islamischen Ländern, nur freitags und während des Ramadans sollten Sie sich zurückhalten. Ein absolutes "Do" ist das Handeln in den Basaren und bei Dienstleistungen, wer das nicht tut, wird nicht ernst genommen. Tunesier sind gesprächige Zeitgenossen, Sie sollten sich darum immer Zeit für ein Pläuschchen mit dem Taxifahrer, dem Zimmermädchen und dem Ladenbesitzer nehmen. Ferner sind auch hier Einladungen nach Möglichkeit immer anzunehmen. Ungeduld und das Demonstrieren von Ärger quittieren Tunesier mit Unverständnis. Bewahren sie deshalb stets die Fassung. Die Damen sollten, sofern sie nicht als Freiwild betrachtet werden möchten, vom Besuch einheimischer Cafés Abstand nehmen. Männer dürfen einheimische Frauen nicht ansprechen, auch nicht, um nach dem Weg zu fragen.

Sauberkeit in Singapur

In Singapur ist Kaugummi kauen bei Strafe verboten. Der Grund dafür ist die Geschichte eines Ministers, der sein Gesicht verloren hat, weil die Gäste einer großen Konferenz nicht teilnehmen konnten: Sie steckten in der U-Bahn fest, weil ein Kaugummi auf der Lichtschranke für einen Verkehrskollaps sorgte. Wer Papier fallen lässt, muss die Straße reinigen (wird live im TV übertragen).

In China achten Sie auf eine "ruhige" Körpersprache und lassen das Parlieren nach dem Essen aus (findet im Teehaus oder Bar statt). Blumen als Gastgeschenk sind unüblich, bis vor kurzem wurden damit nur die Toten geehrt. In Japan dürfen sich bei Tisch nur Männer mit dem frischen Tuch das Gesicht erfrischen, Frauen dürfen sich damit nur die Hände reinigen.

Nicht nur Pasta bestellen!

Wer in Italien auf öffentlichen Plätzen im Bikini oder in Badehosen erwischt wird, muss bis zu 200 Euro bezahlen. Das Nacktbaden oder -sonnen ist im ganzen Land verboten. "Oben ohne" dagegen ist auf dem Vormarsch. Pluspunkte können Sie sammeln, wenn Sie im Gespräch mit studierten Italienern Titel wie "professore" und "dottore" verwenden. In italienischen Restaurants der etwas gehobeneren Klasse sollten Sie nie nur ein Nudelgericht allein ordern, denn das gilt als ein Fauxpas allererster Güte. Bestellen Sie leckere Antipasti oder zum Nachtisch ein Tiramisu dann ist der Wirt auch nicht beleidigt.

In Frankreich ist es nicht üblich, sich in einem Restaurant selbst einen freien Tisch zu suchen. Bleiben Sie also brav im Eingangsbereich stehen, bis das Personal Ihnen einen Platz zuordnet. Außerdem sollten Sie wissen, dass in französischen Lokalen niemals eine Rechnung geteilt wird also immer einmal zahlen und später sich über die jeweiligen "Essensanteile" einigen.

In Spanien hat die Familie einen hohen Stellenwert. Erkundigen Sie sich nach den Angehörigen. Zurückhaltung ist beim Thema Stierkampf ("die armen Tiere") angesagt.

Absolutes Tabu in der Türkei ist das Bemalen von Geldscheinen (z.B. mit Schnauzbärten). Fast alle tragen nämlich ein Porträt des hochvereehrten Staatsgründers Kemal Atatürk. Das in Deutschland weitverbreitete OK-Zeichen, den Ring aus Daumen und Zeigefinger, sollte man seinem Gegenüber in der Türkei besser nicht zeigen. Im Land am Bosporus ist das eine ziemlich üble Beleidigung.

Vorsicht mit dem Daumen

Wer in "Down Under" trampt, sollte es tunlichst vermeiden, vorbeifahrenden Autos den ausgestreckten Daumen zu zeigen, denn dieses gilt in Australien als beleidigende Geste! Wer dagegen am Straßenrand mit dem Zeigefinger winkt, hat gute Chancen ein Stück mitgenommen zu werden. Bei Tisch ist es üblich, beide Hände so lange unter dem Tisch zu halten, bis alle Anwesenden bedient sind.

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Betrittst du ein fremdes Land, darfst du Augen und Ohren aufreißen, aber nie das Maul.