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Wort des Tages

Was bedeutet eigentlich Agnostizismus?

Agnostizismus

Agnostizismus, von griechisch agnostos „unerkannt, unerkennbar“, ist die Lehre von der Unerkennbarkeit Gottes und der Wahrheit überhaupt. Die von T. H. Huxley 1869 geprägte Bezeichnung steht für die Überzeugung, dass die metaphysische Frage nach Gott unlösbar sei, verneint aber nicht wie der Atheismus die Existenz transempirischer Realitäten.
 

Als philosophische Grundeinstellung setzt der Agnostizismus somit erkenntnistheoretisch-realistische Grundannahmen voraus, indem er es für sinnvoll halten muss, von einer erkenntnis- und sprachunabhängigen Wirklichkeit überhaupt zu sprechen. Jene Einstellung, die das Wesen der Dinge ("das Ding an sich") für unerkennbar hält – so Immanuel Kants Beschränkung auf die durch Sinnlichkeit vermittelten Gegenstände menschlicher Erkenntnis als "Erscheinungen" (Kritizismus) –, lässt die Berechtigung metaphysischer Fragen bestehen und lehnt nur ihre positive erkenntnistheoretische Lösung ab. Der Positivismus, der nur die unmittelbaren Erfahrungsgegebenheiten und deren Gesetze zulässt, hält auch die metaphysischen Fragen selbst für sinnlos und damit unzulässig.

 

 

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