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Freu, Klatsch, Jubel!: Ein neues Museum rund um die Comicsprache

Schluck, Grübel, Zitter, Schluchz – diese lautmalerischen Wörter sind für Comics typisch. Doch zumindest im Deutschen gäbe es sie nicht, wenn Erika Fuchs nicht die Disney-Comics rund um Donald Duck und Co übersetzt hätte. Denn sie erst prägte die typische Sprache der Entenhausener – und schrieb damit ein Stück deutsche Sprachgeschichte. Jetzt wurde ihr zu Ehren im oberfränkischen Schwarzenbach an der Saale ein Museum eröffnet.

Das neu eröffnete Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale.
Das neu eröffnete Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale.

Wer mit den Donald Duck und den Bewohner Entenhausens aufgewachsen ist, der kennt dies: Wenn es heiß hergeht im Comic-Universum, dann signalisieren die typisch verkürzten und lautmalerischen Ausdrücke, was gerade passiert. Ob "klatsch!" bei einer Ohrfeige oder "seufz", wenn der ewiger Verlierer Donald mal wieder den Kürzeren gezogen hat.

Der Erikativ: Von "platsch" bis "sichwegduck"

Springt sein reicher Onkel Dagobert dagegen in seinen Vorrat an Talern, dann liest man passend dazu "klimper" oder "platsch". Heute kommen uns solche Verbformen ganz normal vor. Denn vor allem im Internet sind sie längst Standard. Gerade beim Chatten oder in SMS nutzen wir solche umschreibenden Wörter sogar sehr häufig, ohne näher darüber nachzudenken. Beispiele sind "nerv", "abhäng", "sichwegduck", "in die Tischkante beiß".

Was aber viele nicht wissen: Diese Wörter sind im Deutschen eine grammatikalische Besonderheit, die erst Erika Fuchs, die Übersetzerin der Disney-Comics, in den 1960er Jahren schuf. Sie nahm dafür einfach die Grundform eines passenden Verbs – beispielsweise "Gähnen" – und ließ kurzerhand die Endung weg. Fertig war das comictypische "Gähn". Ihr zu Ehren wird diese spezielle Verbform sogar manchmal als "Erikativ" bezeichnet.

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NPO, 10.08.2015
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