wissen.de
Total votes: 165
wissen.de Artikel

Feuer

Waldbrand

Feuer ist nicht nur eine zerstörerische Naturgewalt, sondern auch ein wichtiger ökologischer Faktor.

Feuer ist die sichtbare Erscheinung einer Verbrennung und eine häufige → Naturgewalt. Drei Dinge braucht ein Feuer: Brennstoff, Hitze und Sauerstoff. Fehlt einer dieser drei Faktoren, oder stimmt das Verhältnis dieser drei Faktoren zueinander nicht, so gibt es auch kein Feuer. Verbrennung bedeutet nichts anderes, als dass sich die Moleküle des Brennstoffs mit Sauerstoff verbinden. Seit Entdeckung des Feuers fürchten die Menschen das Feuer als Naturgewalt, denn Feuer können verheerende Schäden anrichten. Brände in Wohn- und Industriegebieten oder Wäldern sind häufige Beispiele dafür. Aber die Natur braucht das Feuer auch. Denn Feuer ist nicht nur eine zerstörerische Naturgewalt, sondern auch ein wichtiger ökologischer Faktor.

Leben durch Feuer:

Mammutbäume

Die Sequoien sind optimal an das Feuer angepasst. Sie überstehen Waldbrände ohne ernstlich Schaden zu nehmen.

Ein Riese unter den Bäumen, der Mammutbaum oder die Sequoie (Sequoiadendron giganteum), ist vollkommen an das Feuer angepasst. Die mächtige Borke der bis zu 130 m hohen Nadelbäume wird über 50 cm dick. Sie isoliert die Pflanzen wirksam gegen die Hitze eines Feuers. Es gibt in den USA mehrere tausend Jahre alte Bestände, die sich nur dadurch entwickeln konnten, weil Brände ihre weniger geschützten Konkurrenten ausschalteten. Die ältesten Mammutbäume sind 3000-4000 Jahre alt.

Feuer

Brandspuren an einer Sequoie.

Die Zapfen des Mammutbaumes können 20 Jahre lang geschlossen bleiben und öffnen sich häufig erst durch die große Hitze eines Waldbrandes. Ist ein solcher Waldbrand vorbei, keimen die jungen Riesenbäume zu Tausenden auf dem Waldboden, der mit fruchtbarer Asche angereichert ist. Auch andere, bis zu 100 m hohe Baumriesen haben Fähigkeiten entwickelt, um im Feuer zu überleben, wie z. B.die Eukalyptus-Bäume in Australien. Bereits wenige Tage nach einem Feuer sprießen neue Triebe aus ihrem verkohlten Holz. Einige Eukalyptusarten treiben frisches Grün aus ihren Wurzelknollen oder lassen, vom Feuer stimuliert, Milliarden von Samen frei. Für andere Pflanzen in Australien sind ausgedehnte → Buschfeuer geradezu notwendig zum Überleben. Denn erst die Hitze eines wütenden Feuers lässt ihre Samenkapseln platzen. Feuer vernichtet zudem krankes, von Schadorganismen befallenes Holz.

Beispiel Yellowstone-Nationalpark:

Im September 1988 brannte der berühmte Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten des US-Bundesstaates Wyoming. Nahezu die Hälfte des 9027 km2 großen Nationalparks stand in Flammen. Die eindrucksvollen und gleichzeitig beängstigenden Bilder des Feuers gingen um die Welt. Was im ersten Moment wie eine verheerende Naturkatastrophe aussah, erwies sich jedoch im Nachhinein als erfolgreiche Verjüngungskur für den Wald. Der Brand im Yellowstone-Nationalpark bestand aus acht einzelnen Feuern, die durch Blitzschlag nach langer Trockenheit entzündet wurden. Das sogenannte “North Fork Fire“ war mit einer Fläche von 2040 km2 das größte unter ihnen. Diese Fläche entspricht etwa der vierfachen Fläche des Bodensees. Insgesamt standen rund 4000 km2 Park in Flammen. 24 Gebäude der Touristensiedlung wurden Opfer des Feuers. Seit 1972 hat man aufgehört, die Feuer im Nationalpark zu bekämpfen. Man überlässt den Park den Naturgewalten und respektiert die wichtige Rolle des Feuers, die es im Naturhaushalt spielt. Vor dem großen Waldbrand bildeten alte Drehkiefern dichte Monokulturen, in denen keine Jungpflanzen hochkommen konnten. Nach dem Feuer wuchs wieder überall junges Grün zwischen verkohlten Stämmen. Der überalterte Wald erhielt somit eine Verjüngungskur.

Total votes: 165